Einleitung:
Eine Perikardtuberkulose ist eine seltene Ursache für Perikarditis. Die Diagnose und die Therapie sind oft herausfordernd, aber sie sind entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Hier wird der komplizierte Verlauf einer Perikardtuberkulose bis zur Entstehung einer kontriktiven Perikarditis geschildert, obwohl eine angemessene tuberkulostatische Therapie durchgeführt wurde.
Fallvorstellung:
Ein 23-jähriger Patient stellte sich in der Notaufnahme vor, da er zunehmend unter Dyspnoe und Husten litt. Seit neun Monaten ist ein Perikarderguss bekannt, eine antiphlogistische Therapie wurde bereits durchgeführt, ohne dass sich der Perikarderguss verändert hat. Echokardiographisch zeigte sich ein hämodynamisch relevanter Perikarderguss, begleitet von einer Transaminasenerhöhung, sowie ein verdicktes Perikard. Es wurde eine notfallmäßige Perikardpunktion durchgeführt. In der Mikrobiologie konnte Mycobacterium africanum nachgewiesen werden Eine vierfache tuberkulostatische Therapie mit Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethionamid wurde über einen Zeitraum von acht Wochen begonnen. Die Therapie mit Isoniazid und Rifampicin wurde anschließend für weitere sieben Monate fortgeführt. Es wurde außerdem eine Behandlung mit Prednisolon und Colchicin durchgeführt. Eine offene Tuberkulose wurde ausgeschlossen. Zwei Monate nach Beginn der Therapie sollte der Patient erneut punktiert werden. Innerhalb von zehn Wochen erfolgten noch drei weitere Perikardpunktionen, bei der letzten wurde ein Kortikosteroid intraperikardial appliziert. Danach zeigte sich kein Perikarderguss mehr. Die Therapie mit Prednisolon und Colchicin wurde nach insgesamt 14 Monaten abgesetzt. Da sich echokardiographisch Zeichen für Konstriktion zeigten, erfolgte eine invasive Diagnostik mit Simultandruckmessung mittels Rechts- und Linksherzkatheter. Dabei konnte der Verdacht auf eine Pericarditis constrictiva bestätigt werden. Es wurde die Indikation zu einer operativen Perikardektomie gestellt. Diese wurde erfolgreich durchgeführt. Danach zeigten sich keine Anzeichen für eine Konstriktion mehr und der Zustand des Patienten besserte sich, sodass er sich aktuell wieder normal belasten kann.
Diskussion:
Eine frühe Diagnose und Therapie der Perikardtuberkulose ist für den weiteren Verlauf der Erkrankung essenziell. Selbst bei einer ausreichenden pharmakologischen Behandlung kann sich eine konstriktive Perikarditis entwickeln, wenn die Therapie nicht rechtzeitig begonnen wird. Bei hämodynamisch relevanter Konstriktion ist die Perikardektomie die Therapie der Wahl. Die Therapie der Perikardtuberkulose ist komplex und erfordert die Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen.