Vergleich der kardialen Magnetresonanztomographie und dem FDG-PET-Verfahren zur Beurteilung des Therapieansprechens bei kardialer Sarkoidose

D. Korthals (Münster)1, M. Bietenbeck (Münster)2, N. Akyol (Münster)2, M. Theofanidou (Münster)2, C. Meier (Detmold)3, D. Ventura (Münster)4, L. Eckardt (Münster)1, A. Yilmaz (Münster)2
1Universitätsklinikum Münster Klinik für Kardiologie II - Rhythmologie Münster, Deutschland; 2Universitätsklinikum Münster Herz-MRT-Zentrum Münster, Deutschland; 3Klinikum Lippe-Detmold Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin Detmold, Deutschland; 4Universitätsklinikum Münster Klinik für Nuklearmedizin Münster, Deutschland
Hintergrund: Im Zentrum der medikamentösen Therapie einer kardialen Sarkoidose steht eine Immunmodulation, in der Regel zunächst mittels eines Glucocorticoids. Die Entscheidung für diese Therapie hängt vom Nachweis einer myokardialen Inflammation mittels bildgebender Modalitäten wie der kardiovaskulären Magnetresonanztomographie (CMR) bzw. der Fluordesoxyglucose-Positronen-Emissions-Tomographie (FDG-PET) und/oder einem histologischen Nachweis ab. Ein einheitlicher Konsens hinsichtlich der optimalen Evaluation des Therapieansprechens besteht nicht; viele Zentren empfehlen eine FDG-PET-Verlaufskontrolle nach 3-6 Monaten. Fortschritte in der CMR-Bildgebung deuten auf eine zum FDG-PET-Verfahren komplementäre Rolle in der Beurteilung des Inflammationsstatus mittels T2w-STIR- und/oder T2-Mapping-Sequenzen hin. In der vorliegenden Arbeit wurde der Stellenwert von CMR- in Relation zu FDG-PET-Verlaufsuntersuchungen bei Patienten mit kardialer Sarkoidose untersucht.

Methoden: Bei 24 Patienten mit gesicherter kardialer Sarkoidose unter Steroidtherapie wurde das Therapieansprechen nach 3–6 Monaten mittels simultaner CMR und FDG-PET beurteilt.  Das CMR-Protokoll umfasste cine-, T2w-STIR-, T2-Mapping- und Late-Gadolinium-Enhancement-(LGE)-Sequenzen. Anhand der T2w-STIR- bzw. T2w-Mapping-Aufnahmen wurde beurteilt, ob Hinweise für eine persistierende „aktive“ Sarkoidose vorlagen. Zur Minimierung des physiologischen FDG-Uptakes erfolgte eine spezielle Diätvorbereitung; die Auswertung der hypermetabolen Areale erfolgte visuell und semi-quantitativ. Bei unzureichender Suppression des physiologischen Myokard-Uptakes galt die Untersuchung als FDG-negativ.

Ergebnisse: Bei 7 (29 %) Patienten zeigte die CMR mittels T2w-STIR/T2-Mapping eine persistierende Inflammation, während das FDG-PET hingegen bei 16 (67 %) Hinweise darauf lieferte. Bei 11 der FDG-PET-positiven Patienten zeigte sich ein tendenziell regredienter FDG-PET-Befund. Alle CMR-positiven Patienten waren auch in der FDG-PET positiv, während bei 9 (38 %) CMR-negativen Patienten eine Inflammation nur in der FDG-PET nachweisbar war. Im Verlauf wurde die Therapie in diesem Kollektiv bei 9 (38%) Patienten mit persistierender Krankheitsaktivität auf eine weitere immunmodulatorische Substanz wie Methotrexat eskaliert. Andererseits war bei 8 (33%) Patienten sowohl in der CMR- als auch der FDG-PET-Bildgebung keine Inflammation mehr nachweisbar, so dass die Steroid-Therapie bereits nach 3-6 Monaten ausgeschlichen werden konnte.

Schlussfolgerung: Eine in seriellen CMR-Untersuchungen nachgewiesene „persistierende“ myokardiale Inflammation korreliert konsistent mit einem positiven FDG-PET-Befund und kann somit auch ohne ergänzende FDG-PET-Diagnostik als Grundlage für die Fortführung oder Eskalation der Therapie herangezogen werden. Umgekehrt zeigt das FDG-PET bei fehlender Inflammation in der CMR eine höhere Sensitivität für eine residuelle Aktivität. Zur Verlaufsbeurteilung der kardialen Sarkoidose sollte ein FDG-PET erst erfolgen, wenn das strahlungsfreie CMR keine Hinweise mehr auf eine Inflammation zeigt. Dieses stufenweise Vorgehen ermöglicht eine individuelle, nicht-invasive Diagnostik und kann im Einzelfall zu einer früheren Beendigung der Steroidtherapie führen.