Hintergrund
Resistente Hypertonie ist mit kardialem Remodeling und einer beeinträchtigten myokardialen Deformation assoziiert. Die renale Denervation senkt den Blutdruck und kann durch Modulation der sympathischen Aktivität die Herzfunktion verbessern.
Zielsetzung
Untersuchung von Veränderungen des myokardialen Strains in mehreren Herzkammern 12 Monate nach renaler Denervation sowie deren Zusammenhang mit der Blutdrucksenkung.
Methoden
Wir analysierten retrospektiv Patienten mit resistenter Hypertonie, die sich einer renalen Denervation unterzogen hatten und bei denen eine Speckle-Tracking-Echokardiographie zu Studienbeginn sowie nach 12 Monaten durchgeführt wurde. Für jeden Strain-Parameter wurden nur vollständige gepaarte Ausgangs- und Nachuntersuchungswerte eingeschlossen. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des linksventrikulären globalen longitudinalen Strains (LV-GLS). Zu den sekundären Endpunkten gehörten der rechtsventrikuläre Free-Wall-Strain sowie links- und rechtsatriale Strain-Parameter. Praxis- und 24-Stunden-Blutdruckwerte wurden als klinische Korrelate analysiert. Für den Vergleich zwischen Ausgangswert und Nachuntersuchung wurden gepaarte statistische Tests verwendet; bei multiplen Tests erfolgte eine Korrektur der False Discovery Rate. Korrelationen zwischen Blutdruck- und Strain-Veränderungen wurden mittels Spearman-Korrelation untersucht.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 68 Patienten eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 57,1 ± 11,6 Jahre, und 72,5 % waren männlich. Der systolische Praxisblutdruck lag zu Studienbeginn bei 153,7 ± 22,1 mmHg, der systolische 24-Stunden-Blutdruck bei 145,0 ± 13,8 mmHg. Nach 12 Monaten war der systolische Praxisblutdruck um 11,46 mmHg und der systolische 24-Stunden-Blutdruck um 5,97 mmHg gesunken. Der LV-GLS verbesserte sich signifikant von −16,73 ± 2,34 % auf −18,55 ± 2,19 % (n = 68, p < 0,001). Der rechtsventrikuläre Free-Wall-Strain verbesserte sich von −16,20 ± 4,67 % auf −20,48 ± 4,44 % (n = 46, p < 0,001). Signifikante Verbesserungen wurden auch bei mehreren atrialen Strain-Parametern beobachtet, während die linksventrikuläre Ejektionsfraktion unverändert blieb. Veränderungen des systolischen Baseline-Blutdrucks korrelierten weder mit Veränderungen des LV-GLS (r = −0,07; p = 0,609), des rechtsventrikulären Free-Wall-Strains (r = −0,06; p = 0,732) noch der atrialen Strain-Parameter signifikant. Vergleichbare Ergebnisse zeigten sich für den systolischen 24-Stunden-Blutdruck.
Schlussfolgerung
Bei Patienten mit resistenter Hypertonie war die renale Denervation nach 12 Monaten mit einer signifikanten Verbesserung der myokardialen Deformation des linken Ventrikels, des rechten Ventrikels und der Vorhöfe assoziiert, obwohl die linksventrikuläre Ejektionsfraktion unverändert blieb. Der schwache Zusammenhang zwischen Blutdrucksenkung und Verbesserung der Strain-Parameter legt nahe, dass diese Veränderungen ein reverses funktionelles Remodeling widerspiegeln könnten, das über eine reine Nachlastreduktion hinausgeht. Die Speckle-Tracking-Echokardiographie könnte ein sensibles Verfahren zur Erfassung subklinischer kardialer Effekte nach renaler Denervation darstellen.