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DGK-Zentren auf einen Blick: TAVI-Zentrum – vereinte Kompetenz zur Aortenklappen-Behandlung

Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) ist eine der häufigsten Herzklappenerkrankungen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, von dieser Erkrankung betroffen zu sein. TAVI-Zentren sind auf die Behandlung der Aortenklappenerkrankung spezialisiert. Prof. Dr. Christian Frerker und Dr. Thomas Schmitz stellen die Einrichtung vor.

Von Max Hendriks

 

09.03.2026 (aktualisiert: 10.07.2026)


Bildquelle (Bild oben): Prathankarnpap / Shutterstock.com (bearbeitet)

Das Wichtigste in Kürze

TAVI-Zentren sind spezialisierte Einrichtungen innerhalb von Krankenhäusern, die Transkatheter-Aortenklappen-Implantationen (engl. „Transcatheter Aortic Valve Implantation“) durchführen – ein schonendes, minimalinvasives Verfahren, um die defekte Klappe zu ersetzen, das sich insbesondere für ältere Menschen eignet. 

 

Die Patientinnen und Patienten werden dabei durch ein Herz-Team betreut, das sich aus Expertinnen und Experten verschiedenen Fachrichtungen zusammensetzt, wie Kardiologie, Chirurgie, Anästhesiologie und Intensivmedizin.

 

Die TAVI-Zentren bündeln unterschiedliche Fachkompetenz an einem Ort. Die Versorgung umfasst das gesamte Spektrum von diagnostischen Untersuchungen über die Planung und Durchführung der Therapie bis hin zu Konzepten für die Nachsorge.


In Deutschland gibt es über 60 Einrichtungen, die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als TAVI-Zentren zertifiziert sind.


Zu den wichtigsten Kriterien der DGK-Zertifizierung zählen u. a.:

 

  • Zusammenarbeit mit einer Abteilung für Herzoperationen
  • modernste Techniken zur Diagnostik sowie speziell ausgestattete Behandlungsräume für minimalinvasive Eingriffe am Herzen und Herzoperationen
  • spezielle Nachsorge zur frühzeitigen Behandlung von Komplikationen

 

Über ihre Postleitzahl finden Patientinnen und Patienten HIER alle Einrichtungen im Umkreis auf einen Blick!

Die Aortenklappe befindet sich am Ausgang der linken Herzkammer und sorgt dafür, dass sauerstoffreiches Blut in die Richtung zum Körper fließt. Bei der Aortenklappenstenose ist die Klappe verengt und behindert den Blutfluss. Typische Beschwerden sind Kurzatmigkeit und schnelle Ermüdung bei körperlicher Belastung. Auch Anfälle von Schwindel oder Ohnmacht bei Anstrengungen können vorkommen.

 

TAVI steht für Transkatheter-Aortenklappenimplantation (engl. „Transcatheter Aortic Valve Implantation“) und bezeichnet ein modernes minimalinvasives Verfahren, das seit einigen Jahren zunehmend als Alternative zu einer Operation am offenen Herzen eingesetzt wird. Bei der TAVI wird die defekte Aortenklappe durch eine biologische Klappenprothese aus Gewebe von Schweinen oder Rindern ersetzt. Dabei wird die zusammengefaltete Prothese durch einen dünnen biegsamen Schlauch (Katheter) über Blutgefäße in der Leiste bis ins Herz gebracht, wo sie sich entfaltet, und die verengte Klappe ersetzt. Nach den aktuellen medizinischen Leitlinien (Empfehlungen von Fachgesellschaften auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse) wird das TAVI-Verfahren bei älteren Personen über 70 Jahre empfohlen.

 

Weitere umfangreiche Informationen zu Herzklappenerkrankungen finden Sie hier: Ursachen, Symptome und Diagnose von Herzklappenerkrankungen und Therapie von Herzklappenerkrankungen.

Was ist ein TAVI-Zentrum?

Ein von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziertes TAVI-Zentrum vereint unterschiedliche medizinische Fachdisziplinen zur Behandlung von Aortenklappenerkrankungen unter einem Dach. Dank langjähriger Erfahrung und einer strukturierten Zusammenarbeit können individuelle Therapiekonzepte entwickelt werden, die speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Betroffenen abgestimmt sind. 


Das interdisziplinäre Herz-Team von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen, wie Kardiologie, Chirurgie, Anästhesie und Radiologie, ermöglicht eine individuelle Betreuung der Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischer Hintergrundinformationen, wie u. a. Voroperationen, Vorerkrankungen, Größe und Form der Herzklappen, Beschwerdebild, usw. Im gemeinsamen Austausch mit der Patientin oder dem Patienten wird über die bestmögliche Behandlungsoption entschieden. 

Zum Experten

Prof. Dr. Christian Frerker

Prof. Dr. Christian Frerker ist Stellvertretender Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) des Universitären Herzzentrums Lübeck.

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Zum Experten

Dr. Thomas Schmitz

Dr. Thomas Schmitz ist Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Elisabeth Krankenhaus Essen.

Dr. Thomas Schmitz Dr. Thomas Schmitz

Wann sollte man ein TAVI-Zentrum aufsuchen?

