Nahaufnahme einer jungen Ärztin mit Mundschutz

DGK-Jahrestagung: Bewährtes trifft Innovation

Die 92. Jahrestagung der DGK findet vom 8. bis 11. April 2026 im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt. Tagungspräsident Prof. Stephan Willems, Chefarzt an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg, gibt im Interview Einblicke in das Programm des Kongresses. 

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Cardio News, März 2026. DGK-Mitglieder erhalten die Cardio News kostenlos. Hier Mitglied werden!

Von:

Larissa Esch

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

25.03.2026

 

Bildquelle (Bild oben): Jakob Lund / stock.adobe.com (bearbeitet)

Das Motto der Tagung

HERZMEDIZIN: Sie haben in diesem Jahr das Kongressmotto „Herzmedizin 2026 – Gemeinsam Grenzen überwinden, Standards setzen" gewählt. Was steckt dahinter?

 

Willems: Wir wollen einen Ausblick geben − auf Innovationen, intersektorale Kooperationen und unser Bestreben reflektieren, durch Forschung und evidenzbasierte Leitlinien die Herzgesundheit zu verbessern. Dazu gehört auch, Bewährtes weiterzuentwickeln und kritisch zu hinterfragen. Hierfür bedarf es der Förderung von wissenschaftlich basiertem Fortschritt und interdisziplinärer Zusammenarbeit, von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung. Die DGK setzt seit vielen Jahren Standards durch Unterstützung stetig aktualisierter wissenschaftlich fundierter Empfehlungen. 

 

HERZMEDIZIN: Wie international ist die Jahrestagung in diesem Jahr ausgerichtet und welchen Mehrwert bringen internationale Sessions den Teilnehmenden?

 

Willems: Auch in diesem Jahr ist die Jahrestagung international ausgerichtet, mit den bewährten Partnern ESC und ACC und den entsprechenden internationalen Sitzungen mit Gelegenheit zum multinationalen wissenschaftlichen Austausch. Partnergesellschaft des diesjährigen Kongresses ist die Ukraine. Gerade in diesen dramatischen Zeiten untermauert dies als Zeichen der Solidarität die langjährige Kooperation zwischen den Fachgesellschaften. Wir hoffen sehr, dass die eingeladenen Kolleginnen und Kollegen es schaffen werden, die Sitzung „Making Progress in CardioOncology“ zu bereichern und aktiv an dem Kongress teilzunehmen. 

Zur Person

Prof. Stephan Willems

Prof. Stephan Willems ist Chefarzt für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg.

Prof. Stephan Willems Prof. Stephan Willems

Themenauswahl und Gestaltung des Programms

HERZMEDIZIN: Welche wichtigsten neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse oder aktuelle Leitlinien wurden in das Programm aufgenommen?


Willems: In mehreren Sessions wie „Late Breaking clinical trials“ oder „Top line studies“ werden die aktuellsten Studiendaten vorgestellt. Eine gute Zusammenstellung bieten auch die „Publication Highlights“ für „European Heart Journal“ und „Clinical Research in Cardiology“. In entsprechenden Sitzungen werden in verschiedenen Formaten – einschließlich fallbasierter Darstellung – die aktuellen Leitlinien präsentiert. Diese beinhalten Myokarditis und Perikarditis, Herzklappenerkrankungen, Dyslipidämie, sowie Herz-Kreislauferkrankungen während der Schwangerschaft. Außerdem wird die neue DGK-S3-Leitlinie zum kardiogenen Schock vorgestellt.


HERZMEDIZIN: Welche Bedeutung haben junge Kardiologinnen und Kardiologen, andere Fachrichtungen oder das Pflege- und Assistenzpersonal bei der Themenauswahl und der Gestaltung des Programms?


Willems: Die grundlagenwissenschaftliche und klinische Programmgestaltung erfolgte gemeinsam in der Programmkommission (Vorsitz: Frau Prof. Birgit Aßmus) unter enger Einbeziehung der Young DGK und in Abstimmung mit den Arbeitsgruppen, sowie BNK und ALKK. Auch die Kollegen des Pflege- und Assistenzpersonals sowie andere Fachrichtungen haben hier auf allen Ebenen ihren Input gegeben. 

Persönliche Highlights

HERZMEDIZIN: Gibt es spezielle Formate und Sessions, die die Teilnehmenden unbedingt besuchen sollten?

 

Willems: Bei der hochkarätigen Auswahl ist es schwer, bestimmte hervorzuheben. Das Spektrum ist breit, von spannenden Sessions zu experimentellen Schwerpunkten bis zu klinischen Falldemonstrationen, sowie historischen Rückblicken bis zu den Beiträgen der „youngest DGK“. Zu betonen ist, dass wir versucht haben, viele interaktive Formate mit hoffentlich auch kontroversen „Pro-Con“-Sitzungen sowie „how to“- und „Case-Based“-Formaten zu integrieren. Zum ersten Mal haben wir in diesem Jahr das Format der Poster angepasst und sogenannte „E-Poster Stationen“ geschaffen, an denen die für den Poster-Preis nominierten Beiträge besucht werden können. Für alle anderen Poster haben wir in diesem Jahr, genauso wie bisher für die Science Boxen, ein Audiosignal. Daher ist es wichtig, dass sich die Teilnehmenden ihre eigenen Kopfhörer mitbringen, um hier empfangsbereit zu sein. 

 

HERZMEDIZIN: Was sind Ihre persönlichen Programm-Highlights bei der Jahrestagung?


Willems: Ich freue ich mich sehr auf die neu geschaffene „Great Debate“, in der zentrale herzmedizinische Themen interdisziplinär diskutiert werden, sowie die gemeinsame Sitzung des Tagungs- & DGK-Präsidenten „DGK im Aufbruch, Perspektiven in der Herzmedizin“. Das Beste kommt bekanntlich wie immer zum Schluss: Die „Highlights der Tagung“. Hier können in komprimierter Form noch mal alle wesentlichen Inhalte genossen werden. Verpassen Sie nichts, es lohnt sich auf jeden Fall, bis zum Ende des Kongresses zu bleiben!

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