Hintergrund:
Das elektroanatomische Mapping ist ein zentrales Werkzeug bei der Ablation ventrikulärer Tachykardien (VT). Fortschritte in der Signalverarbeitung ermöglichen heute eine verbesserte zeitliche und räumliche Präzision. Ein neuer frequenzbasierter Aktivierungsalgorithmus zur Identifikation des Nahfeldes (Near-Field, NF) soll die lokale Signaldetektion optimieren.
Ziel:
Vergleich des neuen Near-Field-Algorithmus mit der klassischen dv/dt-Annotation im Omni- und bipolaren Mapping.
Methoden:
Bei 40 Patient:innen (83 % männlich, 28,7 ± 5,6 Jahre, LVEF 41 ± 13 %) mit anhaltender VT wurden Mappings mit dem Ensite X-System (Abbott) durchgeführt. Bei 11 Patient:innen konnte eine stabile VT induziert und zusätzlich eine Sinusrhythmus-Karte erstellt werden. Aktivierungszeitpunkte wurden sowohl mittels Near-Field-Algorithmus (höchste lokale Frequenz) als auch mittels klassischem maximal negativem dv/dt bestimmt. Verglichen wurden omnipolare (Richtungsunabhängigkeit) und klassische bipolare Ableitungen.
Ergebnisse:
Die mittlere Signal-Frequenz war zwischen omni- und bipolaren Karten vergleichbar (297 ± 131 Hz vs. 302 ± 129 Hz; p < 0,01). Omnipolare Karten zeigten jedoch signifikant höhere Spannungen (1,73 ± 3,07 mV vs. 1,20 ± 2,09 mV; p < 0,01). Der Near-Field-Algorithmus zeigte tendenziell höhere Frequenzen und Spannungen als dv/dt, sowohl im Omni- (304 ± 135 Hz vs. 297 ± 131 Hz; 1,81 ± 2,34 mV vs. 1,68 ± 3,15 mV) als auch im bipolaren Mapping, ohne statistische Signifikanz.
Schlussfolgerung:
Omnipolares Mapping liefert höhere Spannungswerte als bipolares Mapping. Der Near-Field-Algorithmus zeigt eine leichte Verbesserung der Signalqualität gegenüber der klassischen dv/dt-Annotation und könnte die Identifikation des wahren Aktivierungspunkts im VT-Mapping weiter optimieren.
