Bedeutung der Trinkmengenrestriktion und des Selbstmanagements bei präkapillärer pulmonaler Hypertonie mit Rechtsherzinsuffizienz

V. Heß (Heidelberg)1, N. Benjamin (Heidelberg)2, P. Xanthouli (Heidelberg)1, C. Resag (Heidelberg)1, S. Harutyunova (Heidelberg)2, C. Eichstaedt (Heidelberg)2, B. Egenlauf (Heidelberg)1, E. Grünig (Heidelberg)2
1Thoraxklinik - Heidelberg gGmbH Pneumologie und Beatmungsmedizin / Zentrum für Pulmonale Hypertonie Heidelberg, Deutschland; 2Universitätsklinikum Heidelberg Thoraxklinik Heidelberg, Deutschland

Hintergrund: Rechtsherzinsuffizienz bei pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) ist mit einer erhöhten Hospitalisierungsrate und einer eingeschränkten Prognose assoziiert. Das Ziel dieser Studie war es, den Einfluss einer intensivierten Anleitung zur Trinkmengenrestriktion (TMR) auf Rechtsherzgröße und Krankheitsverlauf bei PAH-Patienten*innen zu analysieren.
Methoden: In dieser prospektiven, unizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie wurden Patient*innen mit hämodynamisch diagnostizierter PAH und Hinweis auf erhöhte Volumenbelastung oder akute Rechtsherzdekompensation zur Eingangsvisite und Verlaufskontrolle untersucht. Die Interventionsgruppe wurde zur TMR auf ≤1,5 l/d und Selbstmonitoring ihres Flüssigkeitshaushalts zu Beginn sowie durch Telefonvisiten im Verlauf geschult. Die Kontrollgruppe wurde leitliniengerecht behandelt und erhielt routinemäßig eine ärztliche Empfehlung zur TMR. Bei allen Studienteilnehmer*innen wurden die Trinkmenge, das Durstgefühl, die Compliance sowie die Lebensqualität durch Fragebögen erhoben. Der primäre Endpunkt stellte die echokardiografisch gemessene Veränderung der rechtsatrialen und rechtsventrikulären Fläche dar. Sekundäre Endpunkte bildeten klinische Parameter, wie Hämodynamik, Lebensqualität und körperliche Belastbarkeit.
Ergebnisse: 41 Patient*innen wurden in die Studie eingeschlossen (mittleres Alter 70,2±12,0 Jahre; 51,2% männlich; 70,7% WHO-Funktionsklasse III; 21 TMR). Während der Studie verstarben 6 Patient*innen (Intervention n=2; Kontrolle n=4). Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den primären und sekundären Endpunkten zwischen den beiden Gruppen. In beiden Gruppen wurde die Trinkmenge gleichermaßen reduziert (Intervention Δ -0,56±0,51 l; Kontrolle Δ -0,57±0,71 l). Zwischen Eingangsvisite und Verlaufskontrolle wurde bei allen Patient*innen eine signifikante Reduktion der rechtsatrialen Fläche beobachtet (RA Δ -2,09±5,88 cm2; p=0,049). Weitere echokardiografische Parameter, wie der systolische pulmonal arterielle Druck (sPAP Δ -7,90±14,68 mmHg; p=0,005) und der linksventrikuläre Exzentrizitätsindex (LV-EI Δ -0,09±0,22; p=0,020), verbesserten sich ebenfalls signifikant. Zudem reduzierte sich die Trinkmenge signifikant (Δ -0,57±0,60 l; p<0,001). Überdies konnte eine signifikante Verbesserung in der psychischen Gesundheit (Δ +6,67±18,57; p=0,047) und der körperlichen Funktion (Δ +8,03±20,04; p=0,028, Short Form Health Survey 36 (SF-36)) festgestellt werden, während die Symptome signifikant abnahmen (PAH-Symptoms and Impact Questionnaire; Δ -4,33±10,23; p=0,021). Es ergab sich kein signifikant verstärktes Durstgefühl durch die TMR (Δ -0,52±2,65; p=0,272). 
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass eine TMR bei PAH bereits durch eine Aufklärung im Rahmen der Routineuntersuchung und eine spezifische Anamnese der Flüssigkeitszufuhr erzielt werden kann. Eine TMR führte zu einer signifikanten Verbesserung der rechtsatrialen Fläche sowie des sPAPs, LV-EIs und der Lebensqualität. Zur weiteren Evaluation sind größere prospektive Studien erforderlich.