Ein-Jahres-Outcome nach Hochrisiko-Koronarintervention mit und ohne Impella-Unterstützung: eine Propensity-Score-Matched-Analyse

J. M. Zimodro (Warschau)1, A. Pietrasik (Warschau)1, T. Pawłowski (Warschau)2, D. Cieśla (Zabrze)3, J. Sacha (Opole)4, M. Grygier (Poznan)5, J. Kochman (Warschau)1, W. Wojakowski (Katowice)6, K. Mizia-Stec (Katowice)7, Z. Kalarus (Zabrze)8, G. Smolka (Katowice)9, M. Gąsior (Katowice)10, A. Gąsecka (Warschau)1
1Medical University of Warsaw I Chair and Department of Cardiology Warschau, Polen; 2National Medical Institute of the Ministry of the Interior and Administration Warschau, Polen; 3Silesian Center for Heart Diseases Department of Science and New Technologies Zabrze, Polen; 4University Hospital in Opole Department of Cardiology Opole, Polen; 5Poznan University of Medical Sciences Poznan, Polen; 6Medical University of Silesia Division of Cardiology and Structural Heart Diseases Katowice, Polen; 7School of Medicine in Katowice, Medical University of Silesia 1st Department of Cardiology Katowice, Polen; 8Silesian Center for Heart Diseases, Medical University of Silesia Department of Cardiology, Congenital Heart Disease and Electrotherapy Zabrze, Polen; 9School of Health Sciences in Katowice, Medical University of Silesia Department of Cardiology Katowice, Polen; 10School of Medical Sciences in Zabrze, Medical University of Silesia 3rd Department of Cardiology Katowice, Polen
Hintergrund: Die Impella-Mikroaxialpumpe wird zunehmend zur Kreislaufunterstützung bei Hochrisiko-Koronarinterventionen (HR-PCI) eingesetzt. Die Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit der geschützten HR-PCI beruht bislang überwiegend auf Registerdaten und Beobachtungsstudien. Das Ziel dieser Arbeit war es, das Ein-Jahres-Outcome nach geschützter und ungeschützter HR-PCI zu vergleichen.
Methodik: Das multizentrische, retrospektive IMPELLA-PL-Register erfasste 138 Patienten, die in den Jahren 2014-2021 einer geschützten HR-PCI zugeführt wurden. Als Kontrollgruppe dienten Patienten aus dem retrospektiven CardioSilesia-Register, die zwischen 2014 und 2023 eine ungeschützte HR-PCI erhielten. Die Zuordnung erfolgte mittels 1:1 Propensity-Score-Matching. Die primären Endpunkte umfassten die Gesamtmortalität, den Myokardinfarkt, den Schlaganfall, die Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz sowie die erneute Revaskularisation innerhalb eines Jahres nach Entlassung.
Ergebnisse: Die klinischen sowie angiographischen Parameter waren zwischen den beiden Gruppen vergleichbar. Dyslipidämie (78% vs. 38%; p<0.001), chronische Nierenerkrankung (40% vs. 17%; p<0.001) und periphere arterielle Verschlusskrankheit (34% vs. 8%; p<0.001) kamen jedoch in der Impella-Gruppe häufiger vor. Der intravaskuläre Ultraschall wurde bei geschützter HR-PCI häufiger eingesetzt (44% vs. 25%, p=0.002), während eine stufenweise Revaskularisation seltener als bei ungeschützter HR-PCI durchgeführt wurde (16% vs. 30%, p=0.007). Nach einem Jahr fanden sich hinsichtlich der Gesamtmortalität, des Schlaganfalls und der erneuten Revaskularisation keine signifikanten Unterschiede. Myokardinfarkt trat nach geschützter HR-PCI seltener auf (1% vs. 11%; p=0.003). Die Rate Herzinsuffizienz-bedingter Hospitalisierungen war nach geschützter HR-PCI tendenziell niedriger (9% vs. 18%; p=0.055).
Schlussfolgerungen: Im Vergleich zu Patienten, die eine ungeschützte HR-PCI erhielten, wiesen die Impella-unterstützten Patienten trotz ungünstigerem Risikoprofil ein ähnliches Ein-Jahes-Outcome mit einer niedrigeren Myokardinfarktrate auf. Randomisierte Studien mit größeren Stichproben sind erforderlich, um den Nutzen der Impella-Unterstützung bei HR-PCI zu validieren.