Am ersten Freitag im Februar – 2026 am 6. Februar – macht der internationale Aktionstag „Go Red for Women“, ebenso wie die nationale Initiative „#GoRed – Frauenherzen schlagen anders“ in Deutschland, erneut auf die Herzgesundheit von Frauen aufmerksam. Das diesjährige Motto lautet „Kein Frauenherz wird übersehen“. Im Mittelpunkt stehen geschlechterspezifische Unterschiede in der kardiovaskulären Medizin und deren Bedeutung für Diagnostik und Therapie. Für die klinische Praxis folgt daraus: weibliche Risikoprofile und Symptomkonstellationen konsequent einbeziehen und Patientinnen gezielt zu einer aktiven Herzprävention motivieren.
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind mit 2,2 Mio. Todesfällen jährlich die häufigste Todesursache bei Frauen in Europa.1 Eine europaweite Umfrage zeigt jedoch: Nur 12,2 % der Befragten sehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als größte Gesundheitsbedrohung – deutlich häufiger werden Krebs (33,6 %) oder Demenz/Alzheimer (29,3 %) genannt.2 Diese „Fear Gap“ kann beeinflussen, wie Beschwerden eingeordnet werden und wie schnell im Akutfall Hilfe gesucht wird. Awarenesskampagnen wie „#GoRed for Women“ können dazu beitragen, Diagnostikwege zu verkürzen und das Timing bei Verdacht auf schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse zu verbessern.3
In der Akutsituation kann die Berücksichtigung geschlechterspezifischer Unterschiede für die Diagnostik entscheidend sein, denn die klinische Präsentation kardiovaskulärer Erkrankungen unterscheidet sich bei Frauen teils deutlich von der bei Männern.
Die Hauptsymptome für einen Herzinfarkt sind:
Bei Männern: Starke, klar lokalisierte Brustschmerzen4
Bei Frauen: Seltener starke Brustschmerzen, meist eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust; unspezifische Symptome wie Depressionen, Erbrechen, epigastrische Schmerzen, Kurzatmigkeit/Atemnot, Schweißausbrüche, Übelkeit, Ziehen in den Armen4
Eine gezielte Sensibilisierung hinsichtlich dieser Unterschiede kann das Risiko einer verspäteten oder ausbleibenden Diagnosestellung und damit verbundenen Schicksalen bis hin zu Todesfällen reduzieren.