Es wird oft „Herzstolpern“ oder „Herzrasen“ genannt – im Laufe des Lebens kann der Herzrhythmus aus dem Takt geraten. Einige dieser Störungen können lebensgefährlich sein, andere sind harmlos, manche müssen nicht einmal behandelt werden. Das ist abhängig von der Art der Störung. Eine häufige Form sind so genannte Extrasystolen, die sehr oft sowohl bei gesunden als auch bei Menschen mit Herzkrankheiten auftreten.
Das Wichtigste in Kürze
- Extrasystolen sind Extraschläge des Herzens. Viele Menschen spüren sie als „Herzstolpern“
- Meist sind sie harmlos, besonders bei gesunden Herzen.
- Auslöser können Stress, Schlafmangel, Alkohol, Nikotin oder viel Kaffee sein.
- Wenn Beschwerden wie Atemnot, Brustschmerz oder Schwindel dazukommen, ist eine Abklärung wichtig.
- Behandelt wird nur, wenn eine Grunderkrankung vorliegt oder die Extrasystolen stark belasten.
Wie entsteht der normale Herzrhythmus?
Damit das Herz Blut durch den Körper pumpt, zieht es sich regelmäßig zusammen. Der Takt kommt aus dem Sinusknoten, dem natürlichen „Schrittmacher“ des Herzens. Von dort laufen elektrische Impulse über die Vorhöfe zum AV-Knoten und weiter in die Herzkammern. So schlägt das Herz in Ruhe typischerweise 60 bis 80 Mal pro Minute.
Welche Arten von Herzrythmusstörungen gibt es?
Herzrhythmusstörungen können sich unterschiedlich zeigen:
Je nach Entstehungsort unterscheidet man Störungen aus den Vorhöfen (atrial) oder aus den Kammern (ventrikulär).
Was sind ventrikuläre Extrasystolen – und warum entstehen sie?
Ventrikuläre Extrasystolen entstehen in den Herzkammern. Sie sind eine häufige Ursache für Herzstolpern und treten sehr oft auch bei gesunden Menschen auf.
Häufige, harmlose Auslöser sind:
Manchmal stecken aber auch Herzerkrankungen dahinter, zum Beispiel:
Darum gilt: Wenn Extrasystolen neu sind, sehr häufig auftreten oder Beschwerden auslösen, lassen Sie das ärztlich prüfen.
Welche Symptome können bei Extrasystolen auftreten?
Viele Extrasystolen verursachen gar keine Beschwerden. Wenn doch, werden oft diese Symptome beschrieben:
- Beklemmung, Angstgefühl oder Panik
- Atemnot oder „nicht richtig Luft bekommen“
- Angina Pectoris/Brustschmerzen
- Übelkeit oder Magendruck
- Kopfschmerzen
- Schwindel oder Benommenheit
Wichtig: Treten Brustschmerz, starke Atemnot, Ohnmacht oder ausgeprägter Schwindel auf, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe holen.
Wie werden Extrasystolen diagnostiziert?
Ärztinnen und Ärzte klären zunächst, wie häufig die Extrasystolen sind und ob das Herz gesund ist.
Typische Untersuchungen sind:
Ziel ist immer: Gefährliche Ursachen ausschließen und die passende Behandlung finden.
Welche Therapie hilft bei ventrikulären Extrasystolen?
Behandelt werden Extrasystolen nur, wenn:
- eine Grunderkrankung vorliegt, oder
- die Extrasystolen stark belasten (zum Beispiel den Schlaf oder im Alltag stören).
Mögliche Therapien:
- Lebensstil anpassen: Stress reduzieren, Schlaf verbessern, Auslöser wie viel Koffein, Alkohol oder Nikotin meiden.
- Medikamente: Häufig Betablocker, die den Herzrhythmus stabilisieren.
- Katheterablation: Wenn Medikamente nicht reichen und die Extrasystolen klar aus einem „Störherd“ kommen, kann dieser per Katheter verödet werden.
Welche Therapie sinnvoll ist, hängt stark davon ab, warum die Extrasystolen auftreten.
Was können Sie selbst tun?
Wenn Ihr Herz gesund ist und keine Warnsymptome vorliegen, helfen oft schon kleine Schritte:
- Regelmäßige Pausen und Stressabbau
- Ausreichend Schlaf
- Koffein, Alkohol, Nikotin reduzieren
- Moderater Ausdauersport nach Rücksprache
- Blutdruck und ggf. Schilddrüse kontrollieren lassen
So unterstützen Sie Ihren Körper dabei, wieder in einen ruhigeren Rhythmus zu finden.
Fazit
Extrasystolen fühlen sich unangenehm an, sind aber sehr oft harmlos. Entscheidend ist, ob Ihr Herz gesund ist und ob Beschwerden dazukommen. Sprechen Sie bei neuen, häufigen oder belastenden Symptomen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – so bekommen Sie Sicherheit und bei Bedarf die richtige Therapie.
FAQ – Häufige Fragen zum Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW)
Herzstolpern beschreibt meist Extrasystolen – also zusätzliche Herzschläge. Oft folgt eine kleine Pause, die sich wie ein „Aussetzer“ anfühlt.
In den meisten Fällen nicht. Bei gesunden Herzen sind Extrasystolen häufig und harmlos. Gefährlich können sie werden, wenn eine Herzerkrankung dahintersteckt oder starke Symptome auftreten.
Typisch sind ein kurzer „Ruck“ im Brustkorb, Herzstolpern, Herzrasen oder das Gefühl, das Herz setze kurz aus. Viele Menschen spüren Extrasystolen aber gar nicht.
Häufig sind Stress, Schlafmangel, Alkohol, Nikotin oder viel Koffein beteiligt. Auch körperliche Belastung oder Infekte können Extraschläge begünstigen.
Wenn Extrasystolen neu auftreten, deutlich zunehmen oder Beschwerden wie Atemnot, Brustschmerz, Schwindel oder Ohnmacht dazukommen.
Sprechen Sie bei neuen, häufigen oder belastenden Symptomen mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen.