Jugulärer Zugang zur Implantation von Helix-basierten Leadless-Pacemakern: Erste klinische Erfahrungen bei 30 Patienten

E. Luisa (Düsseldorf)1, J. Schmidt (Düsseldorf)1, C. auf der Heiden (Düsseldorf)1, N. Augustin (Düsseldorf)1, P. Herzum (Düsseldorf)1, S. Angendohr (Düsseldorf)1, O. R. Rana (Düsseldorf)1, M. Spieker (Düsseldorf)1, A. G. Bejinariu (Düsseldorf)1, M. Kelm (Düsseldorf)1, D. Oehler (Düsseldorf)2, D. Glöckner (Düsseldorf)1
1Universitätsklinikum Düsseldorf Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie Düsseldorf, Deutschland; 2Universitätsklinikum Düsseldorf Klinik f. Kardiologie, Pneumologie und Angiologie Düsseldorf, Deutschland
Hintergrund: Leadless Pacemaker (LP) stellen eine moderne Alternative zu herkömmlichen transvenösen Herzschrittmachern dar und reduzieren das Risiko von Sonden- und Aggregatkomplikationen. Standardmäßig erfolgt die Implantation über die V. femoralis. Bei Patienten mit eingeschränktem femoralem Zugang (z. B. aufgrund von Gefäßerkrankungen, anatomischen Besonderheiten oder Infektionen) gewinnt jedoch der juguläre Zugangsweg als mögliche Alternative zunehmend an klinischer Bedeutung. Insbesondere bei komplexen Anatomien kann die empfohlene septale Positionierung herausfordernd sein. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass der juguläre Zugang potenziell kürzere Eingriffszeiten sowie ein reduziertes Risiko vaskulärer Komplikationen bieten könnte. Methode: Es wurden insgesamt 30 Patienten eingeschlossen, die im Zeitraum von 05/2024 bis 09/2025 am Universitätsklinikum Düsseldorf einen Helix-basierten LP über den rechtsjugulären Zugangsweg implantiert bekamen. Die Entscheidung für den jugulären Zugang erfolgte individuell auf Basis klinischer Kriterien, insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko oder vorangegangenen Trikuspidalklappeneingriffen. Erfasst wurden prozedurale Parameter einschließlich Implantationsdauer sowie die elektrischen Messwerte (Sensing, Stimulationsschwelle, Impedanz) zu drei Zeitpunkten: intraoperativ, am 1. postoperativen Tag sowie nach einem Monat. Ergebnisse: Das Patientenalter zeigte einen Durchschnitt von 73,96 ± 12.86. Gründe für die LP-Implantation waren aktive Immunosupression (n=7, 23,3%), Trikuspidalklappeninterventionen (n=6, 20%), aktive onkologische Therapien (n= 8, 26,7%) und eine erhöhtes Infektionsrisiko oder Zustand nach Endokarditis (n=9, 30%). Die mittlere Implantationszeit betrug 51,97 ± 30,81 Minuten. Die Stimulationsschwelle betrug intraoperativ 1,03 ± 0,72 V und verbesserte sich bis zum 1. postoperativen Tag auf 0,75 ± 0,52 V. Nach einem Monat lag sie im Mittelwert bei 0,80 ± 0,87 V. Bezüglich der Impedanz zeigte sich im Vergleich zur Implantation am 1. postoperativen Tag ein Abfall  (785.09Ω vs. 690.29 Ω,  p = 0,013) sowie ein hochsignifikanter Abfall bis zum 1-Monats-Follow-up (785.09 Ω vs 661.25 Ω,  p < 0,001), während sich zwischen Tag 1 und Monat 1 kein signifikanter Unterschied ergab (p = 0,051). Die Sensing-Amplituden blieben über den Verlauf stabil (p = 0,035), mit 7,35 ± 3,44 mV intraoperativ, 6,97 ± 4,25 mV am 1. postoperativen Tag und 8,54 ± 6,09 mV nach 1 Monat. Komplikationen traten weder intra- noch postprozedural auf. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: In der vorliegenden Registerstudie konnten wir unsere Erfahrungen mit dem jugulären Zugangsweg beschreiben. Die Implantationsdaten zeigen gute elektrische Parameter sowohl bei der Implantation wie auch im Follow up. Ebenso ergaben sich bei nicht vorhandenen Komplikationen keine Sicherheitsbedenken. Der juguläre Zugangsweg stellt eine valide Alternative insbesondere bei herausfordernder Anatomie da. Limitationen ergeben sich aus dem retrospektiven Design und der limitierten Fallzahl. Hier muss durch zukünftige prospektive und multizentrische Daten der juguläre Zugang weiter validiert werden.