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DGK-Zentren auf einen Blick: Vorhofflimmer-Zentrum – Qualitätssicherung bei der Kathetherablation

Die minimalinvasive Verödungstherapie am Herzen (Katheterablation) stellt heute die wichtigste Behandlungsmethode von Vorhofflimmern dar. Vorhofflimmer-Zentren haben sich auf die Durchführung ebensolcher Behandlungen auf einem hohen Niveau spezialisiert. Prof. Dr. Thomas Deneke und Prof. Dr. KR Julian Chun stellen diese Einrichtungen vor.

Von Max Hendriks

 

16.04.2026 (aktualisiert: 10.07.2026)


Bildquelle (Bild oben): Prathankarnpap / Shutterstock.com (bearbeitet)

Das Wichtigste in Kürze

Ein Vorhofflimmer-Zentrum ist eine Einrichtung, die auf die Behandlung von Vorhofflimmern (VHF), insbesondere per Katheterablation spezialisiert ist. Die Katheterablation ist ein Eingriff, bei dem ein dünner biegsamer Schlauch (Katheter) durch die Blutgefäße in der Leiste oder am Handgelenk eingeführt wird, um kleine Bereiche im Herzen gezielt zu veröden.

 

Eine Katheterablation wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist. Dazu gehören u. a. Herzstolpern, Luftnot, verringerte Leistungsfähigkeit und Herzrasen.


In Deutschland gibt es über 100 Einrichtungen, die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Vorhofflimmer-Zentren zertifiziert sind.


Im Rahmen der DGK-Zertifizierung wird u. a. die Qualität folgender Schritte kontrolliert:

 

  • Ärztliche Entscheidung, ob die Behandlung sinnvoll ist 
  • Durchführung der Katheterablation
  • Nachsorge

Über ihre Postleitzahl finden Patientinnen und Patienten HIER alle Einrichtungen im Umkreis auf einen Blick!

Vorhofflimmern ist eine sehr häufige, nicht lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die sich meist durch einen unregelmäßigen und schnelleren Herzschlag bemerkbar macht. Das elektrische Signal, das den Rhythmus des Herzschlags vorgibt, entsteht in einer bestimmten Region des rechten Vorhofs und breitet sich von dort gleichmäßig aus. Ist die Ausbreitung des elektrischen Signals gestört, kann es zu einem Zittern der Vorhöfe kommen, was als Vorhofflimmern bezeichnet wird. Dadurch kann das Herz aus dem Takt geraten, so dass es schneller und unregelmäßig schlägt. Das Risiko für Vorhofflimmern steigt mit dem Alter an – so sind etwa 10 % der über 80-Jährigen betroffen. Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Vorhofflimmern verursachen, wie Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder Herzklappenfehler. Je nach Schwere kann Vorhofflimmern mit oder ohne Beschwerden verlaufen.

Was ist ein Vorhofflimmer-Zentrum?

Die Katheterablation stellt heute die zentrale interventionelle Therapie des Vorhofflimmerns dar. Allein in Deutschland werden pro Jahr mehr als 100.000 Katheterablationen zur Behandlung von Vorhofflimmern durchgeführt. Daher ist es dringend notwendig, dass eine hohe und standardisierte Behandlungsqualität sichergestellt wird.


Die Zertifizierung von Vorhofflimmer-Zentren durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verfolgt das Ziel, die Qualität dieser Therapieform bundesweit zu standardisieren und nachhaltig zu verbessern. Im Fokus stehen dabei sowohl die Auswahl der Patientinnen und Patienten, die von einer Katheterablation profitieren, als auch die Auszeichnung von Exzellenzzentren, die diese Eingriffe mit hoher Expertise durchführen und eine strukturierte Nachsorge in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten gewährleisten.


Besonders hervorzuheben ist, dass diese Qualitätssicherung auf Initiative der DGK erfolgt und damit einen Bereich adressiert, der bislang nicht in vergleichbarer Weise abgebildet wird. Gerade bei einer so häufigen Erkrankung wie dem Vorhofflimmern unterstreicht dies den innovativen und versorgungsorientierten Anspruch der Fachgesellschaft.


Neue Technologien und veränderte Rahmenbedingungen in der Vergütung haben dazu geführt, dass die Katheterablation zunehmend auch in weniger erfahrenen Zentren angeboten wird. Dies macht die Definition und die Anwendung von klaren Qualitätsstandards sowie verbindlichen Sicherheitsstrukturen umso wichtiger.

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Prof. Dr. Thomas Deneke

Prof. Dr. Thomas Deneke ist Chefarzt der Rhythmologie am Klinikum Nürnberg und Herausgeber von Herzmedizin.de.

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Prof. Dr. KR Julian Chun

Prof. Dr. KR Julian Chun ist Facharzt für Innere Medizin und Schwerpunkt Kardiologie am Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt.

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Wann sollte man ein Vorhofflimmer-Zentrum aufsuchen?

Vorhofflimmern macht sich meist bemerkbar als Herzstolpern oder Herzklopfen, das in der Brust oder im Hals spürbar ist. Zu weiteren typische Beschwerden gehören Luftnot, schnelle Erschöpfung und Herzrasen.


