CMR-basiertes Therapiemonitoring der kardialen ATTR-Amyloidose unter laufender Tafamidis-Therapie

A. Zlibut (Münster)1, R. Bouras (Münster)2, M. Bietenbeck (Münster)1, V. Vehof (Münster)1, K. Isgandarova (Bad Oeynhausen)3, P. Stalling (Münster)1, S. Haj Kheder (Münster)4, N. Akyol (Münster)1, A. Yilmaz (Münster)1
1Universitätsklinikum Münster Herz-MRT-Zentrum Münster, Deutschland; 2Universitätsklinikum Münster Klinik für Kardiologie I Münster, Deutschland; 3Herz- und Diabeteszentrum NRW Klinik für Elektrophysiologie/ Rhythmologie Bad Oeynhausen, Deutschland; 4Universitätsklinikum Münster Cardio-MRT-Zentrum Münster, Deutschland

Hintergrund: Für die Therapie der kardialen Transthyretin (TTR)-Amyloidose (ATTR-CM) steht seit 2020 der TTR-Stabilisator Tafamidis zur Verfügung. Die Beurteilung von funktionellen bzw. strukturellen kardialen Veränderungen unter Tafamidis ist von entscheidender Bedeutung für Therapie-Entscheidungen. Entsprechende Verlaufsdaten, die auf akkuraten longitudinalen Untersuchungen mittels der kardialen MRT (CMR) beruhen, sind bisher sehr begrenzt. Im Rahmen dieser monozentrischen Studie wurden klassische und auch der neue CMR-Parameter „CMR-PCWP“, der eine indirekte CMR-basierte Abschätzung des pulmonal-kapillären Wedge-Drucks (PCWP) ermöglicht, bei Patienten mit ATTR-CM unter Tafamidis-Therapie longitudinal erfasst und genauer untersucht.

Methodik: Es wurden 39 Patienten mit gesicherter Wildtyp-ATTR-CM seriellen CMR-Untersuchungen a) zu Beginn der Therapie mit Tafamidis und b) im Schnitt nach 27±6 Mon. Therapiedauer unterzogen. Neben funktionellen bzw. volumetrischen Parametern erfolgte auch die Bestimmung des globalen longitudinalen LV-Strains (LV-GLS), der myokardialen T1- und ECV (extrazelluläres Volumen)-Mapping-Werte sowie des CMR-PCWP-Wertes gemäß der folgenden Definition: CMR-PCWP = 5.7591 + (0.07505 x LAV) + (0.05289 x LVM) (1.9927 x sex) [mit female= und male=1].

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der ATTR-CM-Patienten betrug zu Beginn der Studie 79±5 Jahre und umfasste ausschließlich männliche Wildtyp-ATTR-Patienten. Zu Beginn der Studie wurde im Vergleich zum Follow-up-Zeitpunkt eine mittlere LV-EF von 53±5 % vs. 47±8 % (p<0.001), ein LV-EDV von 88±14 ml/m² vs. 93±16 ml/m² (p=0.009), eine RV-EF von 53±8 % vs. 47±8 % (p<0.001), ein RV-EDV von 84±16 ml/m² vs. 91±22 ml/m² (p=0.054), eine LV-Masse von 95±20 g/m² vs. 97±21 g/m² (p=0.14), eine globale native T1-Zeit von 1086±37 ms vs. 1097±39 ms (p=0.018), ein globaler ECV-Wert von 51±9 % vs. 58±10 % (p<0.001), ein LV-GLS-Wert von -7.4±2.2 % vs. -5.2±1.8 % (p<0.001) und ein CMR-PCWP-Wert von 17.3±2.8 mmHg vs. 17.9±2.8 mmHg (p=0.010) registriert. Das NT-proBNP nahm von 1848±1693 pg/ml auf 3279±2926 pg/ml (p<0.001) zu. Eine auf den neuen CMR-Parameter CMR-PCWP-fokussierte Korrelationsanalyse ergab eine signifikante Korrelation zur globalen nativen T1-Zeit (r=0.44; p=0.005) und dem globalen ECV-Wert (r=0.34; p=0.036) – nicht zu den anderen CMR-Parametern und auch nicht zum NT-proBNP.

Schlussfolgerungen: In einem Beobachtungszeitraum von ca. 2,5 Jahren wurde für alle CMR-Parameter eine geringe, aber signifikante Verschlechterung trotz implementierter Tafamidis-Therapie bei Patienten mit Wildtyp-ATTR-CM beobachtet. Die nachgewiesene Korrelation des neuen CMR-PCWP-Parameters mit den Parametern T1 und ECV – bei gleichzeitig fehlender Korrelation zu den anderen funktionellen CMR-Parametern – ist vielversprechend, da dieser CMP-PCWP-Parameter sehr schnell (und ohne Kontrastmittelgabe) bestimmt werden kann und möglicherweise einen zusätzlichen Nutzen für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs bietet.