Der Einfluss kardiovaskulärer Fitness und des Geschlechts auf extrazelluläre Vesikel nach intensiver körperlicher Belastung bei gesunden älteren Erwachsenen

Y. Lading (Magdeburg)1, P. Müller (Magdeburg)1, A. Garza (Magdeburg)2, I. Dunay (Magdeburg)2, R. Braun-Dullaeus (Magdeburg)1
1Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Magdeburg, Deutschland; 2Otto-von-Guericke Universität Magdeburg Institut für Inflammation und Neurodegeneration Magdeburg, Deutschland

Hintergrund: Körperliche Aktivität stellt eine kostengünstige Maßnahme zur kardiovaskulären Prävention dar. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch bislang nur unvollständig verstanden. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten auf eine potenziell vermittelnde Rolle extrazellulärer Vesikel (EVs) hin.

Methodik: In dieser Studie wurden die Effekte einer akuten, intensiven Belastungsintervention auf EVs bei 19 gesunden älteren Personen (Medianalter: 67 Jahre; 47 % weiblich) untersucht. Blutproben wurden hierbei vor Beginn der körperlichen Intervention, sowie 30 Minuten und 24 Stunden postinterventionell entnommen.

Ergebnisse: Die durchflusszytometrischen Analysen zeigten nach 24 Stunden relevante Konzentrationszunahmen von EVs im Blutplasma. Dies zeigte sich an erhöhten Spiegeln der Tetraspanin-Marker CD9, CD63 und CD81. Des Weiteren zeigten sich geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich CD4- und HLA-ABC-positiver EVs. Eine detaillierte Analyse von 34 exosomalen Oberflächenepitopen zeigte zudem eine signifikante Zunahme der CD69-Expression, wohingegen die Expression von CD62P, CD42a und CD29 signifikant abnahm. Darüber hinaus wurden geschlechtsspezifische Unterschiede sowie Einflüsse der kardiopulmonalen Fitness (z. B. VO₂max, arterielle Gefäßsteifigkeit) auf die EV-Profile beobachtet.

Zusammenfassung: Die Ergebnisse zeigen, dass hochintensive körperliche Belastung mit einer verstärkten Freisetzung extrazellulärer Vesikel assoziiert ist – insbesondere bei Personen mit höherem Maß an kardiovaskulärer Fitness. Zukünftige Studien sollten die klinische Relevanz von EVs im Zusammenhang mit den positiven Effekten körperlicher Aktivität auf die kardiovaskuläre Gesundheit weiter untersuchen.