Die Trikuspidalklappe befindet sich zwischen dem Vorhof und der Kammer der rechten Herzhälfte. Eine Undichtigkeit der Trikuspidalklappe, die als Trikuspidalklappeninsuffizienz bezeichnet wird, kommt eher bei Frauen vor und entsteht in den meisten Fällen als Folge einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Schätzungsweise sind etwa 5 % der über 75-jährigen von einer Trikuspidalklappeninsuffizienz betroffen. Etwa die Hälfte der Betroffenen weisen zusätzlich auch eine Mitralklappeninsuffizienz auf.
Das Herz besteht aus zwei Hälften. Jede Hälfte hat einen Vorhof und eine Herzkammer. Vier Herzklappen wirken wie Ventile. Sie verhindern, dass Blut zurückströmt.
Die Trikuspidalklappe liegt zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer. Die rechte Herzhälfte pumpt sauerstoffarmes Blut in die Lunge, wo das Blut mit Sauerstoff angereichert wird. Bei einer Insuffizienz schließen die betroffenen Klappen nicht mehr richtig und sind deshalb undicht. Bei einer Trikuspidalklappeninsuffizienz bedeutet das, dass sauerstoffarmes Blut zurück in den rechten Vorhof fließt.
Während die milde Trikuspidalklappeninsuffizienz in der Regel über lange Zeit keine Beschwerden verursacht, macht sich die fortgeschrittene hochgradige Trikuspidalklappeninsuffizienz durch u. a. Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Wasseransammlungen bemerkbar. Etwa die Hälfte der Betroffenen weisen zusätzlich auch eine Mitralklappeninsuffizienz auf.
Typische Anzeichen einer Trikuspidalklappeninsuffizienz:
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Wasseransammlungen (Ödeme)
- Appetitlosigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Vergrößerte Leber und Milz sowie Bauchwassersucht (Ascites)
Die Standarduntersuchung ist die Echokardiographie. Das ist ein Herzultraschall. Dabei sehen Kardiologinnen und Kardiologen die Klappenstruktur und den Blutfluss in Echtzeit. So lässt sich erkennen, wie viel Blut durch die undichte Klappe zurückströmt.
Manchmal ist ein Ultraschall über die Speiseröhre nötig. Das heißt transösophageale Echokardiographie. Wenn Beschwerden nur unter Belastung auftreten, kann ein „Stress-Echo“ helfen. Dafür wird das Herz während körperlicher Belastung oder unter Medikamentenwirkung untersucht.
Um das Herz zu entlasten und die Wasseransammlungen zu reduzieren, kann zunächst eine medikamentöse Therapie mit Diuretika begonnen werden und Begleiterkrankungen, wie Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern behandelt werden.
Eine heilende Behandlung ist aber nur durch die Reparatur oder den Ersatz der defekten Trikuspidalklappe möglich. Früher war dafür eine Operation am offenen Herzen nötig. Inzwischen bieten spezialisierte Herzzentren auch minimalinvasive katheterbasierte Verfahren an für die Reparatur (Transkatheter-Edge-to-Edge-Reparatur, T-TEER) oder für den Ersatz der Trikuspidalklappe (Transkatheter-Trikuspidalklappenersatz, TTVR). Laut Studien konnten die T-TEER-Eingriffe die Beschwerden und Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern.
Ob diese neuen Verfahren eingesetzt werden können, ist allerdings von vielen Faktoren abhängig, wie u. a. Anatomie, Herzfunktion, Schweregrad der Trikuspidalklappeninsuffizienz und Begleiterkrankungen. Im Einzelfall entscheidet das Herzteam, das aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen besteht, über die bestmögliche Therapie.