Hintergrund:
Im Jahr 2025 feiert die Deutsche Gesellschaft für Physician Assistants das 20-jährige Bestehen des Berufs in Deutschland. Mit dem Start des ersten Bachelorstudiengangs im Jahr 2005 wurde der Grundstein für die akademische Ausbildung von Physician Assistants gelegt. 2017 veröffentlichte die Bundesärztekammer ein erstes Positionspapier, das den PA als neuen Gesundheitsberuf im Rahmen der ärztlichen Delegation definierte. [1] Im Jahr 2025 folgte eine aktualisierte Stellungnahme, in der der Physician Assistant als fester Bestandteil der medizinischen Versorgung hervorgehoben wird. [2] Diese Einschätzung wird zudem durch das Positionspapier der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie bekräftigt. [3]
Der Bachelorstudiengang vermittelt ein grundlegendes medizinisches Fachwissen, legt jedoch keine fachspezifische Spezialisierung fest. Das individuelle Tätigkeits- und Wissensprofil eines Physician Assistants entwickelt sich im Verlauf des Studiums sowie insbesondere im beruflichen Alltag innerhalb der jeweiligen Fachrichtung. In enger Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Team werden dabei fachliche Kompetenzen vertieft und spezialisierte Fertigkeiten erworben.
Zielsetzung:
In den vergangenen zwei Jahrzehnten etablierten sich Physician Assistants zunehmend auch in der kardiologischen Versorgung. Ziel dieser Studie ist es, einen bundesweiten Überblick über die Anzahl der in der Herzmedizin tätigen Physician Assistants sowie deren Beitrag zur Unterstützung ärztlicher Teams zu gewinnen. Darüber hinaus sollen die unterschiedlichen Tätigkeitsprofile und kardiologischen Schwerpunktbereiche systematisch erfasst und dargestellt werden.
Methodik:
Die Datenerhebung erfolgt mittels eines anonymen, bundesweit zugänglichen Online-Fragebogens. Dieser wird über soziale Medien, Fachkongresse sowie durch unterstützende Fachpersonen direkt in Kliniken verbreitet. Die Umfrage erfasst die Verteilung von Physician Assistants im stationären und ambulanten Bereich, deren Aufgabenfelder und spezifische Tätigkeiten. Zusätzlich werden die berufliche Zufriedenheit der Teilnehmenden sowie die Wahrnehmung und Akzeptanz durch das ärztliche Team im klinischen Alltag erhoben.
Erwartete Ergebnisse:
Es wird davon ausgegangen, dass Physician Assistants bereits fest in den klinischen Abläufen der kardiologischen Versorgung verankert sind. Sie übernehmen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen sowie in mehreren kardiologischen Subspezialisierungen zentrale Aufgaben und leisten einen bedeutenden Beitrag zur hochwertigen und kontinuierlichen Patientenversorgung.
Anwendungsmöglichkeit:
Die Analyse der erhobenen Daten soll dazu beitragen, die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von Physician Assistants in der Kardiologie sichtbar zu machen. Die gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage für die Entwicklung standardisierter Stellenprofile dienen und damit sowohl die strukturelle Integration als auch den Berufseinstieg dieser Berufsgruppe im kardiologischen Umfeld erleichtern.[4]
[1]„Physician Assistant- ein neuer Beruf im deutschen Gesundheitswesen“, Bundesärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern, Berlin, und Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin, 2017
[2] „Physician Assistance – ein etabliertes Berufsbild im deutschen Gesundheitswesen“, Bundesärztekammer, April 2025
[3] „Physician Assistants (PA)“ – Einsatz von PAs in der Kardiologie – DGK-Positionspapier, Götz Buchwalsky et al, Die Kardiologie, Ausgabe 1/2026, Januar 2026
[4]