Projekt des DGK-Zentrums für kardiologische Versorgungsforschung

German Cardiac Arrest Registry (G-CAR)

Das German Cardiac Arrest Registry (G-CAR) ist ein nationales, prospektives und multizentrisches Reanimationsregister für erwachsene Patient:innen nach außerklinischem Herzkreislaufstillstand (out-of-hospital cardiac arrest, OHCA). Ziel ist ein umfangreiches Verständnis des Krankheitsbildes, um perspektivisch die Behandlung und Nachsorge Betroffener zu optimieren.

 

Studiendesign

Das Registers erfasst systematisch den gesamten Behandlungsverlauf sowie das Outcome von OHCA-Patient:innen in Deutschland. Der Fokus liegt einerseits auf kardiovaskulären und interventionellen Therapieaspekten und andererseits auf funktionellen Langzeit-Outcomes.

 
Wissenschaftlicher Hintergrund

In Deutschland erleiden jährlich etwa 80.000 Menschen einen OHCA. Trotz des medizinischen Fortschrittes sind die Überlebensraten mit gutem neurologischem Ergebnis weiterhin unbefriedigend. Aufgrund der Akuität und Heterogenität des Krankheitsbildes fehlt für viele zentrale Fragestellungen eine belastbare Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien. Aufgrund dessen ist eine systematische und standardisierte Erfassung des präklinischen, klinischen und poststationären Behandlungsverlaufs sowie des Outcomes von Betroffenen essentiell, um die Versorgungsrealität in Deutschland abzubilden, konkrete Probleme zu identifizieren und diese künftig gezielt zu adressieren.

Aktuell (Stand 01/2026) umfasst G-CAR Daten von über 2.700 OHCA-Patient:innen aus 24 teilnehmenden Zentren. Erfasst werden Informationen über demografische Aspekte, detaillierte Reanimationsdaten (z.B. Einsatzort, Laienreanimationsraten, Nutzung von Telefonreanimation, AEDs oder First-Responder-Apps, relevante Zeitspannen), zugrundeliegende Ursachen sowie hämodynamische, laborchemische und apparative Befunde. G-CAR ist ein kardiologisch geführtes Register, sodass kardiovaskuläre und interventionelle Behandlungsaspekte wie Details zur Koronarangiografie (z.B. Zeitpunkt, Zugangsweg, PCI-Strategie), mechanischer Kreislaufunterstützung (z.B. Indikation, Komplikationen) oder Temperaturmanagement sehr granulär erfasst werden. Ein weiteres Hauptaugenmerk des Registers sind umfangreiche Follow-Ups nach 30 Tagen sowie nach 6 und 12 Monaten. Hierbei werden neben Mortalität und neurologischem Outcome vorrangig patientenberichtete Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität, psychopathologischen Symptomen und der Reintegration Betroffener in den Alltag erhoben.

 
Projektlaufzeit

seit Juli 2021

 

Ansprechpartner

Wissenschaftliche Leitung

PD Dr. Janine Pöss

Herzzentrum Leipzig

Universitätsklinik für Kardiologie

Strümpellstraße 39

04289 Leipzig

E-Mail: janine.poess@medizin.uni-leipzig.de