Trotz moderner Therapien werden etwa 25 % der Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten innerhalb von 30 Tagen rehospitalisiert. Die telemedizinische Überwachung mittels CardioMEMS ist etabliert, jedoch ist unklar, ob der pulmonalarterielle Druck (PAP) das Körperwasservolumen zuverlässig widerspiegelt.
MAGIC-HF (NCT06977477) ist eine multizentrische Pilotstudie mit 17 HFpEF-Patientinnen und -Patienten (71,5±5,4 Jahre; 59 % Frauen) an den Unikliniken Magdeburg, Gießen und Würzburg, die entweder ein implantiertes CardioMEMS™-Gerät trugen oder mindestens einmal im Vorjahr wegen Herzinsuffizienz hospitalisiert worden waren. Ergänzend wurde das nicht-invasive Körperwasser-Monitoring mittels einer bioelektrischen Impedanzanalyse (BWA ON) über 6 Monate eingesetzt. Die Messungen erfolgten täglich zuhause und dauerten jeweils 2 Minuten. Gemessen wurde das Verhältnis von extrazellulärem Wasser zu Ganzkörperwasser (ECW/TBW). Alle Daten wurden digital erfasst und an das klinische Team übermittelt.
Das System war sicher und gut integrierbar (Adhärenz 91 %), ohne dass Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen vorkamen. Im Mittel wurden 4,1±3,6 Therapieanpassungen pro Person vorgenommen – keine davon wurde durch einen erhöhten PAP ausgelöst. Die ECW/TBW-Ratio sank signifikant (p<0,05). Die Nierenfunktion (Kreatinin und GFR) blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum stabil – ein wichtiges Sicherheitssignal.
Von 2.450 Messpaaren zeigten nur 21,6 % eine Übereinstimmung von Druck- und Volumenanstieg. Zu 48,9 % wurde ein erhöhtes Volumen bei normalem PAP (relevante Kongestion ohne Drucksignal) beobachtet, während ein erhöhter PAP bei normalem Volumen selten war (3 %; p<0,001).
PAP und Körperwasservolumen sind bei HFpEF häufig diskordant. Eine rein druckbasierte Überwachung kann relevante Kongestion übersehen. Die Pilotstudie zeigte, dass das volumenbasierte Monitoring mittels BWA ON sicher und praktikabel ist und stellt die Grundlage für eine geplante randomisierte kontrollierte Studie (RCT) in Dänemark dar (~600 Patientinnen und Patienten) mit dem primären kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärer Mortalität und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz.
Die aktuell vorgestellte MAGIC-HF-Studie hat an Patientinnen und Patienten mit HFpEF mittels einer Impedanzwaage das Verhältnis von extrazellulärem Wasser zu Ganzkörperwasser seriell gemessen. Auch wenn es sich bloß um 17 Personen handelte, ist es interessant zu beobachten, dass relativ häufig ein erhöhtes Volumensignal ohne eine messbare Erhöhung des pulmonalarteriellen Drucks mittels CardioMems auftrat. Dies könnte darauf hindeuten, dass serielle Impedanzmessung eine Therapiesteuerung bei HFpEF möglich macht, die vielleicht sogar der mittels Messung des pulmonalarteriellen Drucks überlegen ist. Hierzu müssen jedoch sicherlich erst große Studien durchgeführt werden. Vermutlich waren die Therapieanpassungen Änderungen (vor allem Steigerung) der Diuretikadosis, womit einer Überwässerung und konsekutiver Hospitalisierung begegnet werden kann.