Die geräteassoziierte Thrombose (Device-Related Thrombosis, DRT) stellt eine relevante Komplikation nach perkutanem Verschluss des linken Vorhofohrs (LAA) dar, jedoch werden Inzidenz und Prädiktoren in der Literatur uneinheitlich berichtet. Ziel dieser Metaanalyse war es, die gepoolte Inzidenz der DRT zu quantifizieren sowie konsistente klinische und prozedurale Risikofaktoren über aktuelle groß angelegte Studien hinweg zu identifizieren. Eine gezielte Literaturrecherche identifizierte vier große, begutachtete Studien und Register mit explizit berichteten DRT-Daten: PROTECT-AF, PREVAIL, CAP/CAP2 (n=1.739), EWOLUTION (n=835), Amulet IDE (n=1.788) und die Global Amplatzer Amulet Observational Study (n=1.078). Eine Random-Effects-Metaanalyse (DerSimonian–Laird) ergab eine gepoolte DRT-Rate von 3,31 % (95 %-KI 2,50–4,13 %) bei moderater Heterogenität (Q=20,6; τ²=0,00013).
Studienübergreifend traten DRT-Ereignisse bei Amulet-Devices überwiegend früh (≤ 45 Tage) auf, während bei Watchman-Systemen spätere Ereignisse (> 45 Tage) dominierten. Zu den klinischen Risikofaktoren zählten persistierendes Vorhofflimmern (OR 1,82; 95 %-KI 1,39–2,39), eine reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion < 50 % (OR 1,90; 95 %-KI 1,11–3,24) sowie eine chronische Nierenerkrankung (OR 2,37; 95 %-KI 1,52–3,67). Prozedurale und device-bezogene Faktoren wie eine tiefe Implantationsposition oder Oversizing waren ebenfalls mit einem erhöhten DRT-Risiko assoziiert (OR 2,40; 95 %-KI 1,37–4,21). Die Unterbrechung oder mangelnde Adhärenz zur antithrombotischen Therapie stellte den stärksten unabhängigen Prädiktor dar (OR 3,22; 95 %-KI 1,94–5,34).
Insgesamt liegt die Inzidenz der DRT in aktuellen Studien zum LAA-Verschluss bei etwa 3–4 % und entspricht damit den Ergebnissen früherer Übersichtsarbeiten. Die Mehrzahl der Fälle tritt in den ersten Monaten nach Implantation auf und wird maßgeblich von der Device-Positionierung sowie dem postprozeduralen Therapieregime beeinflusst. Trotz methodischer Heterogenität zeigt sich, dass Komorbiditäten der Patient*innen, die Implantationstechnik und das antithrombotische Management entscheidend zum DRT-Risiko beitragen. Standardisierte Nachsorge- und Bildgebungsprotokolle sind notwendig, um die Detektion und Prävention zu verbessern.