Auswirkungen der Behandlung der zentralen Schlafapnoe mit transvenöser Stimulation des N. phrenicus auf nächtliche Herzrhythmusstörungen

P. Mau (Regensburg)1, M. Enzmann (Regensburg)1, S. McKane (Minnetonka)2, R. Germany (Minnetonka)2, J. Pec (Regensburg)1, M. Arzt (Regensburg)1
1Universitätsklinikum Regensburg Klinik und Poliklinik für Innere Med. II, Kardiologie Regensburg, Deutschland; 2ZOLL Respircadia Minnetonka, USA
Hintergrund: Die zentrale Schlafapnoe (CSA) ist eine schwerwiegende Atmungsstörung, für welche die transvenöse Stimulation des N. phrenicus (TPNS) eine empfohlene Therapieoption darstellt. Sowohl die CSA selbst als auch ihre Behandlung werden mit der Entstehung nächtlicher Herzrhythmusstörungen (HRST) in Verbindung gebracht. Die Auswirkungen der TPNS-Behandlung der CSA auf nächtliche HRST sind jedoch unbekannt. Daher war das Ziel dieser Studie, zu untersuchen, ob TPNS bei Patienten mit CSA nächtliche HRST reduziert oder auslöst.

Methoden: Im Rahmen der prospektiven, multizentrischen, randomisierten remedē System Pivotal Studie (NCT01816776) wurden Patienten mit mittel- bis schwergradiger CSA nach Implantation des TPNS-Systems in die Behandlungsgruppe (Stimulation) oder die Kontrollgruppe (keine Stimulation) randomisiert. Diese Substudie wurde als Complete-Case-Analyse konzipiert und schloss nur Patienten mit auswertbaren EKG-Daten der Ausgangs- und Nachuntersuchungen ein. Nächtliche EKG-Aufzeichnungen aus polysomnographischen Messungen zu Studienbeginn und sieben Monate nach Implantation (Nachuntersuchung) wurden halbautomatisch analysiert.

Ergebnisse: 116 Patienten (91% männlich, Durchschnittsalter 63 Jahre, durchschnittlicher BMI 31,1 kg/m2, 59% mit Herzinsuffizienz) wurden auf ventrikuläre Herzrhythmusstörungen untersucht, wobei die Behandlungsgruppe 53 Patienten und die Kontrollgruppe 63 Patienten umfasste. Die Behandlungs- und Kontrollgruppen wiesen zum Ausgangszeitpunkt vergleichbare Medianwerte der Anzahl supraventrikulärer Extrasystolen (SVES) pro Stunde auf (2,0 [0,3-12,1] und 1,5 [0,3-13,8]). Sieben Monate nach Implantation des TPNS-Systems betrugen diese Werte 1,7 [0,6-8,1] und 1,1 [0,3-8,1]. Zum Ausgangszeitpunkt lag die mediane Anzahl ventrikulärer Extrasystolen (VES) pro Stunde in der Behandlungsgruppe bei 3,7 [0,2-36,5] und in der Kontrollgruppe bei 4,6 [0,4-32,9] und zur Nachuntersuchung bei 3,0 [0,2-23,1] bzw. 7,6 [0,4-55,8]. Die mediane Änderung der Anzahl stündlicher SVES (Behandlungsgruppe, -0,2 [-6,0-8,1] vs. Kontrollgruppe, 0,0 [-1,6-1,0]) und VES pro Stunde (Behandlungsgruppe, 0,0 [-2,6-1,5] vs. Kontrollgruppe, 0,3 [-0,9-15,2]) war in beiden Gruppen ähnlich.

Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse stützen nicht die Hypothesen, dass die Behandlung der CSA mit TPNS nächtliche HRST reduziert oder dass TPNS nächtliche HRST bei CSA-Patienten auslöst. Zur Überprüfung dieser Ergebnisse sind weitere Studien mit einer größeren Patientenzahl erforderlich.

Finanzierung: Diese Studie wurde von Zoll Respicardia unterstützt.