Arbeitskreis Herz & Hirn

Schlaganfälle stellen mit ca. 11% der Todesfälle die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar und sind die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter. Insgesamt treten jährlich ca. 270 000 Schlaganfälle in Deutschland auf, 200 000 davon als Erstereignis. Mehr als 30% aller Schlaganfälle liegt eine kardioembolische Ursache zugrunde.

Einer der wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle ist das Vorhofflimmern- ca. 25% aller Schlaganfälle sind auf durch Vorhofflimmern bedingte Kardioembolien zurück zu führen. In ca. 2/3 der Fälle haben diese embolischen Schlaganfälle ihren Ursprung im linken Vorhofohr (LAA). Derzeit gilt die medikamentöse Antikoagulation mit NOAK´s  als Therapie der Wahl zur Verhinderung von Schlaganfällen. Aufgrund von absoluten oder relativen Kontraindikationen der Langzeit OAK / NOAK Therapie besteht bei 20-40 % der Patienten welche eigentlich einer OAK / NOAK Therapie bedürfen die Notwendigkeit einer Alternativtherapie.


Hier hat sich im letzten Jahrzehnt der interventionelle und chirurgische Vorhofohrverschluss bewährt. Es sind derzeit in Deutschland verschiedene endovaskuläre Occluder zugelassen, daneben gibt es ein epikardial zu implantierendes System sowie mehrere chirurgische Verfahren.


Diese Therapiealternative ist derzeit in vielen Zentren verfügbar, dennoch werden nach wie vor viele Patienten mit Kontraindikationen oder Intoleranzen gegenüber OAK/ NOAK nicht oder nicht ausreichend therapiert. Ziel des Arbeitskreises ist es neben der Verbesserung der Qualität der Interventionen, diese Therapieform allgemein zu fördern und nicht interventionell tätigen Kollegen bekannt zu machen.


Aufgrund der noch nicht ausreichenden Studienlage ist die interventionelle und chirurgische Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmer-Patienten in den aktuellen Leitlinien bisher nur eine IIb Empfehlung. Durch die Beteiligung an Studien und -registern wollen wir den Ausbau der Evidenz für diese Therapie fördern.


Das PFO ist eine weitere mögliche Emboliequelle, welche durch eine paradoxe Embolie zu Schlaganfällen vor allem bei jüngeren Patienten führt. In den letzten Jahren ist durch die Publikation von fünf großen randomisierten Studien die Datenbasis für den interventionellen PFO Verschluss deulich gewachsen. Der interventionelle PFO Verschluss bei jüngeren Patienten (unter 65 Jahren) nach kryptogenem Schlaganfall / ESUS ist dadurch heute die Therapie der Wahl (Ia Empfehlung). Verschiedene Devices stehen dafür zur Verfügung. Ziel der AG ist auch hier die Wissensverbreitung sowie die Aus- und Fortbildung interventioneller Kardiologen in diesem Bereich.

Sprecher

Prof. Dr. habil. Norman Mangner

Klinik für Innere Medizin und Kardiologie
Herzzentrum Dresden GmbH Universitätsklinik
an der Technischen Universität Dresden
Fetscherstraße 76
01307 Dresden
Tel.:   (0351) 450 25 297
Fax: (0351) 450-1702
E-Mail:norman.mangner@tu-dresden.de

Stellvertretender Sprecher

PD Dr. Marcus Sandri

Herzzentrum Leipzig
Universitätsklinik für Kardiologie
Strümpellstraße 39
04289 Leipzig
Tel.: (0341) 865-1427
Fax: (0341) 865-1405
E-Mail: marcus.sandri@helios-gesundheit.de

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