Einleitung: Ein Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses (OHCA) ist ein lebensbedrohlicher Notfall. In Deutschland liegt die Laienreanimationsquote nur bei 52 %, während Länder mit Schultraining wie Dänemark über 80 % erreichen. Die neuen ERC Leitlinien empfehlen altersgerechtes CPR-Training bereits ab 4 Jahren. Ziel war die Evaluation eines kindgerechten Reanimationstrainings hinsichtlich Wissen, Motivation und Selbstwirksamkeit.
Methoden: 303 Kinder einer Göttinger Grundschule (Klassen 1–4) erhielten ein 90-minütiges CPR-Training nach ERC-Leitlinien, durchgeführt von geschultem medizinischem Personal. Anschließend wurden Kinder in Interviews zu Wissen, Ängsten, Motivation und Selbstwirksamkeit befragt. Lehrkräfte und Eltern erhielten ergänzend Fragebögen.
Ergebnisse: 224 Kinder (>70 %) nahmen teil. Wissensfragen wurden >85 % korrekt beantwortet. 80 % fühlten sich nach dem Training in der Lage zu helfen, 72 % ohne Bedenken. 96 % hatten Spaß, 77 % wollten zuhause davon berichten, 69% taten dies von sich aus, weitere 27% auf Nachfrage. 93 % der Eltern hielten das Training für sinnvoll, 88 % für grundschulgeeignet. Lehrkräfte bewerteten das Training zu 79 % als sehr sinnvoll, 68 % fühlten sich fähig, es selbst zu unterrichten. Die Kinder zeigten gesteigerte Selbstwirksamkeit und Mut.
Diskussion: Flächendeckendes CPR-Training in Grundschulen kann die Laienreanimationsquote deutlich erhöhen. Es verbessert Wissen, Handlungssicherheit, Motivation und Selbstwirksamkeit. Grundschulkinder sind kognitiv in der Lage, Reanimation zu erlernen und fungieren als hochmotivierte Multiplikatoren.


