Prädiktoren für linksatriale Fibrose und ihre prozeduralen Effekte auf die Pulmonalvenenisolation bei Vorhofflimmern

D. Reek (Augsburg)1, J. Lachmaier (Augsburg)1, M. Deiß (Augsburg)1, M. Bartkowiak (Augsburg)1, E. Harmel (Augsburg)1, L. Seidlmayer (Augsburg)2
1Universitätsklinikum Augsburg I. Medizinische Klinik Augsburg, Deutschland; 2Uniklinikum Augsburg 1. Medizinische Klinik Augsburg, Deutschland

Hintergrund
Linksatriale low-voltage Areale (LVA), die während elektroanatomischer Mappingprozeduren (EAM) gemessen werden können, korrelieren mit fibrotischem Umbau der Vorhöfe und stellen einen wichtigen Baustein der atrialen Kardiomyopathie dar. Sie sind einerseits Ziel von Ablationsprozeduren, stellen andererseits aber auch einen Risikofaktor für Rezidive nach Ablation dar. Es wurden Scoringsysteme entwickelt, um hierzu eine Vorhersage treffen zu können, die allerdings bisher keine breite klinische Anwendung gefunden haben. Daher haben wir einerseits nach einfachen klinischen Risikofaktoren gesucht, um Fibroseareale vorherzusagen und andererseits den Effekt auf die Durchführung der Ablationsprozedur untersucht.

Methoden
Es wurde eine retrospektive Analyse anhand einer monozentrischen Registerdatenbank linksatrialer Ablationen zwischen Januar 2022 und Juni 2024 an der Universitätsklinik Augsburg durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit Vorhofflimmern, die sich einer linksatrialen Ablation (RF-Ablationen bei persistierendem Vorhofflimmern oder Re-Ablationen) unterzogen und für die EAM-Daten zu LVA vorlagen (definiert als zusammenhängendes Areal mit einer lokalen Voltage < 0,5mV). In die Analyse wurden laborchemische, klinische und echokardiographische Parameter einbezogen. Die Komplexität der Prozedur wurde anhand der Dauer und der Notwendigkeit einer intraprozeduralen Kardioversion bemessen. Der Students T-Test wurde verwendet, um die Mittelwerte zu vergleichen.

Ergebnisse
Es wurden insgesamt 358 Patienten eingeschlossen, davon 241 männlich (67,3%). Patienten, bei denen intraprozedural LVA
nachgewiesen werden konnten, wiesen ein größeres indiziertes linksatriales Volumen (LAVI) auf (48,9 ±14,8 ml/m2 vs 40,4±14,8 ml/m2; p=0,024), einen höheren CHADSVA (3,3±1,5 vs. 2,4±1,6; p<0,001), waren älter (70,6±9,3 Jahre vs. 63,4±12,2 Jahre; p<0,001) sowie häufiger Frauen (73,8% vs. 63,6%; p=0,03). Die Prozeduren dauerten bei Patienten mit LVA länger (3:49±1:01h vs. 3:24±0:57h; p<0,001) und es war häufiger intraprozedural eine Kardioversion nötig, um einen Sinusrhythmus zu etablieren, wenn der initiale Rhythmus Vorhofflimmern war (68,4% vs. 39,5%; p<0,001). Patienten, die sich einer Re-Ablation unterzogen (n=137), wiesen nicht signifikant häufiger LVA auf als erstmals abladierte Patienten (69,3% vs. 63,5%; p=0,297); es deutete sich lediglich ein nicht signifikanter Trend an.

Schlussfolgerungen
Alter, Geschlecht, LAVI und der CHADSVA haben sich im untersuchten Kollektiv als Prognoseparameter für eine linksatriale Fibrose bei Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern erwiesen. Bei Patienten mit einer solchen Fibrose dauerten die Ablationsprozeduren länger und es war häufiger intraprozedural eine Kardioversion erforderlich. Diese einfachen klinischen Parameter könnten im klinischen Kontext somit zur Prozedurplanung herangezogen werden.