Insgesamt fördert die DFG bundesweit 13 neue SFB zur weiteren Stärkung der universitären Spitzenforschung, darunter zwei neue kardiovaskuläre SFB. Die neuen Forschungsverbünde werden ab Oktober 2026 zunächst für 3 Jahre und 9 Monate mit insgesamt rund 170 Millionen Euro gefördert.
Zudem bewilligte der Ausschuss die Verlängerung von 25 bestehenden SFB um jeweils eine weitere Förderperiode, darunter 8 SFB/Transregio (TRR), wobei TRR von mehreren antragstellenden Hochschulen gemeinsam getragen werden. Im kardiovaskulären Bereich wurden 4 Verbünde verlängert.
SFB ermöglichen die Bearbeitung innovativer und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund und dienen der Schwerpunkt- und Strukturbildung an Hochschulen. Die maximale Förderdauer beträgt 12 Jahre. Ab Oktober 2026 fördert die DFG damit insgesamt 260 SFB-Verbünde.
Das Programm zur Verbundforschung in Sonderforschungsbereichen (SFB) und Transregios (TRR) ist ein Flaggschiff-Programm der DFG, welches über alle Disziplinen hinweg nach einem zweistufigen intensiven und detaillierten Begutachtungsprozess Verbünde in allen Disziplinen an deutschen Universitäten fördert. Aufgrund seiner strengen Auswahl und mehrdimensionalen Ausrichtung ist dieses Programm in der Forschungslandschaft der europäischen Förderinstitutionen als Instrument der Förderung einer international sehr sichtbaren und exzellenten Forschung mit einem außerordentlichen Renommee hoch anerkannt. Dabei werden einzelne Forschungsprojekte zu verwandten Forschungsthemen in Verbünden zusammengefasst mit dem Ziel, in dem Verbund einen Mehrwert zu generieren, der höher ist als der Wert der einzelnen Teilprojekte.
Der Verbund muss neben einer exzellenten Forschung in den Teilprojekten eine Strategie entwickeln, wie er das jeweilige wissenschaftliche Feld während einer 12-jährigen Laufzeit (3 Perioden à 4 Jahre mit jeweiliger Zwischenbegutachtung) weiterentwickelt. Neben der Projektförderung stellt die Schwerpunkt- und Strukturbildung an der jeweiligen beantragenden Hochschule ein wesentliches Merkmal dieser Verbundförderung dar. Damit umfasst das Programm zeitgleich zwei wesentliche Aspekte von Förderungsstrategien, welche es in dieser Kombination weder im Einzelverfahren noch in der Exzellenzstrategie gibt.
In Deutschland werden aktuell 10 SFB-/TRR-Verbünde mit kardiologischen Schwerpunktthemen gefördert (siehe nachfolgende Tabelle). Dies ist eine außerordentlich hohe Leistung der deutschen kardiovaskulären Forschungs-Community und stärkt die experimentelle, translationale und klinische Wissenschaft gleichermaßen in der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Anzahl der kardiovaskulären Verbünde in den letzten 6 Jahren mehr als verdoppelt hat.
In der aktuellen Sitzung des Bewilligungsausschusses der DFG wurden davon 4 Verbünde erfolgreich re-begutachtet und werden nun in der zweiten 4-jährigen Förderperiode weiter gefördert werden: SFB 1525 „Kardio-immune Schnittstellen“ (Würzburg), SFB 1531 „Stroma-vaskuläres Kompartment“ (Frankfurt), SFB 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ (Heidelberg) sowie der TRR 332 „Neutrophile Granulozyten“ (Münster). Diese erfreuliche Bilanz wird noch verstärkt durch die erfolgreiche Begutachtung und Bewilligung der Ersteinrichtung von zwei neuen kardiovaskulären Forschungsverbünden: SFB 1774 „Herz-Diabetes-Crosstalk“ (Düsseldorf) und SFB 1784 „Thrombose und Inflammation“ (München).
In Summe hat die kardiovaskuläre Verbundforschung damit in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung erfahren. Dies spiegelt nicht nur den hohen „medical need“ wider, die Ursachen der aktuell häufigsten nicht kommunizierbaren Erkrankungen zu erforschen und daraus neue diagnostische und therapeutische Pfade zu entwickeln, sondern auch die international hoch kompetitive Leistungsbereitschaft und das Potenzial kardiovaskulärer Forscher und Forscherinnen an deutschen Universitäten.
Zur Überssichtsseite Basic Science