Hintergrund: Fibroblast activation protein (FAP) beeinflusst die Morphologie von atherosklerotischen Plaques durch Aktivität in lokalen Entzündungsvorgängen und durch vermittelten Matrixumbau. Die klinische Bedeutung von FAP Bildgebung für die Evaluation von kardiovaskulärer Risikoprädiktion mittels PET-CT ist bislang noch wenig erforscht.
Methode: Wir identifizierten 180 Patienten mit wiederholter 68Ga-FAP PET-CT Bildgebung, die diese im Rahmen einer onkologischen Fragestellung erhielten. Multiple Prädilektionsstellen und Layer der Aorta wurden als Regions of Interest (ROI) markiert, in Fusionsbildern als Kontur-Volume of Interest (VOI) abgebildet und als Mean-Standard Uptake Value (SUV) für die Datenanalyse verwendet. Die Patienten wurden anhand ihrer vorhandenen kardiovaskulären Risikofaktoren stratifiziert und die Mean-SUV mithilfe von Mann-Whitney-Tests verglichen.
Ergebnisse: FAP in der Aorta kann im PET-CT innerhalb eine Stunde nach 68Ga-FAPI zuverlässig visualisiert und quantifiziert werden. Patienten mit mindestens einem kardiovaskulären Risikofaktor zeigen signifikant erhöhte Mean-SUV im Vergleich zu Patienten ohne bekanntes kardiovaskuläres Risiko. Insbesondere Patienten mit Raucheranamnese sowie Patienten mit bekanntem Hypertonus wiesen signifikant erhöhte FAP-Signale im Vergleich zur Kontrollgruppe auf.
Schlussfolgerungen: Unsere Arbeit zeigt in einer Studienpopulation von Patienten mit onkologischer Grunderkrankung, dass FAP-Erhöhung in der Aortenwand in-vivo zuverlässig abgebildet und quantifiziert werden kann. Die signifikante Korrelation des erhöhten aortalen FAP-Mean-SUV bei Patienten mit etablierten Risikofaktoren könnte neue Optionen in der kardiovaskulären Risiko-Stratifizierung im Bereich der Kardioonkologie eröffnen.