Hintergrund: Bei kardiogenem Schock infolge eines Myokardinfarkts, insbesondere in der Subgruppe des ST-Hebungs-Myokardinfarkts (STEMI-CS), könnte eine mechanische Kreislaufunterstützung (MCS) das Überleben verbessern. Ob Zentren mit Verfügbarkeit von MCS (MCS-Zentren) bei STEMI-CS bessere Ergebnisse erzielen als Zentren ohne MCS-Verfügbarkeit (Nicht-MCS-Zentren), ist unklar.
Ziel: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der MCS-Verfügbarkeit und der Prognose bei STEMI-CS.
Methoden: Sekundäranalyse des prospektiven „Feedback Intervention and Treatment Times in ST-segment Elevation Myocardial Infarction“ (FITT-STEMI)-Registers. Die Verfügbarkeit von MCS in allen teilnehmenden Zentren im Zeitraum 2013–2022 wurde analysiert. Primärer Endpunkt war die Krankenhausmortalität.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 5604 Patienten mit STEMI-CS bei Krankenhauseinweisung eingeschlossen (mittleres Alter 65,3 Jahre, Rate primärer perkutaner Koronarintervention (PCI) 86,5 %, Krankenhausmortalität 44,7 %). Davon wurden 4340/5604 (77,4 %) STEMI-CS in MCS-Zentren und 1264/5604 (22,6 %) in Nicht-MCS-Zentren behandelt. Patienten in MCS-Zentren waren jünger (65,1 vs. 66,0 Jahre; p = 0,045), wurden seltener im Krankenhaus reanimiert (31,4 % vs. 35,1 %; p = 0,013) und hatten längere Kontakt-zu-Ballon-Zeiten (120,7 vs. 114,6 Minuten; p = 0,008). Die Krankenhausmortalität betrug 44,7 % in MCS-Zentren gegenüber 45,0 % in Nicht-MCS-Zentren (OR 0,985; 95%-KI 0,869–1,118; p = 0,820). Eine Adjustierung für Zeittrends und Zentereffekte bestätigte eine ähnliche Krankenhausmortalität in MCS-Zentren (OR 0,936; 95%-KI 0,804–1,091; p = 0,397). Nach Propensity-Score-Matching zeigte sich ebenfalls keine Differenz der Krankenhausmortalität zwischen MCS- und Nicht-MCS-Zentren (45,8 % vs. 43,7 %; OR 1,070; 95%-KI 0,888–1,288; p = 0,478).
Schlussfolgerung: In einem großen, unselektierten Register von Patienten mit STEMI-CS war die Verfügbarkeit von MCS nicht mit einer verbesserten Krankenhausüberlebensrate assoziiert.