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Quick Dive: Physician Assistants in der Kardiologie

In unserer Reihe "Quick Dive" stellen die Autorinnen und Autoren von Publikationen medizinischer Fachgesellschaften prägnant die wichtigsten Hintergründe und Inhalte der jeweiligen Veröffentlichung vor. Dieses Mal wird eingetaucht in:

Positionspapier Physician Assistants (PA) – Einsatz von PAs in der Kardiologie

Aus der Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK

07.01.2026 | Verfasst von: Götz Buchwalsky · Sönke Fölsch · Marcus Hennersdorf · Henrik Herrmann · Christian Perings* · Tanja K. Rudolph · Christoph Langer · Dörte Busch · Katharina Larisch

Von:

Melissa Wilke

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

04.02.2026

Bildquelle (Bild oben): vovan / Shutterstock.com

5 Fragen an den Erstautor

Dr. Götz Buchwalsky, Elektrophysiologie Bremen am Klinikum Links der Weser

Was sind Anlass und Ziel der Publikation?

 

Anlass des Papiers ist die zunehmende Bedeutung eines noch recht jungen Berufes in der Medizin, der als Arztassistenz bei medizinischen Tätigkeiten eingesetzt werden soll.

 

Ziel des Papiers ist es, möglichst genau und juristisch gesichert den Einsatzbereich von Physician Assistants in der Kardiologie zu beschreiben, damit deren Integration in der Versorgung von kardial kranken Patienten problemlos möglich ist. Hierbei werden die möglichen Tätigkeitsbereiche erläutert und auch auf etwaige Limitationen eingegangen.

 

Was sind die wichtigsten Take-Home Messages?

 

  1. Physician Assistants (PA) können sinnvoll und rechtssicher bei vielen Tätigkeiten in der Kardiologie arztunterstützend eingesetzt werden.
  2. Bei entsprechender Ausbildung kann ein PA auch Teilschritte invasiver Leistungen auf Anweisung durch einen Facharzt und unter dessen Aufsicht übernehmen.
  3. Wichtig ist eine fundierte weitere Ausbildung eines PAs durch Fachärzte, um deren Tätigkeitsmöglichkeiten voll nutzen zu können.
  4. PAs können zu einer erheblichen Entlastung von Ärzten in der Kardiologie führen.
Schaubild mit fünf ineinandergreifenden Kreisen: Integration der PAs in die Personalstruktur des kardiovaskulären Intensivbereiches
© Quelle: Buchwalsky et al. 2026
Integration der PAs in die Personalstruktur des kardiovaskulären Intensivbereiches

Was sind Herausforderungen bei der Umsetzung und mögliche Lösungen?

 

Die Herausforderung bei der Umsetzung ist zunächst erstmal die Anerkennung, dass ein PA aufgrund seiner Ausbildung keine „bessere MFA oder Krankenschwester/ Pfleger“ ist, sondern eine echte Arztassistenz. Analog zu Ärzten in der Facharztausbildung sollten PAs in ihrem Berufszweig stetig weiter ausgebildet sein. Ein „Mentoringkonzept“ mit Zuordnung eines Facharztes oder einer Fachärztin zu einem PA ist für die Vermittlung von Kompetenzen und Überwachung von Tätigkeiten in der Anfangsphase nach dem abgeschlossenen Studium hilfreich und fördert die Expertise des PAs und damit dann auch die Einsatzmöglichkeiten bei zum Beispiel auch invasiven Leistungen.

 

Welche Punkte sind offengeblieben?

 

Zu Regeln ist sicher noch der Einsatz von PAs in der immer stärker werdenden und geforderten ambulanten Medizin, da sich hier noch juristische Fragen stellen. Hier ist die Erbringung von Leistungen oftmals persönlich an einen KV-Arzt begunden.

 

Ausblick: Welche Entwicklungen zum Thema zeichnen sich ab?

 

Die letzten Jahre zeigen eine erhebliche Zunahme der Einsätze von PAs und es werden immer mehr PAs ausgebildet. Sie werden, analog zu Fachkräften aus dem Ausland, eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheitsversorgung haben und diese optimieren.

Weiter zur vorgestellten Publikation:

"Physician Assistants (PA)“ – Einsatz von PAs in der Kardiologie – DGK-Positionspapier

Buchwalsky, G., Fölsch, S., Hennersdorf, M. et. al.

„Physician Assistants (PA)“ – Einsatz von PAs in der Kardiologie – DGK-Positionspapier

Kardiologie (2026)

https://doi.org/10.1007/s12181-025-00779-z

Zur Person

Dr. Götz Buchwalsky

Dr. Götz Buchwalsky ist Kardiologe und Partner der Elektrophysiologie Bremen. Die Elektrophysiologie Bremen ist eine der größten Einrichtungen für Elektrophysiologie in Deutschland und führt mehr als 3.000 ablative Eingriffe und 1.000 operative Eingriffe bei Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz durch. Zusätzlich werden durch die Elektrophysiologie Bremen mehrere Veranstaltungen für die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie durchgeführt.
Prof. Götz Buchwalsky

Kurzinfo: Die Formate der DGK-Publikationen

Leitlinien sind für Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Stütze im klinischen Alltag, um ihre Patientinnen und Patienten nach neuestem Stand der Wissenschaft bestmöglich zu behandeln. Dabei dienen die Leitlinien als verlässliche Handlungsempfehlungen in spezifischen Situationen.

Pocket-Leitlinien sind Leitlinien in kompakter, praxisorientierter Form. Bei Übersetzungen von Pocket-Leitlinien der ESC werden alle Empfehlungsklassen und Evidenzgrade der Langfassung übernommen.

Master Pocket-Leitlinien stellen eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der Leitlinienempfehlungen in Form von grafischen Diagnose- und Therapiealgorithmen dar. Als Quelle der Empfehlungen dienen dabei vorwiegend die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien erstellten Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) sowie deren deutsche Übersetzung durch die DGK.

CardioCards behandeln im Wesentlichen Themen der Diagnostik und Akuttherapie für den ambulanten Bereich. Hier werden die essenziellen Informationen von Leitlinien komprimiert und übersichtlich zusammengefasst.

Kommentare beinhalten Hinweise, wie sich die neuen von den alten Leitlinien unterscheiden, Hinweise auf wesentliche Neuerungen, die seit dem Erscheinen der ESC-Leitlinien bekannt geworden sind, Diskussion kontroverser Empfehlungen in den ESC-Leitlinien sowie Möglichkeiten und Grenzen der Leitlinienumsetzung im Bereich des deutschen Gesundheitswesens.

Ein Positionspapier behandelt eine Fragestellung von großem allgemeinen Interesse, für die keine aktuelle Leitlinie vorliegt.

Bei einem Konsensuspapier handelt es sich um ein von mehreren Fachgesellschaften getragenes Statement.

Diese Veröffentlichungen enthalten Empfehlungen einer DGK-Arbeitsgruppe zu einer speziellen Frage von großem Interesse.

Stellungnahmen der DGK beziehen sich auf gesundheitspolitische Fragestellungen und erfolgen durch den Vorstand, gemeinsam mit Kommissionen und Projektgruppen. Sofern möglich und sinnvoll, werden auch Fachgesellschaft-übergreifende Stellungnahmen ausgearbeitet.

Ein Manual ist eine praktisch orientierte Expertenempfehlung für wesentliche kardiovaskuläre Prozeduren.

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