Hintergrund:
Mit der zunehmenden Ambulantisierung im Jahr 2026 (AOP-Katalog, Hybrid-DRG) werden Herzkatheteruntersuchungen vermehrt ambulant erbracht. Viele Herzkatheterlabore sind jedoch baulich und organisatorisch rein stationär ausgerichtet; die Patientenzufriedenheit als zentraler Qualitätsindikator wird im ambulanten Betrieb selten systematisch und kontinuierlich erfasst.
Ziel:
Darstellung, wie ein rein stationäres Herzkatheterlabor mit minimalem baulichem Aufwand in ein ambulantes Setting überführt wurde, sowie prospektive Evaluation der Patientenzufriedenheit über einen ressourcenarmen, KI-gestützten Erfassungsweg.
Methodik:
Monozentrische, prospektive Qualitätssicherung. Die bauliche Anpassung beschränkte sich auf eine Maßnahme: Umbau eines Aufenthaltsraums in einen Wartebereich für ambulante Patient:innen; Vorbereitung (Umziehen, Venenzugang) und Nachüberwachung erfolgen in einem bestehenden Raum, ein Neu-/Anbau entfiel. Ablauf: gestaffelte Einbestellung, Vorbereitung, Untersuchung, anschließend – je nach Intervention – Monitorüberwachung oder Entlassung nach Protokoll (u. a. Ablassen des TR-Bands). Erhebungsinstrument: anonymer, vierseitiger Fragebogen mit 20 Items in fünf Domänen (Aufklärung/Vorbereitung, Organisation/Ablauf, Betreuung, Wohlbefinden, Nachsorge/Entlassung; je 5-stufige Likert-Skala), numerischer Gesamtzufriedenheit (NRS 1–10), Weiterempfehlung sowie Beschwerden/Wiedervorstellungen. Die Erfassung erfolgt im ersten Schritt papierbasiert und wird über ein selbst entwickeltes, computer-vision-basiertes Tool digitalisiert: Smartphone-Foto, automatische Bildentzerrung und Ankreuz-Erkennung über Eckmarken, visuelle Plausibilitätsprüfung und direkte Übernahme in die Auswertung – ohne manuelle Dateneingabe. In einem zweiten Schritt wird der gleiche Fragebogen den Patient:innen per QR-Code als digitale Variante zur Verfügung gestellt. Endpunkte: primär die NRS-Gesamtzufriedenheit; sekundär Domänen-Scores, Weiterempfehlungs-, Komplikations- und Wiedervorstellungsrate sowie der Erfassungsaufwand (Zeit/Bogen, Anteil automatisch erkannter Felder). Eingeschlossen werden konsekutive ambulante Patient:innen (Ziel n ≥ 400 bis zum Kongress); deskriptive Auswertung.
Ergebnisse:
Die Datenerhebung läuft; bis zum Kongress werden mindestens 400 konsekutive Datensätze ausgewertet und auf dem Poster präsentiert (Gesamt- und Domänenzufriedenheit, Weiterempfehlung, Komplikations-/Wiedervorstellungsrate, Erfassungsaufwand). Zwischenergebnisse: bei aktuell n=63 NRS-Gesamtzufriedenheit 9,77 ± 0,56, Gesamtskala 4,89/5 und Weiterempfehlung 100 %. Erste Erfahrungen aus dem Routinebetrieb zeigen eine praktikable Umsetzung ohne zusätzliche Personalressourcen.
Schlussfolgerung:
Bereits eine einzige bauliche Maßnahme ermöglicht den ambulanten Betrieb eines bislang stationären Herzkatheterlabors; die Patientenzufriedenheit kann durch das Assistenz- und Pflegeteam mit einem ressourcenarmen, KI-gestützten Verfahren kontinuierlich und ohne Mehraufwand gemessen werden. Der niederschwellige, kostengünstige Ansatz ist auf weitere Funktions- und Ambulanzbereiche übertragbar und macht den Beitrag der Pflege- und Assistenzberufe zur ambulanten Versorgungsqualität sichtbar.