Ein Vorhofflimmer-Zentrum kommt vor allem ins Spiel, wenn eine Katheterablation durchgeführt werden soll. Sie wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist oder bei denen eine Herzschwäche vorliegt.


In bestimmten Fällen kann das Vorhofflimmern durch einen dauerhaft zu schnellen Herzschlag zu einer Schwächung des Herzmuskels führen, was als Tachymyopathie bezeichnet wird. Diese Verschlechterung der Herzfunktion kann eine Ablation medizinisch sinnvoll machen. 

Wie findet man ein Vorhofflimmer-Zentrum in seiner Nähe?

In Deutschland gibt es über 100 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierte Vorhofflimmer-Zentren. Mit der Suche der DGK finden Sie nach Eingabe Ihrer Postleitzahl alle Einrichtungen in Ihrem Umkreis auf einen Blick!

Wie wird ein Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert?

Die Kriterien der Zertifizierung wurden von einer Gruppe ausgewiesener Expertinnen und Experten entwickelt und bereits in einer ersten Testphase im Jahr 2020 überprüft. Im Rahmen der Zertifizierung wird die Qualität folgender Schritte kontrolliert: 

 

  • Ärztliche Entscheidung, ob die Behandlung sinnvoll ist 
  • Durchführung der Katheterablation
  • Nachsorge
  • Versorgung möglicher Komplikationen in enger Zusammenarbeit mit Disziplinen wie Radiologie, Neurologie und Herzchirurgie


Ein weiterer zentraler Bestandteil der Zertifizierung ist die systematische und nachvollziehbare Bewertung aller relevanten Prozessschritte: von der Auswahl der Patientinnen und Patienten über die Vorbereitung und Durchführung des Eingriffs bis hin zum Management potenzieller Komplikationen und der konsequenten Nachuntersuchung. Nur durch eine solche ganzheitliche Betrachtung lässt sich die Qualität dieser komplexen Behandlungsprozesse sicherstellen und kontinuierlich optimieren.


Inzwischen wurden bereits mehr als 100 Zentren in Deutschland evaluiert und mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Damit wird bereits etwa die Hälfte aller Vorhofflimmer-Ablationen in Deutschland in zertifizierten Zentren durchgeführt. Dieser Aspekt sollte auch für Patientinnen und Patienten bei der Wahl eines Behandlungszentrums berücksichtigt werden, da eine ausreichende jährliche Prozedurzahl eng mit Behandlungsqualität, Sicherheit und guten Behandlungsergebnissen verknüpft ist.

Infos zur DGK und ihren Zertifizierungsprogrammen

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ist eine gemeinnützige wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 12.000 Mitgliedern aus Universitäten, Kliniken und Praxen vom Fachgebiet der Kardiologie. Das Ziel der Organisation ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wofür neben der Ausrichtung von Tagungen und Kongressen auch die Fortbildung der Mitglieder und die Veröffentlichung von medizinischen Leitlinien im Fokus stehen.

 

Darüber hinaus hat die DGK Zertifizierungsprogramme für Institutionen und Fachpersonen etabliert. Kardiologische Einrichtungen können sich in verschiedenen Bereichen zertifizieren lassen. Grundlage hierfür ist ein umfassender Kriterienkatalog, dessen Anforderungen erfüllt werden müssen, um die jeweilige Zertifizierung zu erhalten. Das Verfahren dient der Sicherung und kontinuierlichen Weiterentwicklung hoher Qualitätsstandards und trägt somit zu einer optimalen Patientenversorgung bei.

FAQ – Häufige Fragen zu Vorhofflimmer-Zentren

Ein Vorhofflimmer-Zentrum ist eine Einrichtung, die auf die Behandlung von Vorhofflimmern (VHF), insbesondere per Katheterablation spezialisiert ist. Die Katheterablation ist ein Eingriff, bei dem ein dünner biegsamer Schlauch (Katheter) durch die Blutgefäße in der Leiste oder am Handgelenk eingeführt wird, um kleine Bereiche im Herzen gezielt zu veröden.

Vorhofflimmern macht sich meist bemerkbar als Herzstolpern oder Herzklopfen, das in der Brust oder im Hals spürbar ist. Zu weiteren typische Beschwerden gehören Luftnot, schnelle Erschöpfung und Herzrasen. Ein Vorhofflimmer-Zentrum kommt vor allem ins Spiel, wenn eine Katheterablation durchgeführt werden soll. Sie wird üblicherweise nur bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Lebensqualität durch die auftretenden Symptome maßgeblich eingeschränkt ist oder bei denen eine Herzschwäche vorliegt.

In Deutschland gibt es über 100 Einrichtungen, die als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert sind. Über die Suche der DGK finden Sie die zertifizierten Einrichtungen in Ihrem Umkreis!

Für die DGK-Zertifizierung wurden notwendige Kriterien spezifisch entwickelt. Die Zertifizierung zielt darauf ab, die Qualität der Behandlungsmethode zu standardisieren und nachhaltig zu verbessern. Im Rahmen der Zertifizierung wird u .a. die Qualität der ärztlichen Entscheidung, ob die Behandlung sinnvoll ist, die Durchführung der Katheterablation und die Nachsorge kontrolliert.

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