Ein neuer CMR-Parameter zur indirekten Abschätzung des pulmonal-kapillären Wedge-Drucks (CMR-PCWP): Bedeutung für Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie

R. Bouras (Münster)1, M. Bietenbeck (Münster)2, A. Zlibut (Münster)2, V. Vehof (Münster)2, K. Isgandarova (Bad Oeynhausen)3, P. Stalling (Münster)2, S. Haj Kheder (Münster)4, N. Akyol (Münster)2, A. Yilmaz (Münster)2
1Universitätsklinikum Münster Klinik für Kardiologie I Münster, Deutschland; 2Universitätsklinikum Münster Herz-MRT-Zentrum Münster, Deutschland; 3Herz- und Diabeteszentrum NRW Klinik für Elektrophysiologie/ Rhythmologie Bad Oeynhausen, Deutschland; 4Universitätsklinikum Münster Cardio-MRT-Zentrum Münster, Deutschland

Hintergrund:

Die invasive Bestimmung des linksventrikulären end-diastolischen Drucks (LVEDP) kann entweder direkt im linken Ventrikel (LV) oder indirekt über die Messung des pulmonal-kapillären Wedge-Drucks (PCWP) in der Lungenstrombahn erfolgen. Da der PCWP-Wert den Füllungszustand des LV widerspiegelt, ist dieser Wert für die Beurteilung und Risikostratifikation von Herzinsuffizienz-Patienten von entscheidender Bedeutung. Kürzlich wurde ein CMR (kardiale Magnetresonanztomographie)-basierter PCWP-Wert (CMR-PCWP) eingeführt, der eine nicht-invasive bzw. indirekte Bestimmung des PCWP-Wertes ermöglicht. Die Bedeutung und der Nutzen dieses CMR-PCWP-Wertes ist bisher für die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) nicht untersucht.

 

Methodik:

Im Rahmen dieser monozentrischen Studie wurden N=41 Patienten mit HCM sowie N=20 gesunde Kontrollen umfassenden CMR-Untersuchungen unterzogen. Neben klassischen funktionellen bzw. volumetrischen Parametern erfolgte auch die Bestimmung des globalen longitudinalen LV-Strains (LV-GLS) sowie des CMR-PCWP-Wertes gemäß der folgenden Definition: CMR-PCWP = 5.7591 + (0.07505 x LAV) + (0.05289 x LVM) (1.9927 x sex) [mit female= und male=1].

 

Ergebnisse:

Das Durchschnittsalter (59.3±14.7 vs. 41.1±15.2 Jahre; p<0.001), die LV-Ejektionsfraktion (65±6 % vs. 61±4 %; p=0.005) und auch die indexierte LV-Masse (74±23 vs. 44±7 g/m²; p<0.001) der HCM-Patienten lag – wie erwartet - jeweils signifikant höher als bei gesunden Kontrollen. Der LV-GLS-Wert lag für beide Kollektive noch im Normbereich – fiel jedoch bei den HCM-Patienten niedriger (schlechter) aus als bei den Kontrollen (-16.1±3.0 vs. -19.8±2.4 %; p<0.001). Der neue CMR-PCWP-Wert war bei den HCM-Patienten signifikant höher als bei den Kontrollen (19.3±4.1 vs. 13.7±1.1 mmHg; p<0.001). Innerhalb der HCM-Gruppe zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen dem CMR-PCWP-Wert und der LV-Masse (r=0.73; p<0.001), dem linksventrikulären enddiastolischen Volumen (LV-EDV: r=0.54; p<0.001) sowie dem rechtsventrikulären enddiastolischen Volumen (RV-EDV: r=0.54; p<0.001) – jedoch nicht zwischen dem CMR-PCWP-Wert und der LV-EF (r=-0.23; p=0.14) bzw. dem LV-GLS (r=0.13; p=0.43).

 

Schlussfolgerungen:

Der neue CMR-PCWP-Parameter stellt eine elegante und nicht-invasive Variante zur Abschätzung des PCWP bzw. LVEDP dar. Die fehlende Korrelation zwischen diesem neuen Parameter CMR-PCWP und der LV-EF bzw. dem LV-GLS sollte weiter untersucht werden und könnte auf einen klinisch-diagnostischen Mehrwert dieses Parameters insbesondere für HCM-Patienten mit normaler LV-EF bzw. normalem LV-GLS hinweisen.