Vorhersagbarkeit thermischer Ösophagusläsionen bei Radiofrequenzablation von Vorhofflimmern unter Verwendung einer Ösophagus-Temperatursonde

V. T. Weisheit (Magdeburg)1, M. Schwaar (Magdeburg)1, J. Adler (Magdeburg)2, T. Gottstein (Magdeburg)2, H. Schmidt (Magdeburg)1
1Klinikum Magdeburg gemeinnützige GmbH Klinik für Kardiologie Magdeburg, Deutschland; 2Klinikum Magdeburg gemeinnützige GmbH Klinik für Gastroenterologie Magdeburg, Deutschland

Hintergrund: Die Katheter gestützte Pulmonalvenenisolation ist ein Grundpfeiler der Vorhofflimmertherapie. Die Radiofrequenzablation nutzt Wärmeenergie zur zirkulären Gewebeverödung an den beidseitigen Pulmonalvenen. Eine mögliche Komplikation hierbei ist die thermische Verletzung des Ösophagus. Um dies zu vermeiden, ist die Überwachung der dortigen Wärmeentwicklung durch eine Temperatursonde eine naheliegende Strategie, allerdings mit kontroversem Nutzen.  

Zielstellung: Ziel der Studie war es herauszufinden, ob die intra-operative Messung der Ösophagustemperaturen zu weniger thermischen Ösophagusläsionen führt, diese weniger schwerwiegend sind und ob diese mit den gemessenen Maximaltemperaturen korrelieren.

Methodik: Es wurden 406 Radiofrequenz-Ablationsprozeduren untersucht, von denen in 210 Fällen eine Temperatursonde eingesetzt wurde. Durch eine anschließende Ösophago-Gastro-Duodenoskopie erfolgte Beurteilung von Vorhandensein und Schweregrad thermischer Läsionen im Ösophagus. Anhand des verwendeten Katheters (Contact-Force oder Non-Contact-Force) sowie des Ablationssetups (Pulmonalvenenisolation oder Pulmonalvenenisolation mit Hinterwandisolation) wurden Subgruppen gebildet und analysiert.            

Ergebnisse: Die vorliegende Untersuchung zeigte ein fast 2,5-fach erhöhtes Risiko für das Auftreten thermischer Läsionen, wenn eine Temperatursonde eingesetzt wurde (p>0,001;[1,46 – 4,13]) und es traten signifikant mehr höhergradige Läsionen auf. Für die gemessene Maximaltemperatur konnte kein Zusammenhang demonstriert werden. Eine zusätzliche Hinterwandisolation und die Art des verwendeten Katheters (Contact-Force oder Non-Contact-Force) beeinflusste weder die Läsionsinzidenz noch den Läsionsgrad.

Zusammenfassung: In dieser Studie führte die intraoperative Temperaturmessung mittels Ösophagussonde nicht zu einer Reduktion thermischer Läsionen, sondern war im Gegenteil mit einer höheren Läsionsrate und -schwere verbunden, unabhängig vom Kathetertyp und Ablationssetup.