Untersuchungen zur Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern

S. Lorenz (Berlin)1, P. C. Helm (Berlin)2, C. Pfitzer (Berlin)3, V. Lorenzen (Berlin)1, A. Uebing (Kiel)4, F. Bourier (Mallersdorf-Pfaffenberg)5, G. Heßling (München)6, F. Berger (Berlin)7, O. Tutarel (Berlin)7
1Berlin, Deutschland; 2Deutsches Herzzentrum der Charite (DHZC) Kompetenznetz Angeborene Herzfehler Berlin, Deutschland; 3Deutsches Herzzentrum der Charite (DHZC) Berlin, Deutschland; 4Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie Kiel, Deutschland; 5Internistisches MVZ Mallersdorf-Pfaffenberg, Deutschland; 6Deutsches Herzzentrum München Elektrophysiologie München, Deutschland; 7Deutsches Herzzentrum der Charite (DHZC) Klinik für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie Berlin, Deutschland

Hintergrund
Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) haben ein erhöhtes Krebs-Risiko. Präventive Maßnahmen wie die etablierten Untersuchungen zur Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung spielen in dieser Patient*innen-Gruppe daher eine besonders wichtige Rolle. Inwieweit diese tatsächlich wahrgenommen werden, ist nicht bekannt.

Methoden
Im Rahmen des Nationalen Registers für Angeborene Herzfehler wurde eine Querschnittsstudie in Form einer Online-Umfrage durchgeführt. Hierfür wurde ein dezidierter Fragebogen erstellt. Die Umfrage fand zwischen April und Juli 2025 statt. Die Analyse erfolgte bezogen auf die verschiedenen Altersgruppen, für die die jeweilige Untersuchung empfohlen ist.

Ergebnisse
Es haben insgesamt 1571 Pat. (weiblich 69,8%, Alter 41,3 ± 14,6 Jahre) teilgenommen. Hiervon hatten 334 (21,3%) einen Herzfehler mit einfacher Komplexität, 719 (45,8%) einen mit moderater Komplexität und 413 (26,3%) einen schweren Herzfehler. In 105 (6,7%) Fällen war der Herzfehler nicht nach der Bethesda-Klassifikation einzuordnen. Es gaben 1408 (89,6%) Teilnehmende an, von den Krebsvorsorge-Untersuchungen gehört zu haben. Abhängig von der Untersuchung (Hautscreening, Darm, Prostata, Gebärmutterhals, Mamma) lag die Quote der Männer mit bereits erfolgter Untersuchung zwischen 65-80%, bei den Frauen zwischen 70-90%. Die Komplexität des Herzfehlers hatte hierauf keinen Einfluss.

Schlussfolgerung
EMAH sind zu einem hohen Prozentsatz über die Untersuchungen zur Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung informiert. Die Teilnahmequoten an den Untersuchungen sind bereits gut, aber weiter steigerungsbedürftig – insbesondere bei den Männern.