Hintergrund: Bei Patienten mit kardialer Amyloidose entwickelt sich im Rahmen der Myokardverdickung eine restriktive Kardiomyopathie, die mit einer diastolischen Erhöhung des linksventrikulären Füllungsdruckes bei erhaltener Ejektionsfraktion einhergeht (HFpEF). Der erhöhte Füllungsdruck wird bisher anhand echokardiographischer Merkmale, mithilfe invasiver Messungen oder durch einen Anstieg der natriuretischen Peptide (NT-proBNP) im Blut nachgewiesen. CMR-basierte Daten hinsichtlich der linksatrialen und linksventrikulären Füllungsdrücke (LAP und LVEDP) sind bei diesen Patienten limitiert. Methodik: Im Rahmen einer prospektiven, monozentrischen Studie wurden insgesamt N=74 Patienten mit gesicherter kardialer Transthyretin-Amyloidose (ATTR) sowie N=20 gesunde Kontrollen einer umfassenden CMR-Untersuchung unterzogen. Neben klassischen funktionellen Parametern erfolgte die Bestimmung des globalen longitudinalen LV-Strains (LV-GLS), der prä- und post-Kontrast-T1-Mapping-Aufnahmen mit Bestimmung des myokardialen Extrazellulärvolumens (ECV) sowie des CMR-PCWP-Wertes gemäß der folgenden Definition: CMR-PCWP = 5.7591 + (0.07505 x LAV) + (0.05289 x LVM) – (1.9927 x sex) [mit female= und male=1]. Es wurden nur Patienten im Sinusrhythmus eingeschlossen. Zudem erfolgte zum Zeitpunkt der CMR-Untersuchung die Bestimmung des NT-proBNP-Spiegels. Ergebnisse: Die Gruppen waren Alters- und Geschlechts-gematched mit einem Durchschnittsalter von 79.5±5.5 (ATTR-Gruppe) vs. 75.4±5.9 Jahre (Kontrollen; p=0.09). Der mittlere NT-proBNP-Wert in der ATTR-Gruppe betrug 2383 ± 3640pg/ml. In der ATTR-Gruppe wurde im Vergleich zu den gesunden Kontrollen eine niedrigere LV-EF (52,4 ± 8,1% vs. 63,6 ± 6,0%; p<0,001), eine höhere LV-Masse (90,2 ± 18,5g/m² vs. 52,6 ± 15,1g/m²; p<0,001), eine niedrigere RV-EF (51,9 ± 8,2% vs. 61,7 ± 8,1%; p<0,001), eine höhere native globale T1-Zeit (1088 ± 46ms vs. 992 ± 27ms; p<0,001) sowie ein höherer ECV-Wert (59 ± 17% vs. 29 ± 3%; p<0,001) gemessen. Die Strain-Analyse ergab für die ATTR-Gruppe im Vergleich zu den gesunden Kontrollen eine reduzierte LV-GLS (-10,0 ± 2,7% vs. -17,1 ± 2,3%; p<0,001). Der CMR-PCWP-Wert war bei den ATTR-Patienten signifikant höher als bei den Kontrollen (22±3.3 vs. 15±2.7mmHg; p<0.001). Innerhalb der ATTR-Gruppe zeigte sich eine substantielle und signifikante Korrelation zwischen dem CMR-PCWP-Wert und der LV-Masse (r=0.64; p<0.001), dem LA-Volumen (r=0,80; p<0.001) sowie dem Serum-Biomarker NT-proBNP (r=0.42; p<0.001) – als Indikator für das Ausmaß der diastolischen Herzinsuffizienz. Schlussfolgerungen: Der CMR-PCWP-Parameter stellt eine nicht-invasive Variante zur Abschätzung des Füllungsdruckes im linken Ventrikel dar und zeigte in dieser Studie zudem eine relevante Korrelation zum Herzinsuffizienz-Marker NT-proBNP. Das könnte auf einen klinisch-diagnostischen Mehrwert dieses Parameters insbesondere für Amyloidose-Patienten mit normaler LV-EF bzw. normalem LV-GLS hinweisen und sollte weiter untersucht werden.