Die Mitralklappen-Transkatheter-Edge-to-Edge-Reparatur (M-TEER) hat sich als etablierte Therapie für Patientinnen und Patienten mit höhergradiger Mitralinsuffizienz und hohem Operationsrisiko etabliert. Dennoch sind Frauen in großen strukturellen Herzstudien weiterhin unterrepräsentiert und geschlechtsspezifische Unterschiede bleiben oft unzureichend verstanden.
Die aktuelle REPAIR-Studie untersucht erstmals in einer großen Real-World-Kohorte geschlechtsspezifische Ergebnisse nach M-TEER mit dem PASCAL-System. Insgesamt wurden 2.601 Patientinnen aus 14 Zentren eingeschlossen und analysiert, davon 44 % Frauen.
Frauen waren im Mittel älter, hatten weniger klassische kardiovaskuläre Komorbiditäten, gleichzeitig jedoch aber höhere operative Risikoscores und häufiger eine fortgeschrittenere Symptomatik. Auffällig war zudem ein geringerer Einsatz moderner leitliniengerechter Herzinsuffizienztherapien wie ARNI oder SGLT2-Inhibitoren.
Echokardiographisch zeigten Frauen kleinere linke Herzkammern und kleinere Mitralklappenöffnungsflächen, jedoch häufiger relevante begleitende Trikuspidalklappeninsuffizienzen. Trotz vergleichbarer Mitralinsuffizienz-Ätiologien unterschieden sich die anatomischen Voraussetzungen deutlich zwischen den Geschlechtern.
Der technische Erfolg der Prozedur war bei Frauen und Männern nahezu identisch. Frauen erreichten jedoch seltener ein „optimales Ergebnis“, definiert als Residual-MR ≤1+ und mittlerer transmitraler Gradient <5 mmHg. Ursache hierfür waren vor allem höhere postprozedurale Gradienten bei Frauen, was vermutlich durch kleinere native und postinterventionelle Klappenöffnungsflächen bedingt ist.
Interessanterweise führte dies jedoch nicht zu einer schlechteren klinischen Prognose: Die 1-Jahres-Mortalität sowie Reinterventionsraten waren zwischen Frauen und Männern vergleichbar. Entscheidend für das Überleben war vor allem eine effektive Reduktion der Mitralinsuffizienz und nicht der transmitrale Gradient allein.
Die Studie unterstreicht eindrucksvoll, dass Frauen mit strukturellen Herzklappenerkrankungen keine „kleineren Männer“ sind. Unterschiede in Anatomie, Herzinsuffizienzprofil, Begleiterkrankungen und möglicherweise auch im Zuweisungsverhalten sollten stärker berücksichtigt werden.
Besonders relevant ist die Erkenntnis, dass höhere transmitrale Gradienten bei Frauen nicht automatisch mit schlechteren Outcomes assoziiert waren. Dies wirft die Frage auf, ob ein einheitlicher Grenzwert von 5 mmHg künftig geschlechtsspezifischer interpretiert werden sollte.
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