Fulminante Lungenembolie im septischen OP: Erfolgreiche mechanische Thrombusaspiration mit dem 18-Fr-AlphaVac-System

P. J. Scheene (Bochum)1, L. Bösche (Bochum)1, M. Seiffert (Bochum)1, A. Aweimer (Bochum)1
1Berufsgenossenschaftlliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH Medizinische Klinik II, Kardiologie und Angiologie Bochum, Deutschland

Hintergrund: Eine high-risk Lungenembolie im perioperativen Setting einer Notfall-OP kann herausfordernd sein; die systemische Lyse ist absolut häufig kontraindiziert. Die katheterbasierte mechanische Thrombusaspiration kann die hämodynamische Stabilisierung beschleunigen und lebensrettend sein.
Fall Präsentation: Ein 50-jähriger Patient ohne Vorerkrankungen stellte sich über den Schockraum nach Synkope und mit zunehmenden Schmerzen im rechten Unterschenkel vor. Er imponierte septisch und hämodynamisch instabil. Klinisch zeigte sich eine nekrotisierende Fasziitis des rechten Beins mit Indikation zur sofortigen Amputations-OP. Das Polytrauma-Spiral-CT zeigte ,,nebenbefundlich‘‘eine Lungenembolie mit totaler Okklusion der rechten Pulmonalarterie und ausgeprägter Rechtsherzbelastung. Im Rahmen der Amputations-OP kam es dann zu konsekutiver hämodynamischer Instabilität. Noch im OP- Saal erfolgte daher eine interventionelle mechanische Thrombus-Aspiration mittels 18-Fr-Aspirationskanüle (AlphaVac-Systems).  Die Prozedur verlief komplikationslos und stabilisierte den Patienten unmittelbar. Die Rechtsherzbelastung und der Katecholaminbedarf reduzierten sich signifikant. Im Follow Up zeigte sich ein unauffälliger echokardiografischer Befund ohne Zeichen einer Rechtsherzbelastung. Der Patient konnte in gutem Allgemeinzustand das Krankenhaus verlassen.
Schlussfolgerung: Die mechanische Thrombusaspiration bei akuter Lungenembolie ist eine effektive und sichere Strategie zur raschen Reduktion von Thrombuslast und Rechtsherzbelastung. Eine hierzu begleitende und gezielte ACT-gesteuerte Heparinisierung ist auch im operativen Kontext risikoarm umsetzbar. Insbesondere in perioperativen Notfallsituationen und bei Kontraindikationen zur systemischen Lyse kann dies eine sinnvolle Therapiealternative darstellen.

Abbildung 1: 1) Klinischer Befund der nektrotisierenden Fasziitis des linken Unterschenkels  2) einliegender 18-Fr- AlphaVac- Katheter im Truncus Pulmonalis (RAO Kranial) 3 + 4) modifizierter RV- Inflow im Follow View im TEE ohne nachweisbare Rechtherzbelastung – weitere Bilder folgen bei Fallpräsentation.