Aortenklappenerkrankungen werden meist entweder aufgrund typischer Beschwerden oder zufällig beim Abhören des Herzens mit dem Stethoskop entdeckt. Die Diagnose der Aortenklappenstenose wird anschließend mittels Echokardiografie gestellt, einer Ultraschalluntersuchung des Herzens, die in der Regel in der kardiologischen Praxis durchgeführt wird.


Wenn laut Echokardiografie die bestätigte Diagnose einer Aortenklappenstenose vorliegt, werden die Patientinnen und Patienten normalerweise von der kardiologischen Praxis zur Behandlung in eine Klinik überwiesen. Meist empfiehlt die Kardiologin bzw. der Kardiologe zwei Krankenhäuser in der Umgebung, wobei jede Patientin und jeder Patient die Klinik aber selbst auswählen kann. Dabei sollte das Augenmerk vor allem auf der Zertifizierung als TAVI-Zentrum liegen. Insbesondere bei unklaren Befunden, einer Verschlechterung der Symptome oder wenn eine Entscheidung über weiterführende Therapien getroffen werden muss, bietet ein spezialisiertes TAVI-Zentrum die notwendige Expertise.

Wie findet man ein TAVI-Zentrum in seiner Nähe?

In Deutschland gibt es über 60 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten TAVI-Zentren. Mit der Suche der DGK finden Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl alle Einrichtungen in Ihrem Umkreis auf einen Blick!

Was sollte man in ein TAVI-Zentrum mitnehmen?

Hilfreich sind:

 

  • Krankenversicherungskarte
  • Überweisung
  • Medikamentenplan
  • Kardiologische Vorbefunde oder letzte stationäre Entlassberichte

 

Wie wird ein TAVI-Zentrum zertifiziert?

TAVI-Zentren verfügen über modernste Techniken zur Diagnostik (z. B. Computertomographie, spezielle echokardiografische Verfahren) sowie spezielle Behandlungsräume, die sowohl für moderne minimalinvasive Verfahren (TAVI) als für Operationen am Herzen geeignet sind.


Auch ein umfassendes Konzept für die Nachsorge ist sichergestellt. Im Falle von Komplikationen können diese frühzeitig erkannt und bestmöglich auf kurzem Wege behandelt werden. Ebenso werden die Kontrolluntersuchungen bei der Kardiologin oder beim Kardiologen bereits geplant.


Die DGK-Zertifizierung stellt sicher, dass ein TAVI-Zentrum alle erforderlichen Qualitätsstandards erfüllt. Neben den hohen Anforderungen an Räumlichkeiten und medizinischen Geräten ist vor allem eine umfangreiche und langjährige Erfahrung der Ärztinnen und Ärzten sowie die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Fachdisziplinen unter einem Dach maßgeblich. 

 

Die einzelnen Kriterien im Detail können Sie hier einsehen.

 

Weitere informative Artikel dazu finden Sie auf unserer Übersichtsseite Blutdruck.

Infos zur DGK und ihren Zertifizierungsprogrammen

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ist eine gemeinnützige wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 12.000 Mitgliedern aus Universitäten, Kliniken und Praxen vom Fachgebiet der Kardiologie. Das Ziel der Organisation ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wofür neben der Ausrichtung von Tagungen und Kongressen auch die Fortbildung der Mitglieder und die Veröffentlichung von medizinischen Leitlinien im Fokus stehen.

 

Darüber hinaus hat die DGK Zertifizierungsprogramme für Institutionen und Fachpersonen etabliert. Kardiologische Einrichtungen können sich in verschiedenen Bereichen zertifizieren lassen. Grundlage hierfür ist ein umfassender Kriterienkatalog, dessen Anforderungen erfüllt werden müssen, um die jeweilige Zertifizierung zu erhalten. Das Verfahren dient der Sicherung und kontinuierlichen Weiterentwicklung hoher Qualitätsstandards und trägt somit zu einer optimalen Patientenversorgung bei.

FAQ – Häufige Fragen zu TAVI-Zentren

TAVI-Zentren sind spezialisierte Einrichtungen innerhalb von Krankenhäusern, die Transkatheter-Aortenklappen-Implantationen (engl. „Transcatheter Aortic Valve Implantation“) durchführen – ein schonendes, minimalinvasives Verfahren, um die defekte Klappe zu ersetzen, das sich insbesondere für ältere Menschen eignet.

Aortenklappenerkrankungen werden meist entweder aufgrund typischer Beschwerden oder zufällig beim Abhören des Herzens mit dem Stethoskop entdeckt. Die Diagnose der Aortenklappenstenose wird anschließend mittels Echokardiografie gestellt, einer Ultraschalluntersuchung des Herzens, die in der Regel in der kardiologischen Praxis durchgeführt wird.

In Deutschland gibt es über 60 Einrichtungen, die als TAVI-Zentren zertifiziert sind. Über die Suche der DGK finden Sie alle zertifizierten Einrichtungen in Ihrem Umkreis!

Ein TAVI-Zentrum muss für eine Zertifizierung spezifisch definierte Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen u. a. die Zusammenarbeit mit einer Abteilung für Herzoperationen und strukturierte Nachsorgeabläufe. So wird sichergestellt, dass Betroffene in Kliniken behandelt werden, die die meiste Erfahrung und beste fachliche Expertise haben, und die Kompetenz gebündelt an einem Ort angeboten wird.

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