Hintergrund: Für die schwere Mitralinsuffizienz (MI) besteht mit der kathetergestützten Mitralklappenrekonstruktion (M-TEER) eine minimalinvasive Behandlungsoption, die Symptomatik und Prognose verbessert. Es wurde aber bisher nur in kleinen Patientengruppen untersucht, wie sich Leistungsfähigkeit und Atemeffizienz vor und nach M-TEER verändern. Für Patienten über 80 Jahren fehlen diese Daten völlig.
Methoden: Die Spiroergometrie gilt als Goldstandard zur Messung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit. Wir untersuchten 64 Patienten (Median 81,5 Jahre [IQR 76-85 Jahre], 66% weiblich) vor und 3 Monate nach M-TEER mit Spiroergometrie und Echokardiographie.
Ergebnisse: Der Anteil von Patienten mit MI 3° wurde von 97% auf 8% reduziert, 70% hatten postprozedural eine MI 0 oder 1°. Die Prävalenz von NYHA- Stadium III oder IV sank von 78% auf 9,5%. Die Leistungsfähigkeit (gemessen als peakVO2) blieb unverändert (13,9±3,7 auf 14,6±4,1 ml/min/kg; p=0,1), ebenso die arterio-alveoläre Sauerstoffdifferenz (AaDO2 von 37,2±14 auf 35,9±13,0 mmHg). Die Atemeffizienz (VE/VCO2-slope) verbesserte sich von 38,8 [IQR 47-32] auf 35,0 [IQR 54;30]; p<10-3; Abb. 1 links). Der Abbruchgrund verschob sich von Dyspnoe zu muskulärer Erschöpfung. Je mehr der linksatriale Druck (LAP) durch M-TEER gesenkt werden konnte, umso besser war die Atemeffizienz im Verlauf (Korrelation ΔLAP – VE/VCO2-slope; ρ=0,31; p=0,02; Abb. 1 rechts).

Schlussfolgerungen: M-TEER verbessert subjektiv (NYHA-Stadium) und objektiv (VE/VCO2-slope) die Dyspnoe. Hochbetagte Patienten können diese Verbesserung aber nicht in eine höhere Leistungsfähigkeit umsetzen.