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EP-Fall 18: Gibt’s nicht, gibt es nicht!

In diesem Fall erläutern die Autoren eine seltene ILR-Dislokation in die Pleura durch fehlerhafte Implantation, die bei Schmerzen und fehlender Abfragbarkeit radiologisch abgeklärt werden sollte.

Von:

 

Prof. Dr. Christian Veltmann

Dr. Adrian Reinhardt

Dr. Markus Linhart

 

Elektrophysiologie Bremen

 

31.03.2026

Bildquelle (Bild oben): A to Z – stock.adobe.com

Fallvorstellung

Einer 35-jährigen Patientin wurde bei rezidivierenden, unklaren Synkopen ein Loop-Rekorder (ILR) implantiert. Im Verlauf klagte die Patientin über links-thorakale Schmerzen, initial anterior, im Verlauf posterior. Der ILR ließ sich nicht abfragen. In einem Röntgen-Thorax zeigte sich in der PA-Ansicht die Projektion des ILRs regelrecht links-präkordial. Im lateralen Bild zeigte sich allerdings, dass der ILR pleural posterior im costo-diaphragmalen Winkel lag. Thorakoskopisch wurde der ILR geborgen.

 

Röntgen-Thorax

Bild 1 (links): PA-Röntgenbild des Thorax mit Projektion des ILR in loco typico.
Bild 2 (rechts): Laterales Röntgenbild des Thorax zeigt die pleurale Lage des ILR.

Diskussion

Der Fall beschreibt die seltene Dislokation eines ILRs in den Pleuraspalt. ILR werden nach Hautinzision mittels spezifischer Applikationswerkzeuge links-präkordial subkutan implantiert. In diesem Fall scheint der Applikationswinkel zu steil gewesen und so der ILR in die Pleura injiziert worden zu sein. 
Die Dislokation eines ILR ist in einzelnen Fallberichten und Fallserien vorbeschrieben.1 Hier sind neben der Dislokation in die Pleura auch Dislokationen in das Mediastinum und den Oberbauch beschrieben. Die meisten Dislokationen traten innerhalb von 1-35 Tagen nach Implantation auf. Persistierende, auch wandernde Schmerzen nach Implantation, die fehlenden Abfragbarkeit des Devices in loco typico sind Hinweise für diese Komplikation. Das Röntgenbild des Thorax in zwei Ebenen (ggf. eine Computertomographie) ist das Diagnostikum der Wahl. 

Fazit

Dieser Case beschreibt den seltenen Fall der Dislokation eines ILR in die Pleura. Sollte ein ILR in loco typico präkordial nicht abfragbar sein, ist an diese Komplikation zu denken. Vermieden wird diese Komplikation durch streng subkutane Injektion des Devices.

Referenzen

  1. A.Harfoush AM Heart J Plus. doi: 10.1016/j.ahjo.2025.100505

Zum Autor

Prof. Christian Veltmann

Elektrophysiologie Bremen, Herzzentrum Bremen

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Dr. Markus Linhart

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