Hintergrund:
Die invasive Bestimmung des linksventrikulären end-diastolischen Drucks (LVEDP) kann entweder direkt im linken Ventrikel (LV) oder indirekt über die Messung des pulmonal-kapillären Wedge-Drucks (PCWP) in der Lungenstrombahn erfolgen. Da der PCWP-Wert den Füllungszustand des LV widerspiegelt, ist dieser Wert für die Beurteilung und Risikostratifikation von Herzinsuffizienz-Patienten von entscheidender Bedeutung. Kürzlich wurde ein CMR (kardiale Magnetresonanztomographie)-basierter PCWP-Wert (CMR-PCWP) eingeführt, der eine nicht-invasive bzw. indirekte Bestimmung des PCWP-Wertes ermöglicht. Die Bedeutung und der Nutzen dieses CMR-PCWP-Wertes ist bisher für die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) nicht untersucht.
Methodik:
Im Rahmen dieser monozentrischen Studie wurden N=41 Patienten mit HCM sowie N=20 gesunde Kontrollen umfassenden CMR-Untersuchungen unterzogen. Neben klassischen funktionellen bzw. volumetrischen Parametern erfolgte auch die Bestimmung des globalen longitudinalen LV-Strains (LV-GLS) sowie des CMR-PCWP-Wertes gemäß der folgenden Definition: CMR-PCWP = 5.7591 + (0.07505 x LAV) + (0.05289 x LVM) – (1.9927 x sex) [mit female= und male=1].
Ergebnisse:
Das Durchschnittsalter (59.3±14.7 vs. 41.1±15.2 Jahre; p<0.001), die LV-Ejektionsfraktion (65±6 % vs. 61±4 %; p=0.005) und auch die indexierte LV-Masse (74±23 vs. 44±7 g/m²; p<0.001) der HCM-Patienten lag – wie erwartet - jeweils signifikant höher als bei gesunden Kontrollen. Der LV-GLS-Wert lag für beide Kollektive noch im Normbereich – fiel jedoch bei den HCM-Patienten niedriger (schlechter) aus als bei den Kontrollen (-16.1±3.0 vs. -19.8±2.4 %; p<0.001). Der neue CMR-PCWP-Wert war bei den HCM-Patienten signifikant höher als bei den Kontrollen (19.3±4.1 vs. 13.7±1.1 mmHg; p<0.001). Innerhalb der HCM-Gruppe zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen dem CMR-PCWP-Wert und der LV-Masse (r=0.73; p<0.001), dem linksventrikulären enddiastolischen Volumen (LV-EDV: r=0.54; p<0.001) sowie dem rechtsventrikulären enddiastolischen Volumen (RV-EDV: r=0.54; p<0.001) – jedoch nicht zwischen dem CMR-PCWP-Wert und der LV-EF (r=-0.23; p=0.14) bzw. dem LV-GLS (r=0.13; p=0.43).
Schlussfolgerungen:
Der neue CMR-PCWP-Parameter stellt eine elegante und nicht-invasive Variante zur Abschätzung des PCWP bzw. LVEDP dar. Die fehlende Korrelation zwischen diesem neuen Parameter CMR-PCWP und der LV-EF bzw. dem LV-GLS sollte weiter untersucht werden und könnte auf einen klinisch-diagnostischen Mehrwert dieses Parameters insbesondere für HCM-Patienten mit normaler LV-EF bzw. normalem LV-GLS hinweisen.