Zielsetzung:
Die Pulmonalvenenisolation (PVI) mittels Pulsfeldablation (PFA) entwickelt sich aufgrund ihres im Vergleich zu thermischen Ablationsverfahren überlegenen Sicherheits- und Effizienzprofils zunehmend zum Standardverfahren in der Behandlung von Vorhofflimmern. Allerdings begrenzen spezifische nichtkardiale Nebenwirkungen, insbesondere Husten, den Einsatz der Methode unter tiefer Sedierung. Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Durchführbarkeit eines Sedierungsprotokolls mit zusätzlicher Lidocain-Infusion im Rahmen der PVI mittels 3D-navgierten variable-loop PFA Katheters.
Methoden:
In einer monozentrischen Studie wurden 60 konsekutive Patientinnen und Patienten in einem prospektiven, placebokontrollierten, einfach verblindeten Design randomisiert und erhielten während einer routinemäßigen tiefen Sedierung mittels kontinuierlicher Propofol-Infusion entweder Placebo oder Lidocain in einer Dosierung von 1,5 mg/kg Körpergewicht als Begleitmedikation. Der primäre Endpunkt war die durch das Pflegepersonal bewertete Qualität der Sedierung und des prozeduralen Ablaufs anhand einer visuellen Analogskala (VAS).
Ergebnisse:
Patientinnen und Patienten mit Lidocain-Vorbehandlung wiesen im Vergleich zur Placebogruppe eine hochsignifikant bessere Sedierungsqualität auf (VAS: 8,0 ± 1,5 vs. 6,2 ± 1,3; p < 0,001). Die für die tiefe Sedierung erforderliche Propofol-Dosierung war in beiden Gruppen vergleichbar. Zur Kontrolle von Husten und Schmerzen während der Ablation war in der Lidocain-Gruppe jedoch eine signifikant geringere Fentanyl-Dosis erforderlich (101 ± 9 µg vs. 130 ± 40 µg; p < 0,001). Darüber hinaus benötigten diese Patientinnen und Patienten eine geringere Sauerstoffzufuhr zur Aufrechterhaltung einer ausreichenden Oxygenierung während der Sedierung (3,0 ± 1,4 l/min vs. 4,9 ± 3,5 l/min; p < 0,01). Die Verweildauer des Katheters im linken Vorhof war in der Lidocain-Gruppe signifikant kürzer (21,6 ± 3,0 min vs. 25,0 ± 6,0 min; p < 0,01). Klinisch relevante unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet.
Schlussfolgerung:
Die zusätzliche Vorbehandlung mit Lidocain bietet einen signifikanten klinischen Nutzen hinsichtlich der Qualität der Sedierung bei der Pulmonalvenenisolation mittels variable-loop PFA Katheter. Dadurch wird die Durchführung des Eingriffs unter tiefer Sedierung anstelle einer Allgemeinanästhesie erleichtert und somit das günstige Sicherheitsprofil der PFA-basierten Pulmonalvenenisolation weiter verbessert.