Krankenhausgang mit Personen

ICU matters: Infarktbedingter kardiogener Schock (3/4)

Wie kann moderne kardiovaskuläre Intensivmedizin aussehen? Im Video-Format „ICU matters“ werden Fragen und Unsicherheiten adressiert sowie wissenschaftliche Neuerungen in den Kontext moderner Behandlungen gestellt – für ein klares Bild der kardiologischen Sicht auf die Intensivmedizin, konzipiert als Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen, die vor ihrer ersten Intensivrotation stehen. 
 
In der dritten Folge gibt Prof. Holger Thiele (Herzzentrum Leipzig) einen Überblick zur mechanischen Kreislaufunterstützung beim kardiogenen Schock.

 

Jetzt Folge 3 ansehen (Dauer: 9 Minuten).

 

„ICU matters“ ist ein Format von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kardiovaskuläre Intensivmedizin“ (AG 3) in der Rubrik Intensiv- und Notfallmedizin. In vier Folgen werden jeweils verschiedene Aspekte eines intensivmedizinischen Themas behandelt.

Von: 

Dr. med. univ. Saskia Stegmüller

SLK-Kliniken Heilbronn

 

11.02.2026

Bildquelle (Bild oben): hxdbzxy / Shutterstock.com

Take-aways

  • Indikation & SCAI-Klassifikation: Die Entscheidung zur Impella-Implantation basiert primär auf der Schwere des kardiogenen Schocks. Gemäß der SCAI-Klassifikation ist das Stadium C („Classic“) durch Hypotonie und Hypoperfusion (Laktat ≥2 mmol/l) gekennzeichnet. Hier öffnet sich das therapeutische Fenster für eine mechanische Kreislaufunterstützung (MCS).

  • Timing der Implantation: Physiologisch entlastet die Impella den linken Ventrikel (LV-Unloading) vor der Reperfusion und senkt so den myokardialen Sauerstoffverbrauch. Während Registerdaten häufig einen Vorteil für die Implantation vor der Revaskularisierung nahelegen, fehlen hierzu bislang definitive Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs).

  • Sicherheit & Expertise: Um Komplikationen im Rahmen der Implantation zu minimieren, sollte die Versorgung in erfahrenen Zentren mit entsprechend hohen Fallzahlen und klinischer Expertise erfolgen. Eine ultraschallgestützte Punktion sowie ggf. eine Angiographie der Beckengefäße sind essenziell für einen sicheren Zugang. Ein engmaschiges Monitoring während der gesamten Therapiedauer ist obligat.

  • Weaning-Prozess: Aktuell existiert keine hinreichende Evidenz für ein standardisiertes Weaning-Protokoll. Eine etablierte klinische Strategie ist das primäre Ausschleichen der Vasopressoren und Inotropika, gefolgt von der schrittweisen Reduktion der Impella-Leistung bis zur finalen Explantation.

Weitere Folgen der Videoreihe „Infarktbedingter kardiogener Schock“:  

 

 

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