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„More mapping, less ablation“

DGK-Jahrestagung 2026 | SLAM-VT: Die Studie untersuchte die automatisierte Annotation von Spätpotenzialen bei der Katheterablation ventrikulärer Tachykardien. Das großangelegte europaweite Projekt analysierte dafür die Daten von 208 Patientinnen und Patienten aus 31 europäischen Zentren, die sich einer Katheterablation von ventrikulären Tachykardien (VT) mittels neuartiger 3D-Mapping-Technologie unterzogen haben.

 

Prof. Christian-Hendrik Heeger (Asklepios Klinik Hamburg Altona) präsentierte die Studiendaten und berichtet.1

Von:

Prof. Christian-Hendrik Heeger

Asklepios Klinik Hamburg Altona

 

15.04.2026

Bildquelle (Bild oben): m:con / Ben van Skyhawk

Eine präzise Identifikation arrhythmogener Substrate ist für den Erfolg der VT-Ablation von zentraler Bedeutung. Die bislang etablierte manuelle und teil-automatisierte Annotation von Spätpotenzialen ist nicht nur zeitaufwendig, sondern unterliegt auch einer erheblichen interindividuellen Variabilität. Vor diesem Hintergrund wurde das in das CARTO-3-Mappingsystem integrierte „Late Annotation Mapping (LAM)“-Modul als vielversprechende Weiterentwicklung präsentiert.

Ergebnisse

Anhand der Daten aus der multizentrischen, retrospektiven SLAM-VT-Studie, die 208 Patientinnen und Patienten aus 31 europäischen Zentren einschloss, konnte gezeigt werden, dass das LAM-Modul im Vergleich zur konventionellen Technik eine signifikant größere Ausdehnung von Spätpotenzialarealen detektiert sowie eine höhere Anzahl entsprechender Signale identifiziert. Besonders hervorzuheben ist die hohe Übereinstimmung von 85 % zwischen den durch LAM identifizierten Arealen und den induzierten kritischen Arealen der VT.


Auch hinsichtlich der prozeduralen Parameter zeigte sich das Verfahren praktikabel, mit einer durchschnittlichen Eingriffsdauer von etwas über 2 Stunden und einer insgesamt akzeptablen Komplikationsrate von 8,3 %. Die berichteten Komplikationen entsprachen dabei dem erwarteten Spektrum elektrophysiologischer Eingriffe.

Kommentar & Fazit

Die Ergebnisse weisen auf ein erhebliches Potenzial der automatisierten Annotation zur Standardisierung und Verbesserung der Substratkartierung hin. Gerade schwerstkranke und herzinsuffiziente Patientinnen und Patienten könnten potentiell von einer standardisierten und automatisierten Annotation und Detektion der relevanten Areale profitieren, da so potentiell kürzere und gezieltere Ablationsstrategien erarbeitet werden können. Die Strategie „More mapping, less ablation“ bedeutet, dass wir das Substrat und die Arrythmie durch hochauflösendes, präzises und standardisiertes Mapping besser verstehen und dann gezielter abladieren können.

 

Weitere prospektive Studien mit Langzeit-Follow-up sind notwendig, um den klinischen Mehrwert der Technologie im Vergleich zu etablierten Verfahren abschließend zu bewerten. Die rege Diskussion nach dem Vortrag unterstreicht die zunehmende Bedeutung digitaler, automatisierter und standardisierter Technologien in der interventionellen Elektrophysiologie.

Zur Person

Prof. Christian-Hendrik Heeger

Prof. Christian-Hendrik Heeger ist Leitender Arzt des Departments für Rhythmologie an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der invasiven Elektrophysiologie, mit besonderem Fokus auf neue Technologien und Ablationsmethoden zur Therapie von atrialen und ventrikulären Arrhythmien. Er gehört zum Nukleus der DGK-Arbeitsgruppe 1 Elektrophysiologie und Rhythmologie (AGEP).
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Key Facts der Studie

Die Studie mit 208 Patientinnen und Patienten aus 31 europäischen Zentren untersuchte die automatisierte Annotation von Spätpotenzialen bei der Katheterablation ventrikulärer Tachykardien (VT) mittels neuartiger 3D-Mapping-Technologie.

Es wurde eine größere Ausdehnung von Spätpotenzialarealen detektiert sowie eine höhere Anzahl entsprechender Signale identifiziert. Dabei zeigte sich eine hohe Übereinstimmung (85 %) zwischen den identifizierten Arealen und den induzierten kritischen Arealen der VT. Die durchschnittliche Eingriffsdauer betrug etwas mehr als 2 Stunden und die Komplikationsrate lag bei 8,3 %.

Besonders schwerstkranke und herzinsuffiziente Patientinnen und Patienten könnten potentiell von einer automatisierten Annotation der relevanten Areale profitieren, aufgrund potentiell kürzerer und gezielterer Ablationsstrategien. Weitere prospektive Studien mit Langzeit-Follow-up sind erforderlich.

Referenzen

  1. Heeger CH. Systematic use of automatic high-density late annotation mapping for ventricular tachycardia ablation procedures - The SLAM-VT study. Clinical Science Box, 09.04.2026, Mannheim, DGK-Jahrestagung 2026.

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