Eine präzise Identifikation arrhythmogener Substrate ist für den Erfolg der VT-Ablation von zentraler Bedeutung. Die bislang etablierte manuelle und teil-automatisierte Annotation von Spätpotenzialen ist nicht nur zeitaufwendig, sondern unterliegt auch einer erheblichen interindividuellen Variabilität. Vor diesem Hintergrund wurde das in das CARTO-3-Mappingsystem integrierte „Late Annotation Mapping (LAM)“-Modul als vielversprechende Weiterentwicklung präsentiert.
Anhand der Daten aus der multizentrischen, retrospektiven SLAM-VT-Studie, die 208 Patientinnen und Patienten aus 31 europäischen Zentren einschloss, konnte gezeigt werden, dass das LAM-Modul im Vergleich zur konventionellen Technik eine signifikant größere Ausdehnung von Spätpotenzialarealen detektiert sowie eine höhere Anzahl entsprechender Signale identifiziert. Besonders hervorzuheben ist die hohe Übereinstimmung von 85 % zwischen den durch LAM identifizierten Arealen und den induzierten kritischen Arealen der VT.
Auch hinsichtlich der prozeduralen Parameter zeigte sich das Verfahren praktikabel, mit einer durchschnittlichen Eingriffsdauer von etwas über 2 Stunden und einer insgesamt akzeptablen Komplikationsrate von 8,3 %. Die berichteten Komplikationen entsprachen dabei dem erwarteten Spektrum elektrophysiologischer Eingriffe.
Die Ergebnisse weisen auf ein erhebliches Potenzial der automatisierten Annotation zur Standardisierung und Verbesserung der Substratkartierung hin. Gerade schwerstkranke und herzinsuffiziente Patientinnen und Patienten könnten potentiell von einer standardisierten und automatisierten Annotation und Detektion der relevanten Areale profitieren, da so potentiell kürzere und gezieltere Ablationsstrategien erarbeitet werden können. Die Strategie „More mapping, less ablation“ bedeutet, dass wir das Substrat und die Arrythmie durch hochauflösendes, präzises und standardisiertes Mapping besser verstehen und dann gezielter abladieren können.
Weitere prospektive Studien mit Langzeit-Follow-up sind notwendig, um den klinischen Mehrwert der Technologie im Vergleich zu etablierten Verfahren abschließend zu bewerten. Die rege Diskussion nach dem Vortrag unterstreicht die zunehmende Bedeutung digitaler, automatisierter und standardisierter Technologien in der interventionellen Elektrophysiologie.