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DGK-Zentren auf einen Blick: Vorhofflimmer-Zentrum – Qualitätssicherung bei der Kathetherablation

Die Katheterablation stellt heute die zentrale interventionelle Behandlungsmethode von Vorhofflimmern dar. Vorhofflimmer-Zentren haben sich auf eine Durchführung ebensolcher Behandlungen auf einem standardisiert hohem Niveau spezialisiert. Prof. Dr. Thomas Deneke und Prof. Dr. KR Julian Chun stellen die Einrichtungen vor.

Von Max Hendriks

 

16.04.2026


Bildquelle (Bild oben): Prathankarnpap / Shutterstock.com (bearbeitet)

Das Wichtigste in Kürze

Ein Vorhofflimmer-Zentrum ist eine Einrichtung, die auf die Behandlung von Vorhofflimmern (VHF), insbesondere per Katheterablation spezialisiert ist.

 

Eine Katheterablation wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist. Dazu gehören u. a. Herzstolpern, Luftnot, verringerte Leistungsfähigkeit, Herzrasen oder eine rapide sinkende Leistungsfähigkeit des Herzens.

 

In bestimmten Fällen kann zudem eine durch VHF ausgelöste Tachymyopathie (tachykardieinduzierte Herzmuskelschwäche) vorliegen, bei der eine anhaltend hohe Herzfrequenz zu einer Verschlechterung der Herzfunktion führt und eine Ablation medizinisch sinnvoll machen kann.


In Deutschland gibt es über 100 Einrichtungen, die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Vorhofflimmer-Zentren zertifiziert sind.


Die DGK-Zertifizierung zielt darauf ab, die Qualität dieser komplexen Therapieform zu standardisieren und nachhaltig zu verbessern. Neben der Qualität von Indikationsstellung, Durchführung und Nachsorge berücksichtigt die Zertifizierung auch die strukturierte Versorgung von Komplikationen in Kooperation mit angrenzenden Disziplinen wie Radiologie, Neurologie und Herzchirurgie.

Was ist ein Vorhofflimmer-Zentrum?

Die Katheterablation stellt heute die zentrale interventionelle Therapie des Vorhofflimmerns dar und macht mit rund zwei Dritteln aller Katheterablationen sowie zuletzt nahezu 100.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland den größten Anteil elektrophysiologischer Prozeduren aus. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Sicherstellung einer hohen und standardisierten Behandlungsqualität zunehmend an Bedeutung.

 

Die Zertifizierung von Vorhofflimmer-Zentren durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verfolgt das Ziel, die Qualität dieser komplexen Therapieform bundesweit zu standardisieren und nachhaltig zu verbessern. Im Fokus stehen dabei sowohl die optimierte Identifikation geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten für eine Katheterablation als auch die Auszeichnung von Exzellenzzentren, die diese Eingriffe mit hoher Expertise durchführen und eine strukturierte Nachsorge in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten gewährleisten.

 

Besonders hervorzuheben ist, dass diese Qualitätssicherung auf Initiative der DGK erfolgt und damit einen Bereich adressiert, der bislang nicht in vergleichbarer Weise durch die regulären Mechanismen des Gesundheitssystems abgebildet wird. Gerade bei einer so häufigen Erkrankung wie dem Vorhofflimmern unterstreicht dies den innovativen und versorgungsorientierten Anspruch der Fachgesellschaft.


Neue Technologien und veränderte Rahmenbedingungen in der Vergütung haben dazu geführt, dass die Katheterablation zunehmend auch in weniger erfahrenen Zentren angeboten wird. Dies macht die Definition und Implementierung klarer Qualitätsstandards sowie verbindlicher Sicherheitsstrukturen umso wichtiger.

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Prof. Dr. Thomas Deneke

Prof. Dr. Thomas Deneke ist Chefarzt der Rhythmologie am Klinikum Nürnberg und Herausgeber von Herzmedizin.de.

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Prof. Dr. KR Julian Chun

Prof. Dr. KR Julian Chun ist Facharzt für Innere Medizin und Schwerpunkt Kardiologie am Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt.

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Wann sollte man ein Vorhofflimmer-Zentrum aufsuchen?

