Prädiktiver Wert des rechtsatrialen Strains für das RV-PA Coupling bei mit Tafamidis behandelten Patienten mit Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie

J. Mörike (Ulm)1, D. Felbel (Ulm)1, F. von Sanden (Ulm)1, W. Rottbauer (Ulm)1, D. Buckert (Ulm)1, N. Nita (Ulm)1
1Universitätsklinikum Ulm Klinik für Innere Medizin II Ulm, Deutschland

Hintergrund: Ein beeinträchtigtes RV-PA Coupling ist bei Patienten mit Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie (ATTR-CM) mit einer schlechten Prognose verbunden. Die Wirkung von Tafamidis auf das RV-PA Coupling sowie der prädiktive Wert des rechtsatrialen (RA) Reservoir Strain für das RV-PA Coupling wurden jedoch bislang nur unzureichend untersucht.

Zielsetzung: Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Tafamidis auf das RV-PA Coupling  und die prognostische Rolle des RA Reservoir Strain auf das RV-PA Coupling über einen Behandlungszeitraum von 12 Monaten zu bewerten.

Methoden: 101 Patienten mit ATTR-CM, die täglich mit 61 mg Tafamidis behandelt wurden und zu Studienbeginn einer multimodalen Bildgebungsuntersuchung mittels kardiovaskulärer Magnetresonanztomographie (CMR) und Echokardiographie unterzogen wurden, wurden retrospektiv untersucht. Das 12-Monats Follow-up umfasste eine echokardiographische Evaluation des RV-PA Coupling. Eine signifikante Verbesserung des RV-PA Coupling wurde als eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen der Tricuspid Annular Plane Systolic Excursion (TAPSE) und dem systolischen Druck in der Pulmonalarterie (PASP) um >10 % gegenüber dem Ausgangswert definiert.

Ergebnisse: Über einen Zeitraum von 12 Monaten unter Tafamidis-Behandlung zeigten 21,8 % der Patienten eine signifikante Verbesserung des RV-PA Coupling. Patienten mit verbessertem RV-PA Coupling befanden sich vor der Behandlung mit Tafamidis in einem früheren Stadium der Erkrankung mit weniger dilatiertem RV, weniger beeinträchtigtem RV-PA Coupling und höherem RA-Reservoir Strain (12,9 ± 1,9 % gegenüber 9,6 ± 2,6 %, P < 0,001) als Patienten ohne Verbesserung des RV-PA Coupling. Der CMR-basierte RA Reservoir Strain zu Studienbeginn war der stärkste Prädiktor für eine Verbesserung des RV-PA Coupling (HR 0,43, 95 % CI 0,23–0,82, P = 0,011), gefolgt vom NT-proBNP-Wert vor Einleitung von Tafamidis (HR 0,998, 95 % CI 0,996–0,999, P = 0,049).

Schlussfolgerungen: Der RA Reservoir Strain hat einen signifikanten prognostischen Wert für das RV-PA Coupling bei Patienten mit ATTR-CM, die mit Tafamidis behandelt werden. Die CMR-basierte Evaluation des RA Reservoir Strain vor Beginn der Tafamidis-Behandlung kann als Prädiktor für das Ansprechen auf die Therapie und die Verbesserung der RV-Funktion bei Patienten mit ATTR-CM dienen.