Einleitung: Smartwatches (SW) haben sich als zuverlässiges Instrument zur Erkennung von VHF in der Allgemeinbevölkerung erwiesen1. Allerdings sind nicht viele Daten bezüglich der zeitlichen Passgenauigkeit der Detektion von VHF zwischen aktiv geschriebenen EKG und Photoplethysmography (PPG) Signal publiziert und mit ICMs (implantet cardiac loop recoder) verglichen worden. Die DFG geförderte prospektive, intraindividuell kontrollierte, multizentrische WATCH-AFib-Studie2 untersucht, ob die VHF-Detektion mittels SW im Kollektiv der Patienten:innen mit kryptogener TIA/ischämischem Schlaganfall vergleichbar mit der mittels ICM ist. Im Rahmen dieser Studie wurden nun gesondert Daten der Autodetektion von VHF mittels aktiv geschriebenem EKG und automatisch erfasstem PPG-Signal der SW analysiert, mit der Frage, ob hier signifikante Unterschiede zwischen SW EKG und SW PPG in der Diagnose VHF als auch dem Zeitpunkt vorliegen.
Methoden: Die SW (ScanWatch, Withings) bietet einen Algorithmus zur automatischen VHF Erkennung basierend auf manuellen Einkanal-EKG sowie der Analyse des maximal alle 10 Minuten erfassten PPG-Signals. Alle Patienten sind angewiesen zweimal täglich ein EKG zu schreiben und die Uhr möglichst durchgängig zu tragen. Das Telemedizin Zentrum (TMC) des Klinikums Rechts der Isar überprüft, ob die Patienten online sind und überträgt die Rohdaten und EKGs. Alle EKGs und Device Befunde wurden von zwei unabhängigen Kardiologen:innen geblindet bewertet. Aktuell wurde nun SW Ergebnis der Detektion des VHF in einer dichotomen Variablen (positiv vs. nicht positiv) als Häufigkeitsauswertung analysiert.
Ergebnisse:
Im Zeitraum vom 10/2024 bis 10/2025 wurden insgesamt 46 Patienten überwacht und 14984 SW-EKGs ausgewertet. Der SW-Algorithmus detektierte für 252 SW EKGs und 156 SW PPG Messungen ein VHF bei insgesamt 14 Patient:innen.
Nur bei 5 von 14 Patient:innen (36%) liegt die Messung am gleichen Tag vor, insgesamt bei 57 Messungen mit einer Abweichung +- 3h. Die Diagnose VHF wurde bei allen 5 Patienten von den Fachärzten:innen bestätigt werden. Der ICM konnte für das gleiche Datum ein VHF dokumentieren.
Diskussion: Das untersuchte Kollektiv von Patient:innen mit kryptogenem Schlaganfall oder TIA bietet eine klinisch besonders relevante Kohorte. Die intraindividuelle Gegenüberstellung von PPG- und EKG-Daten liefert erstmals valide Erkenntnisse zur diagnostischen Übereinstimmung unter realen Bedingungen. Sowohl Smartwatch-EKG als auch PPG konnten Vorhofflimmern detektieren, wobei sich zeigte, dass beide Methoden zeitlich nicht streng synchron messen und das PPG Signal deutlich weniger häufig ein VHF detektiert. Die beobachteten zeitliche Abweichungen von bis zu drei Stunden weisen vermutlich auf Unterschiede in Messfrequenz, Sensitivität oder individuelle Rhythmusvariabilität hin. Weitere Analysen der WATCH-AFIB-Studie werden genauere Aussagen zur diagnostischen Genauigkeit und klinischen Anwendbarkeit ermöglichen.