Heart Failure Units sind Teil eines ganzheitlichen Konzepts, das die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßerkrankungen (DGTHG) und der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) entwickelt hat. Ziel ist es, Menschen mit Herzschwäche optimal zu behandeln.
Das Konzept besteht aus mehreren Bausteinen – einer davon sind die tatsächlichen Heart Failure Units – also Stationen im Krankenhaus, auf denen Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten von speziell geschultem, interdisziplinärem Personal mit hoher Fachexpertise betreut werden und eine umfangreiche Diagnostik und Therapie erhalten. Diese Units werden dazu durch die weiteren Bausteine der überregionalen HFU-Zentren und der HFU-Schwerpunktpraxen ergänzt, in denen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die Betroffenen nach der Zeit im Krankenhaus weiterbehandeln und erste Anlaufstelle bei neu auftretenden Symptomen sind.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser engen Verzahnung sind sogenannte Heart-Failure-Nurses, also Herzinsuffizienz-Pflege-Expertinnen und -Experten, die bereits im Krankenhaus die Patientinnen und Patienten kontaktieren und ihnen erste Schulungen zu ihrer Erkrankung anbieten. Darüber hinaus sind im ambulanten Bereich speziell ausgebildete Heart-Failure-MFAs (Medizinische Fachangestellte) für die enge Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich unabdingbar.
Häufig beginnt eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz zum Beispiel mit Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen oder mit Luftnot. Auch wenn sich die Patientin oder der Patient davon noch nicht stark beeinträchtigt fühlt, sind das triftige Gründe, sofort zum Arzt zu gehen.
Idealerweise erhalten Betroffene über das HFU-Konzept eine optimale Behandlung ihrer akuten Herzschwäche im Krankenhaus und danach eine ebenso optimale ambulante Weiterbetreuung, sodass die Patientinnen und Patienten gut mit ihrer Erkrankung leben können und keine weiteren Notfall-Situationen erleben müssen.
In Deutschland gibt es mehr als 250 HFU-Zentren, -Kliniken und -Praxen. Mit der Suche der DGK finden Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl alle zertifizierten HFU-Einrichtungen in Ihrem Umkreis auf einen Blick!
HFUs müssen festgelegte Standards und Qualitätsmerkmale für die stationäre Versorgung und auch für die Behandlung danach erfüllen. Kliniken, die sich diese Zertifizierung wünschen, müssen also nicht nur auf ihren Stationen höchste Maßstäbe erfüllen, sondern auch eine gute Verzahnung und Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Praxen gewährleisten. Generell gilt, dass die zu erfüllenden Standards nach den einzelnen Einheiten des HFU-Netzwerks gruppiert sind (HFU-Praxen, -Kliniken und -Zentren) und aufeinander aufbauend spezifischer werden.
So gibt es beispielsweise Vorschriften zu verfügbaren Diagnostikeinrichtungen in den jeweiligen Einheiten: Während in einer HFU-Schwerpunktpraxis nur eine Kooperation mit einem Herzkatheterlabor vorhanden sein muss, benötigt eine HFU-Schwerpunktklinik oder ein überregionales HFU-Zentrum ein dauerhaft verfügbares Herzkatheterlabor direkt in der Einheit.
Generell ist für die Zertifizierung verpflichtend, dass die jeweiligen HFU-Praxen, -Kliniken und -Zentren untereinander Kooperationen nachweisen. So muss z. B. eine HFU-Schwerpunktpraxis mit mindestens einer HFU-Schwerpunktklinik und/oder einem HFU-Zentrum verbunden sein. Zudem muss auch eine für jede der HFU-Einheiten spezifisch festgelegte Anzahl an zertifiziertem spezialisiertem Herzinsuffizienz-Personal zur Verfügung stehen.
Die einzelnen Kriterien im Detail können Sie hier einsehen.
Weitere informative Artikel dazu finden Sie auf unserer Übersichtsseite Herzschwäche.