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Nicht-invasive Messung mit CAAS vFFR und FFRangio

ACC-Kongress 2026 | Fast III/ALL-RISE: In den beiden Studien wurde jeweils die Nicht-Unterlegenheit der CAAS vFFR (Coronary Angiography Analysis System vessel Fractional Flow Reserve) und der FFRangio gegenüber der druckdrahtbasierten Standardmethode bei rund 2.000 Personen mit chronischem Koronarsyndrom oder NSTEMI untersucht. Prof. William Fuller Fearon (Stanford, UK) und Studienleiter Prof. Joost Daemen (Rotterdam, Niederlande) stellten die Daten vor.1,2

 

Prof. Tommaso Gori (Universitätsmedizin Mainz) berichtet und kommentiert.

Von:

Prof. Tommaso Gori

Rubrikleiter Vaskuläre Herzerkrankungen

 

 

29.03.2026

Bildquelle (Bild oben): pisaphotography / Shutterstock.com

Die beiden randomisierten Studien Fast III und ALL-RISE untersuchten drahtlose Verfahren zur funktionellen Beurteilung intermediärer Koronarstenosen im Vergleich zur etablierten druckdrahtbasierten FFR-Messung. Beide Studien wurden als Non-inferiority-Studien konzipiert, was sinnvoll ist, da sie eine semi-invasive Alternative zur invasiven, drahtbasierten FFR darstellen.

FAST III

In der FAST-III-Studie wurde die Revaskularisationsstrategie anhand der angiografiebasierten vessel fractional flow reserve (vFFR) mit der klassischen druckdrahtbasierten FFR verglichen. Eingeschlossen wurden über 2.200 Patientinnen und Patienten mit intermediären Stenosen (30–80 %). Nach einem Jahr zeigte sich kein Unterschied im primären kombinierten Endpunkt (Tod, Myokardinfarkt oder Revaskularisation), der in beiden Gruppen bei circa 7,5 % lag. Die vFFR-Strategie erwies sich damit als nicht unterlegen (Non-inferiority Margin von 3 %) bei vergleichbarer Sicherheit.

ALL-RISE

Die ALL-RISE-Studie evaluierte ein ähnliches Konzept, jedoch mit angiografiebasierter FFR (FFRangio). Insgesamt 1.930 Patientinnen und Patienten wurden randomisiert. Auch hier zeigte sich nach einem Jahr kein signifikanter Unterschied im primären Endpunkt (6,9 % vs. 7,1 %). Die angiografiebasierte Strategie war ebenfalls nicht unterlegen gegenüber der druckdrahtgestützten Messung, ohne Unterschiede bei prozeduralen Komplikationen.

Fazit

Zusammenfassend belegen beide Studien konsistent, dass angiografiebasierte, drahtlose Verfahren zur funktionellen Läsionsbeurteilung (vFFR bzw. FFRangio) klinisch gleichwertig zur etablierten FFR sind. Diese Ansätze könnten die Anwendung physiologischer Diagnostik im Katheterlabor vereinfachen und potenziell deren Nutzung im klinischen Alltag erhöhen.

Kommentar

Die in Fast III und ALL-RISE untersuchten angiografiebasierten Verfahren (vFFR, FFRangio) sind zweifellos vielversprechend, da sie eine funktionelle Läsionsbeurteilung ohne Druckdraht und Hyperämie ermöglichen. Eine wesentliche Limitation dieser Methoden liegt allerdings in ihrer Abhängigkeit von der Bildqualität und standardisierten Akquisition. Insbesondere bei der retrospektiven Auswertung bereits vorhandener Angiografiefilme – also genau in dem Szenario, in dem der größte praktische Nutzen wäre – ist die Performance deutlich eingeschränkt. Diese Methoden sind nur dann sinnvoll, wenn sie direkt in das Röntgensystem integriert und unmittelbar nach Bildakquisition verfügbar sind. Eine Off-line-Auswertung ist zeitaufwendiger als die traditionelle drahtbasierte Methode. Letztlich bleibt die Frage, ob die gezeigte Nichtunterlegenheit nicht zumindest teilweise darauf zurückzuführen ist, dass die Ereignisrate bei Patientinnen und Patienten mit chronischem Koronarsyndrom insgesamt niedrig ist.

Zur Person

Prof. Tommaso Gori

Prof. Tommaso Gori ist als DZHK-W3-Professor für vaskuläre und myokardiale Interaktionen tätig sowie als Leiter des Herzkatheterlabors in der Universitätsmedizin Mainz. Seine Forschungsgebiete umfassen die koronaren Herzerkrankungen, bildgebende Verfahren sowie die kardiovaskuläre Pharmakologie.
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Key Facts der Studie

Nicht-Unterlegenheit der nicht-invasiven Methoden FFRangio und CAAS vFFR gegenüber der druckdrahtbasierten Standardmethode bei rund 2.000 Personen mit chronischem Koronarsyndrom oder NSTEMI.

Beide angiografiebasierten Strategien waren nicht unterlegen gegenüber der druckdrahtgestützten Messung, ohne Unterschiede bei prozeduralen Komplikationen.

Angiografiebasierte, drahtlose Verfahren zur funktionellen Läsionsbeurteilung (vFFR bzw. FFRangio) sind klinisch gleichwertig zur etablierten FFR. Die nicht-invasiven Methoden sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn sie direkt in das Röntgensystem integriert und unmittelbar nach Bildakquisition verfügbar sind. 

Referenzen

  1. Fearon WF et al. A Large-scale, Global Randomized Trial Of Coronary Physiology Derived From Conventional Angiography Compared With An Invasive Pressure Wire-based Approach To Guide Percutaneous Coronary Intervention. Late-Breaking Clinical Trials III, 29.03. (8:30-9:30 am), New Orleans, ACC 2026.
  2. Daemen J et al. Fractional Flow Reserve Or 3d-quantitative Coronary Angiography-based Vessel-Ffr Guided Revascularization - The Fast III Trial. Late-Breaking Clinical Trials III, 29.03. (8:30-9:30 am), New Orleans, ACC 2026.

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