In SPIRIT-HF wurden 743 Personen mit stabiler HFpEF/HFmrEF randomisiert auf Spironolacton (zunächst mit 50 mg, nach einem Amendment mit 25 mg) vs. Placebo. Der primäre kombinierte Endpunkt umfasste den kardiovaskulären (CV) Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen nach 24 Monaten.
Die überwiegend in Deutschland, aber auch in Holland, Österreich und Frankreich eingeschlossenen Betroffenen waren im Mittel 76 Jahre alt und zu 52 % weiblich. Bei 65 % war die New-York-Heart-Association-Klasse II, 68 % hatten eine Vorgeschichte von Vorhofflimmern, 24 % von Diabetes mellitus, die mittlere eGFR lag bei 60 ml/min.
Die medikamentöse Vorbehandlung umfasste bei 30 % einen ACE-Hemmer, bei 40 % einen Angiotensinrezeptorblocker sowie bei 5 % einen ARNI. 75 % waren mit Betablocker vorbehandelt, 17 % mit einem SGLT2-Hemmer. Diuretika waren insgesamt bei 83 % in der Therapie, bei 69 % ein Schleifendiuretikum.
SPIRIT-HF fand bei 743 Patientinnen und Patienten mit stabiler HFpEF/HFmrEF keinen Effekt des steroidalen MRA Spironolacton auf den primären Endpunkt von CV-Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen nach 24 Monaten (HR 1,18; 95%KI [0,72; 1,92]; p=0,512). Dieses neutrale Ergebnis war auch in den präspezifizierten Subgruppen konsistent, z. B. LVEF < bzw. >50 %.
Für die sekundären Endpunkte der gesamten CV-Hospitalisierungen und der Gesamt-Hospitalisierungen ergab sich sogar ein Trend zu einer Zunahme unter Spironolacton (RR 1,36 [0,99-1,86], p=0,055 bzw. 1,40 [1,07–1,83], p=0,013). Der sekundäre Endpunkt des kardiovaskulären Tods trat bei 2,4 % unter Spironolacton und 3,6 % unter Placebo auf (p=0,20).
Der wichtigste Sicherheitsendpunkt, Tod jeglicher Ursache, war 3,8 % bei Spironolacton und 4,0 % bei Placebo (p=0,96). Unter Spironolacton kam es zu einem signifikanten Abfall der eGFR, des systolischen Blutdrucks sowie zu einem signifikanten Anstieg des Serumkaliums. Wie erwartet trat eine klinisch relevante Hypotension bei 4,5 % unter Spironolacton auf, bei 2,0 % unter Placebo (HR 2,26, p=0,009); eine relevante Hyperkaliämie bei 4,8 % unter Spironolacton und 1,4 % unter Placebo (HR 3,49, p=0,004).
Es wurde eine hohe Rate von vorzeitigen Beendigungen der Studienmedikation beobachtet; unter Spironolacton beendeten 50 % der Patientinnen und Patienten die Therapie nach 21 Monaten, unter Placebo 50 % nach 31 Monaten. Es konnte jedoch auch bei einer „on-treatment“-Analyse kein relevanter Effekt von Spironolacton auf den primären Endpunkt gezeigt werden (RR 0,94 [0,49–1,79], p=0,84).
Eine präspezifizierte und mit den Primärdaten zusammen publizierte Metaanalyse umfasste SPIRIT und TOPCAT Americas – in TOPCAT Americas, einer Subgruppenanalyse der bezüglich des primären Endpunkts neutralen TOPCAT-Studie, hatte sich ein signifikanter Effekt von Spironolacton gezeigt. Auch in dieser Metaanalyse konnte kein signifikanter Effekt von Spironolacton auf CV-Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen gezeigt werden.
Bei Patientinnen und Patienten mit stabiler HFpEF/HFmrEF konnte SPIRIT-HF keinen Effekt des steroidalen MRA Spironolacton auf CV-Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen zeigen. Die Zahl an Hospitalisierungen war sogar tendenziell höher unter Spironolacton.
Dabei ist zu bemerken, dass SPIRIT-HF durch die COVID-Pandemie beeinträchtigt wurde, und letztlich nur 743 Personen randomisiert werden konnten, sodass die Studie under-powered war. Weitere Studien (wie SPIRIT-HFpEF) laufen noch. Generell ist jedoch wichtig, dass auch bei den 743 Patientinnen und Patienten kein Trend für einen positiven Effekt von Spironolacton zu sehen war – bei substanzieller Nebenwirkungsrate. Es zeigt sich zudem, wie bereits in der BARACK-D Studie, dass ein erheblicher Teil der Betroffenen schon relativ früh nicht mehr auf Studienmedikation war.
Somit muss zusammengefasst werden, dass bei der bestehenden Zulassung und positiven Datenlage (FINEARTS-HF) aktuell nur der nichtsteroidale MRA Finerenon bei Patientinnen und Patienten mit HFpEF/HFmrEF empfohlen werden kann.
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