LDL-Cholesterin (LDL-C) ist kausal an der Entstehung und dem Fortschreiten atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ASCVD) beteiligt.1 Internationale Registerdaten zeigen, dass ein Großteil der Patient:innen mit hohem oder sehr hohem kardiovaskulärem Risiko die leitlinienkonformen LDL-C-Zielwerte derzeit nicht erreicht – obwohl das Prinzip „je niedriger, desto besser“ nach aktuellem Kenntnisstand für alle Personengruppen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko gilt.2
Mit dem ESC/EAS Focused Update 2025 zur Leitlinie Dyslipidämie, das aktuell von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als DGK-Pocket-Guideline adaptiert wurde, sowie der im März 2026 publizierten amerikanischen 2026 ACC/AHA-Leitlinie (American College of Cardiology, American Heart Association) liegen nun zwei Konsensuswerke vor, die den therapeutischen Handlungsspielraum bei der LDL-C-Senkung europaweit und in den USA konkretisieren.2–4 Beide teilen eine Kernbotschaft: LDL-C-Werte sollen frühzeitig und intensiv gesenkt werden. Dabei gehen beide Leitlinien über eine bloße Bekräftigung von Statin-Empfehlungen hinaus: Sie benennen explizit weitere orale Therapieoptionen mit nachgewiesenem kardiovaskulärem Nutzen – und schaffen damit erstmals transatlantisch einheitliche Orientierung darüber, wann und für wen eine Eskalation über die Statintherapie hinaus indiziert ist.