ULYSSES-Studie: Ultraschallgesteuerte femorale Venenpunktion bei Vorhofflimmerablation reduziert vaskuläre Komplikationen
Von:
Prof. Dr. Christian-Hendrik Heeger
Asklepios Klinik Altona Kardiologie und Internistische Intensivmedizin
Paul-Ehrlich-Straße 1 22763 Hamburg
Mai 2026
Bildquelle (Bild oben): A to Z – stock.adobe.com
Auf einen Blick
Die femorale Gefäßpunktion gehört zu den kritischsten Schritten bei elektrophysiologischen Eingriffen. Trotz zunehmender Standardisierung elektrophysiologischer Eingriffe stellen vaskuläre Zugangskomplikationen weiterhin die häufigsten prozedurassoziierten unerwünschten Ereignisse dar. Die nun publizierte ULYSSES-Studie untersucht erstmals in einer großen randomisierten Multicenter-Studie den klinischen Nutzen einer routinemäßigen ultraschallgesteuerten venösen Punktion bei elektrophysiologischen Eingriffen.
Conclusion
Die ULYSSES-Studie liefert überzeugende Evidenz für den routinemäßigen Einsatz der ultraschallgestützten femoralen Venenpunktion bei AF-Ablationen. Durch eine signifikante Reduktion vaskulärer Zugangskomplikationen bei gleichzeitig hoher Praktikabilität besitzt die Methode das Potenzial, zukünftiger Standard in der Elektrophysiologie zu werden. Die Daten sprechen dafür, dass die ultraschallgesteuerte femorale Venenpunktion künftig als Standardtechnik für linksatriale Ablationen angesehen werden sollte.
Pros
Signifikante Reduktion vaskulärer Komplikationen
Höhere Erfolgsrate der Erstpunktion (91 % vs. 74 %)
Keine Verlängerung der Gesamtprozedurzeit
Cons
Offenes Studiendesign ohne Verblindung
Durchführung ausschließlich in erfahrenen „High-Volume“-Zentren
Eingeschränkte Daten zur Übertragbarkeit auf andere EP-Prozeduren
Grafische Zusammenfassung
Schaack D et al. Eur Heart J. 2026;ehag291.
Referenz:
ULYSSES Trial Schaack D, Chun KRJ, Neven K, et al. Ultrasound-guided vs conventional venous puncture for atrial fibrillation ablation: the ULYSSES trial. Eur Heart J. 2026;ehag291.
Zum Autor
Prof. Dr. Christian-Hendrik Heeger
Prof. Christian-Hendrik Heeger ist Leitender Arzt des Departments für Rhythmologie an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der invasiven Elektrophysiologie, mit Fokus auf neue Technologien zur Therapie von atrialen und ventrikulären Arrhythmien. Er gehört zum Nukleus der DGK-Arbeitsgruppe 1 Elektrophysiologie und Rhythmologie (AGEP).
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