Zentrum

DGK-Zentren auf einen Blick: Renales Denervationszentrum – Hilfe bei der Blutdruckeinstellung

Wenn ein gesünderer Lebensstil und Medikamente den Bluthochdruck nicht ausreichend senken können oder die Medikamente nicht vertragen werden, kann das minimalinvasive Verfahren der renalen Denervation in Betracht gezogen werden. Auf das Verfahren haben sich Renale Denervationszentren spezialisiert. Prof. Dr. Felix Mahfoud beantwortet zentrale Fragen zur Einrichtung.

Von Max Hendriks

 

11.03.2026


Bildquelle (Bild oben): Prathankarnpap / Shutterstock.com (bearbeitet)

Das Wichtigste in Kürze

Renale Denervationszentren (RDZ) sind spezialisierte Bereiche innerhalb von Krankenhäusern, die sich mit schwer einstellbarem Bluthochdruck beschäftigen.

 

Der besondere Schwerpunkt liegt auf dem Verfahren der renalen Denervation, einem minimalinvasiven Verfahren zur Blutdrucksenkung per Katheter.

 

Vor allem bei z. B. dauerhaft erhöhtem Blutdruck trotz mehrerer Medikamente oder stark schwankenden Blutdruckwerten ist ein Aufsuchen des Zentrums sinnvoll.


In Deutschland gibt es über 15 Einrichtungen, die u. a. durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Renale Denervationszentren zertifiziert sind.


Zu den wichtigsten Kriterien der Zertifizierung zählen u. a.:

 

  • eine nachgewiesene Expertise in der Behandlung von Bluthochdruck und in interventionellen Verfahren
  • speziell geschulte Teams und strukturierte Abläufe
  • dokumentierte Behandlungsqualität und regelmäßige Qualitätssicherung

Was sind Renale Denervationszentren?

Die Zentren sind auf die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck spezialisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der renalen Denervation, einem minimal-invasiven katheterbasierten Verfahren zur Blutdrucksenkung. Ziel des Zentrums ist es, Betroffene strukturiert, leitliniengerecht und interdisziplinär zu betreuen und individuelle, evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu ermöglichen.

Zum Experten

Prof. Dr. Felix Mahfoud

Prof. Dr. Felix Mahfoud ist Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Basel.

mahfoud-felix-portrait-1zu1-375x375 mahfoud-felix-portrait-1zu1-375x375

Wann sollte man ein Renales Deneverationszentrum aufsuchen?

In der Regel erfolgt die Überweisung in ein Renales Denervationszentrum nach vorheriger Abklärung in einer hausärztlichen oder kardiologischen Praxis. Sinnvoll ist eine Vorstellung insbesondere bei:

 

  • dauerhaft erhöhtem Blutdruck trotz mehrerer Medikamente
  • Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen bei der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente
  • stark schwankenden Blutdruckwerten
  • Verdacht auf eine sogenannte therapieresistente Hypertonie
  • hohem kardiovaskulärem Risiko bei unzureichender Blutdruckkontrolle


Auch Patientinnen und Patienten, bei denen eine interventionelle Therapieoption geprüft werden soll, profitieren von einer spezialisierten Abklärung im Zentrum.

Wie findet man ein Renales Deneverationszentrum in seiner Nähe?

In Deutschland gibt es über 15 Renale Denervationszentren. Mit der Suche der DGK finden Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl alle zertifizierten Einrichtungen in Ihrem Umkreis auf einen Blick!

Was sollte man in ein Renales Deneverationszentrum mitnehmen?

Hilfreich sind:

 

  • eine aktuelle Medikamentenliste
  • vorhandene Arztberichte und Vorbefunde
  • Blutdrucktagebuch oder Heimblutdruckmessungen
  • Ergebnisse von Langzeit-Blutdruckmessungen
  • Laborwerte und Bildgebung des Herzens und der Niere


Diese Unterlagen erleichtern eine rasche und fundierte Beurteilung.

Wie wird ein Renales Denervationszentrum zertifiziert?

Die Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), der Deutschen Hochdruckliga (DHL®, Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention) und der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) stellt sicher, dass ein Zentrum definierte Qualitätsstandards erfüllt. Dazu zählen:

 

  • nachgewiesene Expertise in der Behandlung von Bluthochdruck und in interventionellen Verfahren
  • speziell geschulte Teams und strukturierte Abläufe
  • standardisierte diagnostische und therapeutische Protokolle
  • dokumentierte Behandlungsqualität und regelmäßige Qualitätssicherung
  • enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche


Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies ein hohes Maß an Sicherheit, Erfahrung und Behandlungsqualität sowie eine Versorgung nach einheitlichen, überprüften Standards.


Die einzelnen Kriterien im Detail können Sie hier einsehen.

 

Weitere informative Artikel dazu finden Sie auf unserer Übersichtsseite Blutdruck.

FAQ – Häufige Fragen zu Renalen Denervationszentren

Renale Denervationszentren (RDZ) sind spezialisierte Stationen innerhalb von Krankenhäusern, die sich mit schwer einstellbarem Bluthochdruck beschäftigen. Der besondere Schwerpunkt liegt auf dem Verfahren der renalen Denervation, einem minimalinvasiven Verfahren zur Blutdrucksenkung per Katheter.

Vor allem bei dauerhaft erhöhtem Blutdruck trotz mehrerer Medikamente oder stark schwankenden Blutdruckwerten ist ein Aufsuchen des Zentrums sinnvoll. Auch zur Prüfung einer interventionellen Therapieoption profitiert man von einer spezialisierten Abklärung im Zentrum.

In Deutschland gibt es über 15 Einrichtungen, die als Renale Denervationszentren zertifiziert sind. Über die Suche der DGK finden Sie alle zertifizierten Einrichtungen in Ihrem Umkreis!

Ein Renales Denervationszentrum muss für eine Zertifizierung definierte Qualitätsstandards erfüllen. Dazu zählen u. a. die nachgewiesene Expertise in der Behandlung von Bluthochdruck und in interventionellen Verfahren und speziell geschulte Teams und strukturierte Abläufe. So kann ein hohes Maß an Sicherheit, Erfahrung und Behandlungsqualität sowie eine Versorgung nach einheitlichen, überprüften Standards gewährleistet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Dauerhaft erhöhter Blutdruck, auch Hypertonie genannt, schädigt wichtige Organe. Auf welche Werte Sie achten müssen, wie Sie vorbeugen können und wie behandelt wird.
bluthochdruck-943375326-t bluthochdruck-943375326-t

Der Puls ist die spürbare Druckwelle, wenn das Herz stoßweise Blut in den Körper pumpt. Welcher Ruhepuls normal ist und wer regelmäßig den Puls prüfen sollte.
puls-iStock-647725014-t puls-iStock-647725014-t

Ein unbehandelter Bluthochdruck kann zu Erkrankungen der Blutgefäße und Organe führen – das sind die Folgen und Auswirkungen des Hochdrucks.
unbehandelter-bluthochdruck-folgen-1719538574_T unbehandelter-bluthochdruck-folgen-1719538574_T