Beim Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung, ist in den meisten Fällen die Herzfrequenz beschleunigt (Tachyarrhythmie). Als häufige Auslöser gelten Bluthochdruck, eine Koronare Herzkrankheit, eine Herzinsuffizienz, ein Herzklappenfehler oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

 

Je nach Schwere kann Vorhofflimmern mit oder ohne Beschwerden verlaufen. Typische Symptome können dabei u. a. Herzstolpern (Palpitationen), Luftnot, eine verringerte Leistungsfähigkeit, Herzrasen oder eine rapide sinkende Leistungsfähigkeit des Herzens (Kardiale Dekompensation) sein.

 

Ein Vorhofflimmer-Zentrum kommt vor allem ins Spiel, wenn eine Katheterablation durchgeführt werden soll. Sie wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist oder bei denen eine Herzschwäche vorliegt.

 

In bestimmten Fällen kann zudem eine durch VHF ausgelöste Tachymyopathie (tachykardieinduzierte Herzmuskelschwäche) vorliegen, bei der eine anhaltend hohe Herzfrequenz zu einer Verschlechterung der Herzfunktion führt und eine Ablation medizinisch sinnvoll machen kann.

Wie findet man ein Vorhofflimmer-Zentrum in seiner Nähe?

In Deutschland gibt es über 100 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierte Vorhofflimmer-Zentren. Mit der Suche der DGK finden Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl alle Einrichtungen in Ihrem Umkreis auf einen Blick!

Wie wird ein Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert?

Die Kriterien der Zertifizierung wurden von einer Gruppe ausgewiesener Expertinnen und Experten entwickelt und bereits in einer ersten Testphase im Jahr 2020 hinsichtlich Reproduzierbarkeit und Validität geprüft. Neben der Qualität von Indikationsstellung, Durchführung und Nachsorge berücksichtigt die Zertifizierung insbesondere auch die strukturierte Versorgung möglicher Komplikationen in enger Kooperation mit angrenzenden Disziplinen wie Radiologie, Neurologie und Herzchirurgie.

 

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Zertifizierung ist die systematische und nachvollziehbare Bewertung aller relevanten Prozessschritte: von der Patientenselektion über die Vorbereitung und Durchführung der Katheterablation bis hin zum Management potenzieller Komplikationen und der konsequenten Nachuntersuchung. Nur durch eine solche ganzheitliche Betrachtung lässt sich die Qualität dieser komplexen Behandlungsprozesse valide abbilden und kontinuierlich optimieren.


Inzwischen wurden bereits mehr als 100 Zentren in Deutschland evaluiert und mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Damit wird bereits etwa die Hälfte aller Vorhofflimmer-Ablationen in Deutschland in zertifizierten Zentren durchgeführt. Dieser Aspekt sollte auch für Patientinnen und Patienten bei der Wahl eines Behandlungszentrums berücksichtigt werden, da eine ausreichende jährliche Prozedurzahl eng mit Behandlungsqualität, Sicherheit und klinischem Outcome verknüpft ist.

FAQ – Häufige Fragen zu Vorhofflimmer-Zentren

Ein Vorhofflimmer-Zentrum ist eine Einrichtung, die auf die Behandlung von Vorhofflimmern, insbesondere per Katheterablation spezialisiert ist. Dieses Verfahren macht mit zuletzt nahezu 100.000 Eingriffen pro Jahr in Deutschland den größten Anteil elektrophysiologischer Prozeduren aus.

Der Fokus der Behandlung liegt auf der Behandlung von Vorhofflimmern. Eine dazu angewandte Behandlungsmethode, die Katheterablation, wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist. Dazu gehören u. a. Herzstolpern, Luftnot, verringerte Leistungsfähigkeit, Herzrasen oder eine rapide sinkende Leistungsfähigkeit des Herzens.

In Deutschland gibt es über 100 Einrichtungen, die als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert sind. Über die Suche der DGK finden Sie die zertifizierten Einrichtungen in Ihrem Umkreis!

Für die DGK-Zertifizierung wurden notwendige Kriterien spezifisch entwickelt. Die Zertifizierung zielt darauf ab, die Qualität der Behandlungsmethode zu standardisieren und nachhaltig zu verbessern. Neben der Qualität von Indikationsstellung, Durchführung und Nachsorge berücksichtigt die Zertifizierung auch die strukturierte Versorgung von Komplikationen in Kooperation mit angrenzenden Disziplinen wie Radiologie, Neurologie und Herzchirurgie.

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