Hintergrund: Der Stellenwert von Antiarrhythmika (AA) in der Blankingzeit nach einer Pulmonalvenenisolation (PVI) im Zusammenhang mit der Rezidivhäufigkeit des Vorhofflimmerns, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Diese Studie untersucht den Einfluss der beiden gängigsten Antiarrhythmika Amiodaron und Flecainid auf die Häufigkeit und den Zeitpunkt von Vorhofflimmer-Rezidiven innerhalb von 90 Tagen postinterventionell.
Methodik: Retrospektiv wurden 152 PatientInnen untersucht. Das Propensity-Score-Matching (PSM) ergab eine Kontrollgruppe ohne und eine Behandlungsgruppe mit Antiarrhythmikatherapie (jeweils n = 50). Es wurden die Subgruppen Vorhofflimmern und Sinusrhythmus prä-PVI sowie Post-Hoc in der Behandlungsgruppe die Gruppen AA-Therapie präinterventionell und AA-Therapie postinterventionell gebildet. Primärer Endpunkt war die Rezidivhäufigkeit in der Kontrollgruppe und Behandlungsgruppe in der Blankingzeit. Sekundäre Endpunkte waren der Rezidivzeitpunkt in den beiden Gruppen sowie Rezidive in den Subgruppen abhängig vom Herzrhythmus und einer etablierten bzw. neu initiierten AA-Therapie.
Ergebnisse: Bei den 100 1:1 gematchten PatientInnen zeigte sich insgesamt kein Unterschied in der Rezidivhäufigkeit zwischen der Behandlungsgruppe (32 %) und der Kontrollgruppe (24 %, p = 0,51) und in der kumulativen Inzidenz (Abb. 1). In der Antiarrhythmikagruppe traten die Rezidive im Median nach 12 (IQR 29) Tagen und in der Kontrollgruppe nach 43 (IQR 46) Tagen auf (p = 0,04). Die Subgruppenanalyse Sinusrhythmus und Vorhofflimmern präinterventionell ergab keinen Unterschied hinsichtlich der Rezidivhäufigkeit. In der Subgruppe Vorhofflimmern präinterventionell traten Rezidive früher auf (3(IQR 12) versus 47 (IQR 34) Tage; p = 0,02). Die prä-PVI begonnene AA-Therapie ergab keinen Unterschied in der Rezidivhäufigkeit, jedoch signifikant frühere Rezidive (5(IQR 12) versus 43 (IQR 46) Tage; p = 0,02). Es zeigte sich kein Unterschied in Rezidivhäufigkeit- und zeitpunkt bei post-PVI begonnener AA-Therapie.
Schlussfolgerung: Im Zeitraum von 90 Tagen nach PVI zeigte sich keine Differenz im Hinblick auf die Häufigkeit von Vorhofflimmerrezidiven bei PatientInnen mit und ohne Antiarrhythmika. Es gab keine Assoziation zwischen der Rezidivhäufigkeit des Vorhofflimmerns und dem präinterventionellen Herzrhythmus (Sinusrhythmus versus Vorhofflimmern). Ein Beginn der AA-Therapie präinterventionell und Vorhofflimmern zum Zeitpunkt der Ablation war mit zeitlich früheren Rezidiven assoziiert.