VSD-Occluder als Bail-out-Therapie bei rezidivierender Trikuspidalklappeninsuffizienz nach TEER – Erweiterte Ein-Zentrum-Erfahrung bei sechs Hochrisikopatienten
Hintergrund:
Die Behandlung einer rezidivierenden schweren Trikuspidalklappeninsuffizienz (TR) nach Transcatheter Edge-to-Edge Repair (TEER) stellt eine therapeutische Herausforderung dar, insbesondere wenn ein erneutes Clipping, eine chirurgische Therapie oder eine heterotope Caval Valve Implantation nicht möglich sind. Wir berichten über unsere erweiterte Erfahrung mit der Off-Label-Implantation von Ventrikelseptumdefekt-(VSD)-Occludern zur Verschlussbehandlung von Interclip-Koaptationsdefekten nach fehlgeschlagener TEER.
Methoden und Ergebnisse:
Insgesamt wurden sechs konsekutive Hochrisikopatienten mit rezidivierender massiver bis torrentieller TR nach vorausgegangener TEER behandelt. Ursache der Klappeninsuffizienz war in allen Fällen ein ausgeprägter Interclip-Koaptationsdefekt mit resultierender relevanter Regurgitation. Aufgrund anatomischer Gegebenheiten war eine erneute TEER nicht möglich. Nach einer initialen Lernkurve hinsichtlich Zugangsweg und Device-Selektion wurden bevorzugt muskuläre VSD-Occluder über einen transjugulären Zugang implantiert.
Bei den ersten Fällen zeigte sich eine deutliche Überlegenheit muskulärer VSD-Occluder gegenüber ASD-Occludern hinsichtlich Stabilität und Embolisationssicherheit. Die beiden zuletzt behandelten Patienten – eine 82-jährige Frau sowie ein 85-jähriger Mann – wurden konsequent mit muskulären VSD-Occludern versorgt. In beiden Fällen gelang eine vollständige Ausschaltung des Interclip-Defekts mit Reduktion der TR von Grad IV auf Trace. Periprozedurale Komplikationen traten nicht auf. Im klinischen Follow-up nach drei beziehungsweise sechs Monaten zeigte sich eine anhaltende technische Stabilität der Implantate mit persistierend minimaler Restinsuffizienz sowie einer ausgeprägten klinischen Besserung ohne erneute Dekompensationen.
Über die Gesamtkohorte hinweg konnte bei allen erfolgreich implantierten VSD-Occludern eine relevante und anhaltende Reduktion der TR erzielt werden. Entscheidend für den Prozedurerfolg waren eine sorgfältige echokardiographische Defektanalyse, die Vermeidung einer iatrogenen Trikuspidalstenose sowie die Wahl eines VSD-Occluders mit breiterem Waist-Profil.
Schlussfolgerung:
Die Off-Label-Implantation muskulärer VSD-Occluder stellt eine vielversprechende Bail-out-Strategie für Patienten mit rezidivierender schwerer TR nach TEER dar, wenn etablierte Reinterventionsverfahren nicht infrage kommen. Die nunmehr sechs Fälle zeigen, dass diese Technik reproduzierbar durchgeführt werden kann und bei geeigneter Patientenselektion zu einer nachhaltigen Reduktion der TR sowie zu einer klinischen Verbesserung führt.